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Umgang mit religiöser Vielfalt - Handreichung für die kommunale Praxis

04.12.2012 Aktuelles
Ein neuer Leitfaden bietet Orientierungshilfe im Umgang mit wachsender religiöser Vielfalt für Fachleute und Entscheidungsträger in Kommunen.

Erarbeitet wurde der Leitfaden vom Interkommunalen Qualitätszirkel Integrationspolitik, der von der Landeshauptstadt Stuttgart geleitet und koordiniert wird.
Die Handreichung soll zu einem gelingenden Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen beitragen. Dem Zirkel gehören Integrationsbeauftragte verschiedener Kommunen, Landkreise sowie Vertreter verschiedener Institutionen aus Wissenschaft und Stiftungen im Bundesgebiet an.

Vorschläge für viele Lebensbereiche

Die Handreichung enthält Vorschläge und Beispiele aus der kommunalen Praxis wie mit religiösen Fragestellungen verfahren werden kann, insbesondere in der Kinder -und Jugendhilfe, Gesundheit oder in der Altenhilfe. Auch über Bildungsthemen wie die Teilnahme an Schulexkursionen oder am Sport -und Schwimmunterricht gibt die Handreichung Ratschläge.

Das Verhältnis von religiösen Organisationen und staatlichen Organen oder Kommunen ist in Deutschland wesentlich bestimmt durch die jahrhunderte lange Kooperation der beiden großen christlichen Kirchen.

Das historisch gewachsene Verhältnis zwischen Staat und Kirche wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch die Einwanderung von Menschen mit anderen religiösen Traditionen zunehmend infrage gestellt. Verfassungsrechtlich sind alle anerkannten Religionsgemeinschaften gleichgestellt. Im Alltag ergeben sich jedoch Fragestellungen oder Interessenskonflikte, die es zu bearbeiten gilt - vor allem für das Zusammenleben vor Ort. Insbesondere Kommunen stehen vor der Herausforderung, sich auf eine neue Vielfalt und Komplexität einzustellen.

Gemeinsame Plattform

Diese Handreichung ist aus einer intensiven Diskussion über die Fragen von Integration und Umgang mit religiöser Vielfalt im Rahmen des Arbeitskreises "Interkommunaler Qualitätszirkel zur Integrationspolitik" von 30 Städten, Landkreisen und Vertretern der Wissenschaft und Stiftungen im Bundesgebiet entstanden.

Seit 2009 arbeitet der Kreis der Integrationsbeauftragten in erweiterter Zusammensetzung als "Interkommunaler Qualitätszirkel Integrationspolitik" weiter und hat zu den Themen "Kommunales Bildungsmanagement" (2009) und "Politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten" (2010) Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Die Handlungsempfehlungen können unter www.stuttgart.de/item/show/385012 heruntergeladen werden.

Die Arbeit des Qualitätszirkels wurde bis 2010 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus dem Europäischen Integrationsfonds gefördert, im Jahr 2011 von der Robert Bosch Stiftung.

Kontakt: Gari Pavkovic, Integrationsbeauftragter der Landeshauptstadt Stuttgart, Telefon 216-78 96, E-Mail: gari.pavkovic@stuttgart.de.

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