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Gemeinderat beschließt innovatives Projekt Navigar zur intelligenten Verkehrssteuerung - Teil des Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart"

25.07.2013 Verkehr/Mobilität
Der Gemeinderat der Landeshauptstadt hat in seiner Sitzung am 24. Juli beschlossen, das Projekt Navigar mit 145 600 Euro zu fördern. Navigar ist Teil des Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart", den Oberbürgermeister Fritz Kuhn am 23. Juli vorgestellt hat. Das Projekt gehört zum Handlungsfeld 6 "Motorisierter Individualverkehr" des insgesamt neun Handlungsfelder umfassenden Aktionsplans.
Die Abkürzung Navigar steht für "Nachhaltige Verkehrssteuerung mit integrierter Navigation in der Region Stuttgart". Es ist ein innovatives Verfahren, um erstmals situative, lokale Verkehrsinformationen in die Navigationssysteme der privaten Anbieter einzuspeisen. Die Landeshauptstadt Stuttgart gewinnt mit dieser Initiative bundesweit einen Innovationsvorsprung für eine nachhaltige Verkehrssteuerung gegenüber anderen Großstädten.

Ein wichtiger Bestandteil des Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart" sind Maßnahmen, um den Autoverkehr im Talkessel zu verflüssigen, Stau und Schadstoffbelastungen zu verringern sowie den Individualverkehr mit dem ÖPNV zu verknüpfen (intermodale Vernetzung). Dazu kann Navigar einen wertvollen Beitrag leisten. Bisher geben die Navigationssysteme privater Anbieter autarke Routen-empfehlungen für Städte. Die wichtigen Erkenntnisse der Integrierten Verkehrs-leitzentrale Stuttgart (IVLZ) über die tatsächliche aktuelle Verkehrssituation vor Ort und Möglichkeiten der effizienten Verkehrssteuerung werden nicht berücksichtigt. Noch nicht.

Denn die IVLZ sieht Navigar als Chance, die Landeshauptstadt mit den privaten Navigationsgeräten zu verknüpfen. Experten der ITS Baden Württemberg entwickeln in Kooperation mit dem privaten Navigationsanbieter Navigon/Garmin einen Prozess, der es ermöglicht, die Verkehrsempfehlungen der IVLZ in die Navigationsprogramme der privaten Anbieter zu übertragen, um damit das Routing entsprechend der Empfehlungen umzusetzen.

Konkret werden zunächst der Cityring, der NeckarPark und der Bereich B10/B295 Zuffenhausen/Feuerbach betrachtet. Für diese Gebiete werden Szenarien von Verkehrsempfehlungen ausgearbeitet, die an die Navigationssysteme übermittelt werden. Damit ist es zum ersten Mal möglich, die Routenempfehlungen der Navigationssysteme im Stadtgebiet Stuttgart durch Verkehrsempfehlungen der IVLZ zu beeinflussen, um damit auf den Verkehrsablauf und damit auch die Umweltbelastung positiv einzuwirken.

Der Gemeinderat hat nicht nur den Zuschuss beschlossen, sondern auch den Projektantrag Navigar zur Aufnahme in das Förderprojekt "Modellregion Nachhaltig mobile Region Stuttgart" unter maßgeblicher Beteiligung der IVLZ. In der Modellregion für eine nachhaltige Mobilität arbeiten das Land Baden-Württemberg, die Region Stuttgart und die Landeshauptstadt Stuttgart zusammen. Dort können Projektvorschläge zu zukunftsweisenden Mobilitätsprojekten eingereicht werden. Die genehmigten Projekte werden zu 50 Prozent von der Modellregion gefördert. Für die Finanzierung des Projektes Navigar mit einem Gesamtbudget von 636 000 Euro stellt das Land innerhalb der Modellregion eine Fördersumme von 250 000 Euro zur Verfügung. Der Verband Region Stuttgart und der Regionalpräsident haben diesem Projekt bereits zugestimmt.

Projektpartner sind neben der Landeshauptstadt Stuttgart mit der Integrierten Verkehrsleitzentrale das Unternehmen ITS Baden-Württemberg e.V. (mit Mitgliedsunternehmen TCP International GmbH), die Universität Stuttgart mit dem Institut für Straßen- und Verkehrswesen, Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik, sowie als Industriepartner Garmin Würzburg GmbH, PTV AG und die Siemens AG.

Weitere Informationen: OB Kuhn legt Aktionsplan Nachhaltig mobil in Stuttgart vor


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