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Auf alten Wandelwegen zur Artenvielfalt auf der Wangener Höhe

15.05.2013 Umwelt
Die Wangener Höhe und die Hänge des Dürrbachtals in Rohracker sind von einem dichten Netz historischer Pflasterwege mit Trockenmauern und Natursteinstaffeln durchzogen. Weitere Teile der so genannten Wandelwege konnten am 15. Mai im Rahmen einer Begehung der Öffentlichkeit übergeben werden. Insgesamt werden bis zum Sommer 14 Kilometer der ehemaligen Wirtschaftswege wieder zugänglich sein.

Das weitläufige Wegesystem mit seinen steilen Natursteinstaffeln und horizontalen Panoramawegen erschließt und vernetzt das Mosaik an feuchten Klingen und trockenen Weinbergen auf der Wangener Höhe mit einer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt. Bei der Offenlegung der alten Wege wurden rund 50 verschiedene Moosarten und seltene Farne, wie beispielsweise der Schwarze Streifenfarn entdeckt.

In einer weiteren Projektphase sollen vor allem die als Biotope geschützten Trockenmauern entlang der Wandelwege instand gesetzt und damit wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna, wie etwa Eidechsen und Wildbienen wieder hergestellt werden. Private Eigentümer werden derzeit vom Amt für Umweltschutz angeschrieben und erhalten einen Zuschuss für die Restaurierung der Trockenmauern an den Wandelwegen.

Auf der Wangener Höhe bieten neben den traditionell bewirtschafteten, strukturreichen Weinbergen die daraus hervorgegangenen Obstgärten mit Trockenmauern, Staffeln, Brachen, Böschungen, Hecken, mit feuchten und trockenen Zonen vielfältige Lebensräume. Eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt mit zum Teil seltenen, schutzbedürftigen Arten hat hier ein Rückzugsgebiet in der Großstadt gefunden. Da viele Biotope nur noch kleine Inseln bilden, müssen sie wieder miteinander vernetzt werden.

Ziele des zusammen mit dem Tiefbauamt umgesetzten Projekts sind die Verbesserung der fußläufigen Erschließung der Wangener Höhe zur naturnahen Erholungsnutzung und der Erhalt und die Aufwertung der verfallenden Natursteinstrukturen.

Ein Faltblatt mit Wanderkarte ist bei den Bezirksämtern in Wangen und Hedelfingen sowie im Rathaus, im i-Punkt, beim Stadtmessungsamt und beim Amt für Umweltschutz erhältlich.

Dr. Martin Nebel, rennomierter Moosexperte, und Inge Maas, Landschaftsökologin, deuten auf einen der seltenen Farne, die in den Ökonischen am Rande der Wandelwege wachsen. FoVergrößern
Dr. Martin Nebel, rennomierter Moosexperte, und Inge Maas, Landschaftsökologin, deuten auf einen der seltenen Farne, die in den Ökonischen am Rande der Wandelwege wachsen. Fo

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