Presse
  •  

Initiative SoFi - Mehr Freiheit für Pflegebedürftige

11.06.2013 Soziales
"SoFi", die Abkürzung für "Stuttgart ohne Fixierung", ist eine Initiative, die der steigenden Anzahl von freiheitsentziehenden Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen entgegen wirken will.

Die Initiatoren sind die Amtsgerichte Stuttgart und Stuttgart-Bad Cannstatt, die Betreuungsbehörde, die Heimaufsicht, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) und Vertreter Stuttgarter Pflegeeinrichtungen.

In einer Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 20. Juni, 16 bis 18 Uhr im Amtsgericht Stuttgart, Fritz-Bauer-Saal, Hauffstraße 5, werden Angehörige, gesetzliche Vertreter und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen über die aktuelle Rechtslage und Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen informiert. Die Teilnahme ist kostenlos.

Um freiheitsentziehende Maßnahmen handelt es sich dann, wenn einem Bewohner oder einer Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung durch mechanische Vorrichtungen, wie Bauchgurt oder Bettgitter, beruhigenden Medikamenten oder auf andere Weise über einem längeren Zeitraum oder regelmäßig die Freiheit entzogen wird.

Diese werden häufig mit einer Fürsorgepflicht für verwirrte Menschen begründet. Die Pflegebedürftigen sollen sich nicht selbst in Gefahr bringen können und damit vor Verletzungen geschützt werden.

Weniger Verfahren

Die Maßnahmen greifen erheblich in die grundgesetzlich geschützte Bewegungsfreiheit, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit eines Menschen ein. Gesetzliche Betreuer oder Bevollmächtigte müssen diese vom zuständigen Amtsgericht genehmigen lassen.

Künftig sollen Verfahrenspfleger mit Erfahrungen in der Alten- und Krankenpflege die Interessen der Betroffenen in diesen Verfahren wahrnehmen und ihnen zur Seite stehen.

Zusammen mit den Betroffenen, den Angehörigen, den Antragstellern (Betreuer/Bevollmächtigte) und den Pflegekräften sollen Alternativen zur Fixierung oder anderer freiheitsentziehender Maßnahmen erarbeitet werden. Ziel der beteiligten Institutionen ist, die Zahl der genehmigungspflichtigen Maßnahmen deutlich zu reduzieren.

Anmeldung bis 18. Juni unter Telefon 921-3434 oder per E-Mail Bihlmaier@AGStuttgart.justiz.bwl.de.

Verwandte Themen