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OB Kuhn schlägt Willkommenszentrum für Neubürger vor

11.09.2013 Aktuelles
Stuttgart will ein Willkommenszentrum für neu zugezogene Bürgerinnen und Bürger aus aller Welt einrichten.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn schlägt dazu dem Gemeinderat vor, dass im ersten Halbjahr 2014 in einem Pilotprojekt eine zentrale Servicestelle im Stadtzentrum aufgebaut wird. Dort können Neubürger notwendige Erstinformationen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Landeshauptstadt bekommen. "Stuttgart ist als eine weltoffene und kulturell vielfältige Stadt sehr attraktiv für seine Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Menschen, die neu in unsere Stadt kommen. Diese Attraktivität wollen wir stärken", sagte Kuhn am Mittwoch, 11. September.

Fachkräfte gewinnen

Eine zunehmende Herausforderung sei es, die notwendigen Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, die zur dauerhaften Sicherung des Standorts Stuttgart als Wirtschaftszentrum und als sozial gerechte Stadt benötigt werden. Dabei gehe es u.a. um Fachleute in technischen Berufen, aber auch um Erzieherinnen und Pflegekräfte. OB Kuhn erklärte: "Insbesondere Studierende und Arbeitskräfte aus dem Ausland benötigen in der ersten Phase ihrer Integration umfassende Informationen und Hilfen, die ihnen das Ankommen und Wohlfühlen in unserer Stadt erleichtern."

In den Arbeitsmarkt integrieren

Im ersten Halbjahr 2013 kamen bereits rund 5.300 Zuwanderer aus EU-Staaten nach Stuttgart. Von den ausländischen Studierenden an Stuttgarter Hochschulen haben über 5.000 ihre Hochschulberechtigung im Ausland erworben. "Diese neuen Mitbürger und die künftigen Fachkräfte gilt es in unseren Arbeitsmarkt zu vermitteln", so OB Kuhn. Dies sei auch leichter, als Ingenieure oder Pflegekräfte anzuwerben, die ihre Ausbildung im Ausland abgeschlossen haben. Bei Bedarf wird die Einrichtung auch deutschen Neubürgern Beratung anbieten.

Gemeinschaftsprojekt

Das Willkommenszentrum ist als ein Gemeinschaftsprojekt angelegt: Verschiedene Stabsstellen und Fachämter der Stadtverwaltung sollen eng mit den Migrationsdiensten der freien Wohlfahrtspflege, mit der Wirtschaft sowie Vereinen und Verbänden zusammenarbeiten. Für die Erstberatung sind wenige neue Personalstellen erforderlich, die in der Pilotphase von drei Jahren durch externe Kooperationspartner finanziert werden. Entsprechende Vorgespräche, bei denen eine große Bereitschaft seitens der angefragten Partner deutlich wurde, haben bereits stattgefunden.

Bei uns willkommen

Für die Raumkosten sind 50.000 Euro jährlich aus dem städtischen Haushalt angesetzt. Eine geeignete Örtlichkeit in zentraler Innenstadtlage wird noch gesucht. OB Kuhn wirbt beim Gemeinderat um die Zustimmung für dieses Projekt: "Neu-Stuttgarter und -Stuttgarterinnen sollen durch diesen Bürgerservice erfahren, dass sie bei uns willkommen sind." Wichtig sei dabei nicht nur eine qualitative Beratung in den städtischen Ämtern, sondern auch die Information über die vielfältigen Angebote der Bürgervereine und Stadtteilzentren. Kuhn fügte hinzu: "Integration gelingt am besten über persönliche Kontakte und gemeinsame Aktivitäten - egal, ob man aus Bremen oder Barcelona nach Stuttgart zieht. Und wer als Neubürger herzlich angenommen wird, übernimmt auch eher Verantwortung für ein gutes Miteinander."

Das Vorhaben wird in den Internationalen Ausschuss und den Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen eingebracht und danach im Verwaltungsausschuss zur Beschlussfassung vorgelegt.