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Statistisches Monatsheft mit Analyse zu schweren Verkehrsunfällen und Studie über riskanten Alkoholkonsum

27.02.2013 Verkehr/Mobilität
Das Statistische Amt der Landeshauptstadt stellt in seinem neuen Monatsheft eine "Analyse der schwerwiegenden Verkehrsunfälle in Stuttgart im Jahr 2011" vor. Diese Untersuchung beruht auf der "elektronischen Unfalltypensteckkarte" des Polizeipräsidiums Stuttgart, die in der zentralen Datenbank der Integrierten Verkehrsleitzentrale Stuttgart zentral gespeichert wird.
Insgesamt stieg von 2010 bis 2011 die Zahl der Straßenverkehrsunfälle in Stuttgart von 24 202 auf 25 199 (+ 4,1 Prozent), die der schwerwiegenden Straßenverkehrsunfälle von 4063 auf 4327 (+ 6,5 Prozent). Die Zahl der verunglückten Personen nahm um 6,2 Prozent zu. Der häufigste Unfalltyp (rund ein Drittel) geschah beim Einbiegen sowie an einer Kreuzung. Der Monat mit den meisten schweren Unfällen im Jahr 2011 war der Mai, der Stadtbezirk mit den meisten schweren Unfällen wie schon 2010 Bad Cannstatt. Als unfallträchtigste Straße erwies sich die Heilbronner Straße.

Zweites Hauptthema des Monatshefts ist die Studie "Riskanter Alkoholkonsum bei Stuttgarter Erwachsenen", die das Gesundheitsamt in Verbindung mit der Dualen Hochschule Stuttgart und der Hochschule Weingarten erstellt hat. Datengrundlage ist die Bürgerumfrage 2011, bei der dieses Thema einen der Schwerpunkte bildete. An der Umfrage beteiligten sich 4300 Personen.

Nach der international gängigen Klassifikation (sogenannter Screening-Test-Audit-C) pflegen in Stuttgart 28 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen einen riskanten Alkoholkonsum. Ein riskanter Alkoholkonsum ist freilich nicht mit einer Alkoholabhängigkeit gleichzusetzen. Diese wird anhand internationaler Klassifikationssysteme aufgrund ärztlicher Untersuchung diagnostiziert. Von einer Alkoholabhängigkeit geht man nach bundesweiten Studien bei etwa 3,4 Prozent der Männer und etwa 1,4 Prozent der Frauen aus. Außerdem nehmen die Experten an, dass weitere 6,4 Prozent der Männer sowie 1,9 Prozent der Frauen Alkoholmissbrauch praktizieren.

Bei riskantem Alkoholkonsum können neben einer Suchterkrankung negative Folgen oder Schädigungen entstehen wie Fahruntüchtigkeit im Straßenverkehr oder gesundheitliche Störungen. Ab wann ein Alkoholkonsum als schädlich, riskant oder gefährlich anzusehen ist, wird kontrovers diskutiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von einer Gesundheitsschädlichkeit des Alkoholkonsums beim Konsum von 40 Gramm reinen Alkohols pro Tag bei Männern und von 20 Gramm pro Tag bei Frauen aus. Neuere Erkenntnisse legen eine risikoarme Schwellendosis von 24 Gramm reinen Alkohols pro Tag für Männer und von 12 Gramm pro Tag für Frauen fest. 12 Gramm Alkohol entsprechen etwa 0,3 Liter Bier.

Riskanten Alkoholkonsum in Stuttgart praktizieren am häufigsten Männer unter 30 und über 65 Jahre. Interessanterweise steigt der riskante Alkoholkonsum mit dem sozialen Status. Je höher der Bildungsgrad, desto höhere Anteile an Personen mit riskantem Alkoholkonsum sind festzustellen.

Vergleicht man die Stuttgarter Ergebnisse mit dem Bundesdurchschnitt, fällt auf, dass die Stuttgarter Männer in allen Altersgruppen unter 65 Jahren deutlich seltener einen riskanten Alkoholkonsum pflegen. Bei Männern mit 65 Jahren und älter ist der Anteil etwas höher als im Bundesgebiet.

Bei Frauen zeigen sich in allen Altersgruppen hingegen kaum Unterschiede zwischen Stuttgart und dem Bundesgebiet.

Das Monatsheft 12/2012 ist zum Preis von 4 Euro erhältlich beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de, www.stuttgart.de/statistik-infosystem.