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Tag des hellen Hautkrebses - häufigste Krebsart in Deutschland

11.09.2013 Gesundheit
"Unsere Haut ist wie ein Weißbrot im Toaster" - warnt die Kampagne der Europäischen Hautkrebsstiftung, die die Menschen gegenüber dem hellen Hautkrebs sensibilisieren will.

Mit jährlich 200 000 Neuerkrankungen in Deutschland gehört Hautkrebs zur häufigsten Krebsart. Die meisten Menschen kennen nur den schwarzen Hautkrebs, das Wissen um den hellen, weißen Hautkrebs ist gering. Um dem entgegenzuwirken, gibt es seit 2011 alljährlich europaweit den Tag des hellen Hautkrebses, der dieses Jahr am Freitag, 13. September, stattfindet. Die Initiative der European Skin Foundation will aufklären und für Prävention sorgen.

"Sonnenkonto"

Für Experten ist der helle Hautkrebs ein Zeichen für ein volles "Sonnenkonto". Ein Mensch, der sein Leben lang häufig ohne Schutz in der Sonne war, hat ein erhöhtes Risiko an hellem Hautkrebs zu erkranken. Als Auslöser werden ultraviolette UV-Strahlen angesehen, die das Erbgut der Hautzellen schädigen. Der Körper kann diese Schäden bis zu einem gewissen Maß reparieren, wenn jedoch die Haut den UV-Strahlen zu intensiv und zu lange ausgesetzt ist, können Krebszellen entstehen.

Zunehmend jüngere Patienten

Bevorzugt treten Hautveränderungen auf den "Sonnenterassen" Stirn, Wangen, Nase, Ohren, Glatze oder auf den Unterarmen auf. Meist zeigt sich der helle Hautkrebs in höherem Alter ab 50 Jahren. Aufgrund eines veränderten Freizeitverhaltens gibt es auch zunehmend jüngere Patienten.

Verschiedene Erscheinungsformen

Generell kann der helle Hautkrebs in verschiedenen Erscheinungsformen und unterschiedlicher Bösartigkeit auftreten: Dabei gelten die sogenannten Aktinischen Keratosen als Frühformen, die sich über lange Zeit als kleine gerötete Hautveränderungen mit rauer, schuppend-horniger Oberfläche auf der Haut zeigen können. Die sogenannten Basaliome haben häufig eine knotige, wachsgelbe bis grau-rötliche Hautoberfläche mit kleinen Gefäßeinsprießungen bis hin zu geschwürähnlichen nässenden Oberflächen. Spinaliome, sogenannte Stachelzellkrebszellen, bilden weitere Absiedlungen im Körper. In jedem Fall empfiehlt es sich, bei schlecht oder nicht heilenden Hautveränderungen den Haus- oder Hautarzt zu Rate zu ziehen. Wird der helle Hautkrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Meist ist eine vollständige Heilung möglich. Die Diagnose stellt der Facharzt durch Ansehen und Tasten, gegebenenfalls mit Hilfe eines Auflichtmikroskops. Im Zweifelsfall kann auch eine kleine Hautprobe im Labor die Diagnose abklären.

Hautkrebsvorsorge als Regelleistung

In Deutschland arbeiten zirka drei Millionen Menschen beruflich bedingt im Freien. Dazu gehören Land- und Forstwirte, Beschäftigte im Garten- und Straßenbau, Baugewerbe oder in der Seefahrt. Rund eine halbe Millionen Menschen sind berufsbedingt künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt, die beim Arbeiten mit offenen Flammen, beim Schweißen oder Lackhärten entstehen.

Deutschland ist bislang das einzige Land, das eine Hautkrebsvorsorge als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen anbietet. Für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr ist das Hautkrebsscreening alle zwei Jahre kostenlos, einige Kassen erstatten die Untersuchung auch jährlich und in jüngeren Lebensjahren. Sowohl Haut- als auch Hausärzte bieten die Untersuchung an.

"4-H-Regel"

Kinder unter drei Jahren sollten sich generell nicht direkt in der Sonne aufhalten. Ist man der Sonneneinstrahlung längere Zeit ausgesetzt gilt die "4-H-Regel", die das Tragen von Hemd, Hose, Hut und das Auftragen von hohem Lichtschutz als Maßnahme gegenüber UVA und UVB-Strahlung empfiehlt. Sofern die Haut bereits Lichtschäden hat, sollte ein Lichtschutz mit Faktor 50 verwendet werden. Weitere Informationen zum Thema Hautkrebs sind unter www.derma.de, www.hautkrebs.com, www.weisser-hautkrebs.de, oder unter www.hautkrebs.register.de/hautkrebsinfo abrufbar.