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Erste Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung

18.06.2013 Aktuelles
Als Bestandteil des Zensus 2011 wurde die Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) durchgeführt. Das Ergebnis: Laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg existierten am Zensusstichtag (9. Mai 2011) in Stuttgart 73 784 Wohngebäude (ohne Wohnheime).

In der laufenden jährlichen Bautätigkeitsfortschreibung ging man bislang von einem Bestand von rund 73 400 Wohngebäuden (Mittelwert der Jahresstände 2010 und 2011) in Stuttgart aus.

Beide Zahlen unterscheiden sich also nur marginal (0,5 Prozent mehr Wohngebäude als bislang angenommen).

Die Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden (ohne Wohnheime) und in sonstigen Wohngebäuden (bislang als Nichtwohngebäude bezeichnet) wird laut Zensus 2011 zum Erhebungsstichtag mit 293 920 Wohnungen angegeben.

Die bisher durch die Bautätigkeitsfortschreibung ermittelte Zahl belief sich auf 298 900 Wohnungen (Mittelwert der Jahresstände 2010 und 2011). Es ist also davon auszugehen, dass in Stuttgart tatsächlich zum Stand des Zensus rund 5000 Wohnungen weniger existierten (minus 1,7 Prozent) als bislang angenommen.

Genauere Daten erst 2014

Diese Untererfassung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen, dass bei der Bautätigkeitsfortschreibung nur meldepflichtige Bautätigkeiten erfasst werden können.

Wohnungszusammenlegungen oder Umwidmungen von Wohnraum in gewerblich genutztem Raum sind aber teilweise nicht meldepflichtig.

"Allerdings sind diese Zensusergebnisse noch mit Vorsicht zu interpretieren", so Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amtes.

"Denn bei der weiteren Aufbereitung der Zensusdaten bis Anfang 2014 werden die jetzt vorliegenden GWZ-Daten voraussichtlich noch einmal korrigiert. Aus diesem Grund, aber auch weil die ersten GWZ-Daten nur die Angebotsseite des Wohnungsmarkts abbilden, ist eine Neubewertung der Situation des Stuttgarter Wohnungsmarkts nur auf dieser Basis nicht ausreichend möglich", betont Schwarz.

"Bei einer Wohnungsmarktbetrachtung muss auch die Nachfrageseite, also die Haushalte in einer Stadt, in die Betrachtung mit einfließen. Zahl und Struktur der Haushalte werden aber erst im Zuge der weiteren Aufbereitung des Zensus ermittelt und Anfang 2014 vorliegen."

Knapp vier Prozent stehen leer

Die Ermittlung der leer stehenden Wohnungen erfolgt in der amtlichen Statistik ausschließlich im Rahmen von Volkszählungen. Laut Ergebnis der GWZ 2011 standen in Stuttgart (ohne Wohnheime) zum Zensusstichtag (9. Mai 2011) 11 408 Wohnungen leer. Das entspricht einer Leerstandsquote von 3,9 Prozent (Baden-Württemberg: 4,1 Prozent, Deutschland: 4,5 Prozent).

In der Zahl von 11 408 leerstehenden Wohnungen zum Zensusstichtag ist nach Interpretation des Statistischen Amtes sowohl der gewollte Leerstand als auch der Leerstand, der im Zuge eines Mieterwechsels oder durch Renovierungs- oder Umbauarbeiten (Fluktuationsreserve) entsteht, enthalten.

Geht man von einer permanenten Fluktuationsreserve von zwei bis drei Prozent auf dem Wohnungsmarkt aus, was bei einer Zahl von rund 50 000 Wohnungswechseln in der Stadt pro Jahr realistisch ist, wäre der Anteil des gewollten Leerstands in Stuttgart ungefähr mit einem bis zwei Prozent zu beziffern.

"Dies ist eine erwartbare Quote bei einem Wohnungsmarkt mit hoher Nachfrage", so Thomas Schwarz.