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Jury empfiehlt für Azenberg-Areal den Bau moderner Stadtvillen

19.02.2013 Stadtplanung
Der Wettbewerb für das Azenberg-Areal im Stuttgarter Norden ist entschieden. Nach einem einstimmigen Votum der Jury endete der Wettbewerb mit einer Überraschung: Die Jury empfahl einstimmig nach der Überarbeitung der drei besten im November 2012 prämierten Entwürfe den Entwurf der Zweitplatzierten, den Berliner Architekten Simona Malvezzi und der Brüder Wilfried und Johannes Kuehn, zu realisieren. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat sich am Dienstag, 19. Februar, ausführlich über das Ergebnis informiert.

Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, lobte das Engagement des Immobilienunternehmens Epple Projekt GmbH: "Wettbewerbe wie dieser tragen in einem hohen Maß zu einer Identität stiftenden Architektur bei, die sich positiv auf unser Stadtbild auswirkt."

Bürgermeister Hahn und die Jury hatten sich für den Entwurf stark gemacht, "weil er für den Ort eine angemessene Antwort gibt". Die Investoren Andreas Epple und Hermann Stegschuster der Epple Projekt GmbH: "Wir tragen diese Jury-Empfehlung ausdrücklich und aus voller Überzeugung mit."

Unter dem Vorsitz von Wolfgang Riehle, Präsident der Architektenkammer, entschied sich die Jury aufgrund der nachhaltigen Bebauung, der hervorragenden Einbindung in das Stadtensemble und des Wohnraumes für unterschiedliche Zielgruppen für den Entwurf aus Berlin.

Auch die parkähnliche Grünflächengestaltung, die reduzierte Zahl der Baukörper gegenüber dem Ursprungsentwurf, die sensiblen Gebäudeabstände zueinander und zur Nachbarschaft sowie die zeitlose Architektur waren ausschlaggebende Aspekte für die Entscheidung.

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Im Azenberg-Areal werden sieben Stadtvillen gebaut. Foto: Malvezzi und Kuehn

Sieben moderne Stadtvillen

Das 10 000 Quadratmeter große Wohnquartier befindet sich im Stuttgarter Norden zwischen Halbhöhe und Innenstadt. Dem ausgewählten, überarbeiteten Entwurf zufolge sollen in diesem Areal zukünftig sieben moderne Stadtvillen stehen. Zwischen den einzelnen Gebäuden soll genügend Platz für Grünflächen sein mit privaten Gärten und einer Grünanlage zur gemeinsamen Nutzung.

Gebaut werden Wohnungen von 80 bis 140 Quadratmetern, so dass Paare, moderne Wohngemeinschaften und auch kleinere und größere Familien ein neues Domizil finden können.

Charakteristisch für die Stadtvillen werden die Vestibüle, Loggien und Terrassen sein.

Die Berliner Architekten haben nach Ansicht der Jury den Entwurf deutlich verbessert: Die Zahl der Neubauten wurde von neun auf sieben reduziert. Zudem wurde die klassische Stadtvilla moderner Prägung noch deutlicher architektonisch ausformuliert.

Durch die Anordnung der Gebäude wurde der guten Durchlüftung der Halbhöhenlage ebenso Rechnung getragen wie der Besonnung der einzelnen Wohnungen. Gleichzeitig harmonieren die Neubauten mit ihrem dezenten Farbkonzept und den durchgängig raumhohen Holzfenstern mit der umgebenden Bebauung, vor allem mit dem denkmalgeschützten Altbau in der Wiederholdstraße.

Neben der insgesamt berücksichtigten Energieeffizienz machte das Konzept aus Berlin auch Punkte durch eine Besonderheit in der Tiefgarage. In deren Zentrum wird ein rechteckiger Bereich ausgespart, der mit Muttererde verfüllt wird und sich die tief wurzelnden Bäume der parkähnlichen Anlage so über einen direkten Erdanschluss freuen können.

Wettbewerb für städtebauliche und architektonische Qualität

Das Heidelberger Immobilienunternehmen Epple Projekt GmbH hat das topografisch leicht ansteigende Azenberg-Areal im Januar 2012 vom Land Baden-Württemberg erworben und plant an dieser Stelle hochwertigen Wohnungsbau mit einem Mix aus vorwiegend Wohneigentum, aber auch Mietwohnungen.

Bewusst wurde die Projektentwicklung an einen Wettbewerb gebunden, um so höchste städtebauliche und architektonische Qualität sicher zu stellen.

Die Vorgaben des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) - das vom Gemeinderat im März 2011 beschlossen wurde und eine sozial ausgewogene und qualitätsorientierte Stadtentwicklung fordert - sowie Möglichkeiten für Baugemeinschaften im denkmalgeschützten Altbau wurden in den Architektenentwürfen berücksichtigt.

Im Laufe des Jahres wird ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan dem Gemeinderat vorgelegt. Der Baubeginn ist voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2014.

Das Architekten-Team Malvezzi und Kuehn

Die Architekten Simona Malvezzi und die Brüder Wilfried und Johannes Kuehn gründeten 2001 ihr gemeinsames Berliner Architekturbüro, das sich zu Beginn durch herausragende Museumsarchitektur einen Namen machte.

Die Architektur der Documenta 11 in Kassel, der Flick-Sammlung als Erweiterung des Hamburger Bahnhofs in Berlin, der Lauder Business School in Wien, Museumsbauten in Wien und Frankfurt sowie das Berggruen-Museum in Berlin tragen die Handschrift von Kuehn Malvezzi. Zahlreiche Planungen für Privatpersonen und Investoren, darunter auch das neue Joseph-Pschorr-Haus als Wohn- und Geschäftshaus in München, sowie Publikationen, Ausstellungsteilnahmen und Wettbewerbsgewinne komplettieren das Bild.