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Jugendamt sucht engagierte Frauen und Männer für Vormundschaft

15.11.2013 Soziales
Das Jugendamt sucht engagierte Frauen und Männer, die als Vormund die elterliche Sorge für Kinder übernehmen möchten, deren leibliche Eltern dazu nur bedingt in der Lage sind.

Interessierte Personen, die sich ehrenamtlich einbringen wollen, sind zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Diese findet am Donnerstag, 28. November, um 19 Uhr in Raum EA 04 im Untergeschoss des Jugendamts Stuttgart (Mitte), Wilhelmstraße 3, statt. Um eine Anmeldung bei Carola Nied, Telefon 216-55828 oder-55827, E-Mail carola.nied@stuttgart.de, wird gebeten.

Ein Beispiel

Wie ist die Situation der Kinder, denen geholfen werden soll? Ein Beispiel: Florian (Name geändert) ist zehn Jahre alt und lebt seit einem Jahr in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung. Seinen Vater hat Florian nie richtig kennengelernt, der Junge lebte bei seiner Mutter. Doch allein für ihren Sohn zu sorgen und darauf zu achten, dass es ihm gut geht, überforderte sie. Sie flüchtete in den Alkohol. Und Florian? Der schwänzte die Schule, spielte lieber am Computer oder sah fern, war schließlich sogar für einige Tage allein und unbeaufsichtigt zu Hause.

Als Vormund oder Pfleger

Wenn Eltern wie Florians Mutter aufgrund von Krankheit, Abwesenheit oder Erziehungsunfähigkeit die Verantwortung für ihr Kind und die gesetzliche Vertretung nicht sicherstellen können, bestellt das Familiengericht einen Vormund oder Pfleger, der die Verantwortung für den Sprössling übernimmt und Entscheidungen trifft.

Jeder Erwachsene

Unter gewissen Voraussetzungen kann diese Aufgabe jeder Erwachsene übernehmen und als Einzelvormund dafür sorgen, dass es den Kindern und Jugendlichen gut geht. Genauso wünscht es auch der Gesetzgeber. Natürliche Personen, Familienangehörige oder ehrenamtlich Tätige sollen laut Gesetz für das Mündel sorgen und es vertreten.

Für den Zehnjährigen und rund 240 weitere Kinder hat derzeit jedoch erst einmal das Jugendamt Stuttgart von Amts wegen die Vormundschaft, denn ein Einzelvormund aus dem familiären Umfeld, dem Bekanntenkreis oder eine außenstehende Person fand sich bisher nicht.

Engagement und Verantwortungsbewusstsein wichtig

Für Kinder wie Florian sucht das Jugendamt engagierte und verantwortungsvolle Männer oder Frauen, die die elterliche Sorge übernehmen und als Ratgeber fungieren möchten. Männer und Frauen, die sich für dieses Ehrenamt interessieren, sollten volljährig sein und in gesicherten finanziellen Verhältnissen leben. Nach Überprüfung der beruflichen und familiären Verhältnisse trifft das Familiengericht die abschließende Entscheidung über die Bestellung des Vormunds.

Eltern haben Rechte und Pflichten. Wenn sie diese nicht wahrnehmen können, entscheidet ein Vormund beispielsweise, welche Schule sein Schützling besuchen soll. Auch unterzeichnet er den Ausbildungsvertrag oder gibt im Ernstfall die Einwilligung zu einer Operation. Einzelvormünder halten Kontakt zwischen dem Minderjährigen, den Pflegeeltern oder Heimerzieherinnen, zwischen Schule, Jugendamt und anderen Behörden.

Menschen mit Herz gesucht

Es ist gewünscht, den Kindern und Jugendlichen jemanden zur Seite zu stellen, der ihre Interessen wahrnimmt. Dafür werden Menschen mit Herz gesucht. Und sollte es Fragen, Probleme und schwierige Entscheidungen geben, hilft das Jugendamt weiter, gibt Rat und Unterstützung. Darüber hinaus sind Schulungen und regelmäßige Treffen der Einzelvormünder zum Erfahrungsaustausch geplant.

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