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Korrektur - Stadt berät Menschen mit Hörbehinderungen

18.09.2013 Soziales
Zum Tag der Gehörlosen am Sonntag, 29. September, macht das Gesundheitsamt auf das spezialisierte Beratungsangebot des Sozialdienstes aufmerksam.
Dort finden Menschen, die gehörlos, schwerhörig oder ertaubt sind, eine Anlaufstelle. Das Beratungsangebot der Sozialpädagoginnen umfasst schwerbehindertenspezifische, persönliche Themen sowie Hilfen bei finanziellen Problemen. Unterstützung wird auch bei schriftlichen Angelegenheiten angeboten. Die Sozialpädagoginnen verfügen über viel Erfahrung in der Kommunikation mit Hörgeschädigten und können sich auch in Gebärdensprache verständigen. Sie bieten Gespräche im Büro oder im häuslichen Umfeld an.

Das Beratungsangebot kann auch von gehörlosen Eltern mit hörenden Kindern in Anspruch genommen werden. Die Lebenssituation dieser Familien ist zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, weil sie im innerfamiliären Spannungsfeld zweier Welten leben, in der Welt der Gehörlosen und in der Welt der Hörenden.

Die Kinder werden in Fachkreisen KODA (Kids of deaf adults) genannt. Sie werden meist schon in frühester Kindheit von den Eltern und dem hörenden Umfeld als Bindeglied zwischen den beiden Welten eingesetzt. Eine Auswirkung davon kann sein, dass diesen Kinder zum Teil Aufgaben übertragen werden, die oftmals nicht ihrem Alter und ihrer Rolle als Kinder entsprechen. Daraus kann eine Überforderung dieser Kinder und für die Eltern eine schwierige Erziehungssituation resultieren.

Der Sozialdienst unterstützt gehörlose Eltern daher auch bei der Suche und Vermittlung nach geeigneten Angeboten für ihre Kinder. Bei Bedarf ist der Sozialdienst Ansprechpartner im Kontakt mit Kindergarten, Schule, Freizeiteinrichtungen etc. und übernimmt eine Vermittlerfunktion zwischen den beiden "Welten". Dadurch werden Familien entlastet und Hemmschwellen im Umgang mit gehörlosen Menschen abgebaut.

"Menschen mit Hörbehinderung brauchen geeignete Angebote für eine barrierefreie Kommunikation, wie Gebärdensprachdolmetscher, um die Zugänglichkeit zu allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Damit kommen wir den von der UN-Behindertenrechtskonvention formulierten Zielen, Teilhabe, Bildung und Barrierefreiheit, ein Stück näher", so die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer.

Betroffene und Angehörige können hier Kontakt aufnehmen:

Sozialdienst des Gesundheitsamtes: Telefon: 216-59468 (Sekretariat), E-Mail gesundheitsamt@Stuttgart.de, e-Fax : 216-95 59428 oder 216-95 59426 (vorher 216-956516 oder 216-950033).