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Interaktive Stele zum Thema "Regenerative Energien in der Landeshauptstadt" vorgestellt

15.08.2013 Umwelt
Matthias Hahn, Bürgermeister für Städtebau und Umweltschutz, hat am Donnerstag, 15. August, im Foyer des Stuttgarter Rathauses eine interaktive Stele zum Thema "Regenerative Energien in der Landeshauptstadt" vorgestellt.

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz" war die Landeshauptstadt für ihr stadtinternes Contracting ausgezeichnet worden. Mit dem Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro wurde die Stele eingerichtet.

Klimaschutz wird greifbar

"Mit der Stele - platziert an prominenter Stelle im Rathausfoyer - wollen wir die Bevölkerung auf die Anstrengungen der Landeshauptstadt im Energiebereich aufmerksam machen", so Umweltbürgermeister Hahn. Auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm wird angezeigt, in welchen städtischen Liegenschaften regenerative Energien zum Einsatz kommen. Damit wird der Klimaschutz auch für Schülerinnen und Schüler greifbar.

Erneuerbare Energien steigern

"Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent zu steigern", erläutert Matthias Hahn zum Hintergrund der Stele. Als Startseite erscheint auf dem Bildschirm der Stele die Gebietskarte von Stuttgart. Die städtischen Liegenschaften mit regenerativen Energien sind durch Symbole auf der Karte gekennzeichnet. Die unterschiedlich gestalteten Symbole geben bereits Auskunft, welche Arten von regenerativer Energie im jeweiligen Gebäude genutzt werden.

Fünf Beispiele

Durch berühren der Symbole erscheint eine Beschreibung des Gebäudes und der Anlage (zum Beispiel Photovoltaik-Anlage auf dem Dach), außerdem öffnet sich eine Bildergalerie. Zum Einweihungstermin werden vorerst fünf Beispielobjekte gezeigt. In nächster Zeit werden die anderen Liegenschaften mit Bildern und Text ergänzt.

Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke

Momentan liegt die Stadt bei ihren eigenen Liegenschaften im Wärmebereich bei 7,5 Prozent, im Strombereich bei 6,1 Prozent, wobei seit 2012 beim Strombezug der Anteil bei 100 Prozent liegt. Im Wärmebereich wurden thermische Solaranlagen, Wärmepumpen auf Basis von Umweltwärme, Holzheizungen und mit Klärgas betriebene Blockheizkraftwerke realisiert. Der erneuerbare Strom stammt aus Photovoltaikanlagen und den mit Klärgas betriebenen Blockheizkraftwerken. Insgesamt werden in 50 städtischen Liegenschaften regenerative Energien genutzt.

Energiedaten der Landeshauptstadt

Die elf städtischen Photovoltaikanlagen produzieren 260 Megawattstunden Strom pro Jahr. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 52 Vier-Personen-Haushalten im Jahr. Die 16 thermischen Solaranlagen (sechs Solarabsorber und zehn Solarkollektoren) liefern 1300 Megawattstunden Wärme pro Jahr. 14 Holzheizungen (vier Holzhackschnitzel- und zehn Holzpelletanlagen) produzieren 9200 Megawattstunden Wärme pro Jahr. Sechs Wärmepumpen liefern 2200 Megawattstunden pro Jahr. 17 Blockheizkraftwerke (13 mit Gas, vier mit Klärgas betrieben) erzeugen 26 000 Megawattstunden Wärme und 23 000 Megawattstunden Strom pro Jahr.

Stadtinternes Contracting

Der finanzielle Engpass verhindert oft, dass sinnvolle und notwendige Investitionen zum Energiesparen kurzfristig getätigt werden können. Für die Finanzierung derartiger Maßnahmen wurde in Stuttgart 1995 gemeinsam mit der Stadtkämmerei das Modell des stadtinternen Contractings entwickelt und seither erfolgreich betrieben. Das Amt für Umweltschutz finanziert dabei wirtschaftliche Investitionen zur Energie- und Wassereinsparung vor. Die erzielten Einsparungen fließen so lange an das Amt zurück, bis die jeweilige Investition abbezahlt ist. Das Amt für Umweltschutz gewährt also ein zweckgebundenes, zinsloses Darlehen an das Fachamt.
Über 300 Einzelprojekte sind bereits realisiert. Die Größenordnungen der Projekte reichen von wenigen Tausend Euro bei der Erneuerung von Beleuchtungen oder Verbesserungen der Regeltechnik bis zu mehreren Hunderttausend Euro zur Dämmung von Dächern oder zum Bau von Holzheizungen oder Blockheizkraftwerken.


Hinweis für die Redaktionen:
Ansprechpartner für Fragen: Amt für Umweltschutz, Dr. Jürgen Görres, Telefon 0711/216-88668.