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Fest im Wilhelmspalais: Blick in die Zukunft des Stadtmuseums

06.09.2013 Kultur
Der Startschuss für die Planung fiel bereits 2007. Ende 2013 beginnt der Umbau, 2016 soll Eröffnung sein.

Das künftige Stadtmuseum im Wilhelmspalais will die Vergangenheit und Gegenwart der Landeshauptstadt beleuchten und ein Forum für die Diskussion der städtischen Zukunft bieten. "Unsere Planungen für die ständige Ausstellung des Museums sind schon so weit fortgeschritten, dass wir gemeinsam mit neugierigen Besuchern am 13. und 14. September einen Blick in die Zukunft des Stadtmuseums werfen wollen", informiert Anja Dauschek, Leiterin des Planungsstabs Stadtmuseum Stuttgart.

Großes Fest

Das Ende der gelungenen Zwischennutzung begehen die Wagenhallen unter aktiver Mitwirkung des Stadtmuseums mit einem großen Fest - 48 Stunden Willis Kunstshow. Gemeinsam mit Markus Speidel, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Verantwortlicher für das Ausstellungskonzept und den Umbau des Wilhelmspalais, wird die künftige Leiterin des Museums an beiden Tagen durch das Wilhelmspalais führen. "Wir wagen mit unseren Führungen ein kleines Experiment", so Markus Speidel. "Denn im Gebäude selbst gibt es noch nicht viel zu sehen. Die Zuschauer müssen sich daher auf eine gedankliche Reise zum einen in die Zukunft des Museums und gleichzeitig in die Vergangenheit einlassen. Das wird spannend.

Begleitet werden die beiden Museumsmacher von Götz Scheyder. Der Musiker und Sprecher schlüpft in die Rollen von bekannten und unbekannten Stuttgartern und erweckt so wichtige historische Personen und Ereignisse zu neuem Leben. Die Führungen finden am Freitag, 13. September, um 19 und 21 Uhr sowie am 14. September um 15, 17, 19 und 21 Uhr statt. Treffpunkt ist am Fuß der Treppe im Gebäude. Die Teilnehmerzahl pro Führung ist begrenzt, eine Voranmeldung ist nicht möglich.

Bambus-Bau-Aktion

Parallel laden die Architekturpädagogen Anna Bauregger und Andreas Ernstberger im Namen des Stadtmuseums zu einer Bambus-Bau-Aktion ein. Mittels des vielseitig einsetzbaren Baumaterials zeigen Bauregger und Ernstberger, welche Transformationsmöglichkeiten Baukonstruktionen bieten. "Architektur und gebaute Geschichte stehen neben der Stadtgeschichte im Fokus des geplanten Stadtmuseums", erklärt Anja Dauschek. "Folgerichtig verweisen wir mit dieser Aktion auf einen unserer künftigen Schwerpunkte. Darüber hinaus zeigt die Aktion den gestalterischen Spielraum von Architektur. Sie verdeutlicht die Transformationsmöglichkeiten von Gebäuden auf baulicher sowie funktioneller Ebene und versinnbildlicht damit wunderbar die aktuelle und vergangene Situation des Wilhelmpalais.

Stadtlanschaften

Bereits seit dem 30. August zeigt Fotograf Florian Tiedje in Kooperation mit dem Stadtmuseum Stuttgart seine fotografischen Werke in der Ausstellung "Im Spiel als Wahl" im Treppenhaus des Wilhelmspalais. Der gebürtige Stuttgarter und Enkel von Prof. Wilhelm Tiedje, beobachtet in seinen Arbeiten Veränderungen und Bewegungen von Landschaften - wozu er auch Stadtlandschaften zählt. Wilhelm Tiedje entwarf den Wiederaufbau des Wilhelmspalais als Stadtbücherei 1961 bis 1965. "Die Zusammenarbeit mit Florian Tiedje ist für das Museum in zweierlei Hinsicht besonders fruchtbar", erklärt Anja Dauschek. "Als Enkel des Architekten ist Florian Tiedje ein wichtiges Bindeglied in der Geschichte Stuttgarts. Er beobachtet in seinen Arbeiten die Veränderungen in (Stadt-)landschaften, was die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bildhaft zur Sprache bringt. Genau dieser Zusammenhang ist auch für das Stadtmuseum ein zentraler Aspekt.

Information:

Das Stadtmuseum Stuttgart erzählt Stadtgeschichte(n) und vertieft Fragen der Architektur und Stadtplanung. Seit 2011 ist das "Stadtlabor" in der Kriegsbergstraße 30 aktiv, das Stuttgarter Baukultur mit Kindern und Jugendlichen erkundet. Ab 2016 wird das "Stadtlabor" dann Teil des Stadtmuseums sein. Dazu gehören außerdem das Museum Hegel-Haus, das städtische Lapidarium, das Stadtmuseum Bad Cannstatt, das Heimatmuseum Möhringen und das Heimatmuseum Plieningen. Weitere Informationen sind im Internet unter www.stadtmuseum-stuttgart.de abrufbar.