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Einwanderungsgesellschaft und Stadtgedächtnis

18.06.2013 Internationales
Der diesjährige Südwestdeutsche Archivtag wird am 21. und 22. Juni in Stuttgart ausgerichtet.

Bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung "Einwanderungsgesellschaft und Stadtgedächtnis" am Freitag, 21. Juni, um 19.30 Uhr im Stadtarchiv, Bellingweg 21, findet ein Podiumsgespräch mit Zeitzeugen der Stuttgarter Einwanderungsgeschichte statt.

Gari Pavkovic, Leiter der Stabsabteilung Integration, führt in das Thema ein. Anna Koktsidou von SWR International übernimmt die Moderation.

Über 100 Fachleute aus Archiven und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen werden sich am 21. und 22. Juni auf einer internationalen Tagung in Stuttgart mit Fragen der Dokumentation der modernen Einwanderungsgeschichte sowie den Grundlagen und Voraussetzungen für ihre Erforschung beschäftigen.

Stuttgart mit einem hohen Anteil an Bürgerinnen und Bürgern mit sogenanntem Migrationshintergrund und einer mehrfach ausgezeichneten Integrationsarbeit ist hierzu ein besonders geeigneter Tagungsort.

Herausforderungen wie Chancen von Migration lassen sich ohne Kenntnis geschichtlicher Zusammenhänge kaum sinnvoll behandeln. Zu Recht haben sich kulturelle und Gedächtnisinstitutionen diesem hochaktuellen Thema zugewandt.

Blick über den Zaun

Die Archive als öffentliche Wissensspeicher sehen sich in besonderer Weise gefordert, sind sie doch gesetzlich zur Übernahme, dauerhaften Sicherung und Nutzbarmachung digitaler wie analoger Unterlagen von bleibendem Wert verpflichtet.

Doch wie können Wanderungsprozesse abgebildet und die gesellschaftlichen Realitäten eines Einwanderungslandes dokumentiert werden? Wie können die Archive das Erbe der Migranten und ihrer Vereinigungen sichern?

Die Tagung versammelt Archivarinnen und Archivare aller Sparten aus Südwestdeutschland und dem benachbarten Ausland. Neben der Präsentation von "best-practice"-Beispielen steht - in mehrfacher Hinsicht - der Blick über den Zaun: National, indem die Erfahrungen französischer Archivkollegen eingebracht werden, und fachlich, wenn nach dem Umgang mit Migration in verwandten Einrichtungen wie Museen gefragt wird.


Was passiert in Österreich?

Auf einem von dem Journalisten Rainer Nübling moderierten Podium diskutieren daher deutsche und österreichische Migrationsforscher ihre Erfahrungen mit Archiven und ihre Erwartungen.

Mit Spannung erwarten die Fachleute den Beitrag von Dr. Bettina Severin-Barbouti, die an einer vergleichenden Studie zur Migration in Lyon und Stuttgart arbeitet.

Schließlich gehören zum Programm auch Beiträge zur Förderung interkultureller Kompetenz in den Archiven.

Die Fachtagung findet am Samstag, 22. Juni, von 9 bis 17 Uhr statt. Eine spontane Anmeldung vor Ort ist möglich.

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