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Wettbewerbsentwurf zum Azenberg-Areal liegt vor

19.11.2012 Stadtplanung
Die Projektentwicklung zur Neubebauung des Azenberg-Areals geht zügig voran. Jetzt liegen die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs vor, den die Epple Projekt GmbH als Bauherr in Abstimmung mit der Landeshauptstadt Stuttgart im August ausgelobt hat.

Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, die Geschäftsführer der Projektgesellschaft Andreas Epple und Hermann Stegschuster sowie der Präsident der Architektenkammer und Juryvorsitzende Wolfgang Riehle stellten am Montag, 19. November, den Siegerentwurf des Wettbewerbs im Rathaus vor.

 Dabei betonte Hahn, es sei ein positives Signal, dass Immobilienunternehmen Wert auf gute Architektur legten. "Wir begrüßen dieses Engagement, das ein Gewinn für die Stadtentwicklung ist und zeigt, dass auch eine innovative Architektur sich auf dem Markt behaupten kann", so der Bürgermeister.

18 von 20 angefragten namhaften Architekturbüros hatten Entwürfe für die Bebauung des rund 10 000 Quadratmeter großen Areals in Stuttgart-Nord, zwischen Halbhöhe und Innenstadt, vorgelegt. Insgesamt 15 stimmberechtigte Juroren unter der Leitung von Wolfgang Riehle hatten nach elfstündiger Beratung einstimmig ihre Wahl getroffen. Den ersten Preis vergab die Jury an das in Dornbirn in Österreich ansässige Architekturbüro Baumschlager, Hutter & Partner, den zweiten an die Architekten Kühn / Malvezzi (Berlin), den dritten an die Stuttgarter Architektenarbeitsgemeinschaft Fiedler, Riebelmann, Schreiner und einen vierten Preis an das Büro Stephan Höhne Architekten (Berlin). Zwei Anerkennungen gingen an Gramlich Architekten (Stuttgart) und Goetz, Hootz, Castorph, Architekten (München). Der Wettbewerb ist mit insgesamt 140 000 Euro dotiert.
 
Die drei Erstplazierten müssen ihre Planungsentwürfe jedoch noch überarbeiten: die Jury sah bei den städtebaulichen, fassadengestalterischen und wirtschaftlichen Aspekten sowie bei der architektonischen Durcharbeitung des denkmalgeschützen Altbaus noch Optimierungspotential. Welcher der überarbeiteten Entwürfe gebaut werden soll, will sie in einer abschließenden Sitzung Anfang 2013 vorschlagen. Sobald diese Entscheidung gefallen ist, werden der Ausschuss für Umwelt und Technik sowie der Gemeinderat abschließend entscheiden.
 

Die Jury stellte weiterhin fest, dass die Entwürfe städtebaulich, architektonisch und auch vom Wohnungsangebot her einen wertvollen Beitrag sowohl zur Umnutzung des ehemals gewerblich genutzten Quartiers als auch zur Förderung des urbanen Wohnens in der Innenstadt darstellen. Den Geschäftsführer der Epple Projekt GmbH, Hermann Stegschuster, überzeugt das Ergebnis: "Der Azenberg bekommt nach dem Willen der Jury eine moderne Stadtarchitektur, die vielen Bedürfnissen gerecht wird und einen vielfältigen Wohnungsmix ermöglicht." Für den Vorsitzenden der Jury hat die gefundene Lösungsperspektive für den Azenberg noch einen Zusatzaspekt. "Das Verfahren zeigt, dass Wettbewerbe von Anfang an eine besondere Projektqualität erzeugen", so Riehle.  

Das Heidelberger Immobilienunternehmen hatte das topografisch leicht ansteigende Areal im Januar 2012 vom Land Baden-Württemberg erworben und plant an dieser Stelle hochwertigen Wohnungsbau mit einem Mix aus vorwiegend Wohneigentum, aber auch Mietwohnungen. Wohnungsgrößen zwischen 80 und 140 Quadratmetern sollen dabei den Schwerpunkt bilden. Auch an die umgebenden Grün- und Freiflächen stellt der Bauherr bei der Planung hohe Anforderungen.
 

Die am Wettbewerb teilnehmenden Büros mussten Nachhaltigkeit, anspruchsvolle Gestaltung, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit kongenial zu einer Identität stiftenden Architektur und Landschaftsgestaltung zusammenführen, dies verlangten die Auslobungsunterlagen. "Innovative Entwurfsansätze" wurden darin ausdrücklich begrüßt. Auch die Vorgaben des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) - das vom Gemeinderat im März 2011 beschlossen wurde und eine sozial ausgewogene und qualitätsorientierte Stadtentwicklung fordert - sowie Möglichkeiten für Baugemeinschaften im denkmalgeschützten Altbau sollten in den Architektenentwürfen berücksichtigt werden.

Nach einer abschließenden Beschlussfassung durch den Gemeinderat ist ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des Großprojekts in den ersten Monaten 2013 möglich. Ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan kann dann anschließend erarbeitet werden, der Baubeginn ist unter diesen Bedingungen in der ersten Jahreshälfte 2014 zu erwarten.
 
Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, alle Wettbewerbsarbeiten im Rahmen einer Ausstellung vom 20. bis 29. November, werktags von 16 bis 20 Uhr, im Look 21, Türlenstraße 2 (gegenüber Handwerkskammer), anzusehen.

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De Entwurf des ersten Preistr#gers: Architekturbüro Baumschlager, Hutter & Partner aus Dornbirn/Vorarlberg. Foto: Kraufmann/Susanne Kern