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EBM Föll: "Null-Toleranz-Politik bei Korruptionsverdacht"

04.11.2013 Aktuelles
Die Märkte Stuttgart GmbH, ein städtisches Beteiligungsunternehmen, hat zwei Marktaufsehern wegen eines konkreten Korruptionsverdachts fristlos gekündigt. Das teilte die Stadt Stuttgart am Montag, 4. November 2013, mit.

Den beiden Männern, die auf sämtlichen Stuttgarter Wochenmärkten tätig waren, wird vorgeworfen, seit Jahren unentgeltliche Vorteile in Form von Naturalien von einzelnen Marktbeschickern angenommen bzw. eingefordert zu haben. Im Gegenzug sollen den Marktbeschickern Vorteile gewährt worden sein, etwa bei der Vergabe von Standplätzen. Marktbeschicker, die den beiden betreffenden Marktaufsehern keine Vorteile gewährt haben, sollen von ihnen benachteiligt worden sein. Dazu liegen der Märkte Stuttgart GmbH umfangreiche Aussagen von betroffenen Marktbeschickern vor.

Kontakt zur Staatsanwaltschaft

Die Stadt hat bereits in der vorigen Woche Kontakt zur Staatsanwaltschaft Stuttgart aufgenommen und wird in dieser Woche der Staatsanwaltschaft den Sachverhalt unterbreiten.

Vorwürfen sofort nachgegangen

Erster Bürgermeister Michael Föll, Aufsichtsratsvorsitzender der Märkte Stuttgart GmbH und zuständig für die städtischen Beteiligungen, erklärte: "Die Stadt verfolgt auch bei ihren Beteiligungsgesellschaften im Falle eines Korruptionsverdachts eine Null-Toleranz-Politik." Axel Heger, Geschäftsführer der Märkte Stuttgart GmbH, hatte nach Bekanntwerden der Verdachtsmomente unverzüglich und im Benehmen mit der Stadt reagiert. Heger: "Als ich davon erfuhr, bin ich den Vorwürfen sofort und persönlich nachgegangen. Leider haben sich die Verdachtsmomente in meinen Gesprächen mit den Marktbeschickern erhärtet." Als Konsequenz daraus wurden umgehend arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet und beiden Marktaufseher fristlos gekündigt. Der Betriebsrat der Märkte Stuttgart GmbH hat den Kündigungen nicht widersprochen. Beide Marktaufseher haben die Kündigung bereits akzeptiert.