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Neue Ausrichtung bei der Otto-Hirsch-Auszeichnung

18.02.2013 Kultur
Seit 1985 verleihen die Landeshauptstadt Stuttgart, die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart die Otto-Hirsch-Medaille an Persönlichkeiten, die sich um die christlich-jüdische Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Sie wurde zum 100. Geburtstag von Ministerialrat Dr. Otto Hirsch von der Stadt gestiftet.
Mit der Verleihung am Montag, 4. März, an Leopold Paul (Leibisch Pejssach) Rosenkranz werden zwei vom Kuratorium "Otto-Hirsch-Auszeichnung" vorgeschlagene und vom Gemeinderat beschlossene Veränderungen erstmals umgesetzt: Anstelle der bisherigen Silbermedaille mit einem Porträt von Otto Hirsch wird die Skulptur "Transluzenter Beton" verliehen. Außerdem ist nun der Kreis der möglichen Empfänger erweitert. Künftig können nicht nur einzelne Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um den christlich-jüdischen Dialog besonders verdient gemacht haben, sondern auch Gruppen und Initiativen aller Religionsgemeinschaften. Damit soll der interreligiöse Dialog mit der jüdischen Religion und Kultur auf breiterer Ebene als bislang gewürdigt werden können.
Die Skulptur "Transluzenter Beton" der Herrenberger Künstlerin Christine Braun wurde vom Kuratorium "Otto-Hirsch-Auszeichnung" aus dem ersten und zweiten Preis eines künstlerischen Wettbewerbs an der Kunstakademie Stuttgart unter Leitung von Professor Werner Pokorny ausgewählt.
Die Künstlerin greift mit ihrer Skulptur Kerngedanken der "Otto-Hirsch-Auszeichnung" auf. Die Auszeichnung richtet sich an Persönlichkeiten, Gruppen und Initiativen aus allen drei großen Weltreligionen des Nahen Ostens, die zur Verständigung zwischen den Religionen in besonderer Weise beitragen - auch vor dem Hintergrund neuer Konflikte im 21. Jahrhundert. Es sind die Kerngedanken Durchlässigkeit, Verbindung, Überwindung des Trennenden - um zu Versöhnung, zu friedvollem, tolerantem Miteinander zu gelangen.
Die Auszeichnung besteht aus transluzentem Beton. Das Besondere an diesem Stoff sind optische Fasern, die ihn durchziehen. Sie nehmen bestehende Lichtquellen auf und leiten sie durch den Beton. Dadurch entstehen bei Lichteinfall kleine leuchtende Punkte. Wenn keine Lichtquelle vorhanden ist, bleibt der Eindruck eines trennenden und abgrenzenden Elements bestehen.
Die Form der Skulptur ist offen gehalten, sie kann als Grundsteinelement, als steinernes Mauerelement gesehen werden. Sie lädt aber auch zu weiteren Assoziationen ein wie zum Beispiel eine Schrifttafel (Zehn Gebote), ein Buch (verbindendes Element aller drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam), ein Rosettastein oder ein Element eines gemeinsamen Hauses.