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Weg wird nach Helga Feddersen benannt

20.11.2013 Personalien
Der Verwaltungsausschuss hat beschlossen, einen bisher namenlosen Weg im Hallschlag zwischen der Straße "Am Römerkastell" und der Düsseldorfer Straße nach der Schauspielerin Helga Feddersen (1930 bis 1990) zu benennen. Ihr Grab ist auf dem nahe gelegenen Steigfriedhof.

Im Rahmen des Projekts "Soziale Stadt Hallschlag" wurde vorgeschlagen, den namenlosen Weg zu benennen. Bei einer Bürgerbeteiligung mit Preisausschreiben wurde Helga Feddersen als Namensgeberin ausgewählt. Der Bezirksbeirat Bad Cannstatt hat dem zugestimmt. Die Flächen befinden sich vollständig im Eigentum der Stadt. Es müssen keine Adressen geändert werden.

In Film, Funk und Fernsehen

Helga Feddersen wurde am 14. März 1930 in Hamburg geboren. Nach ihrer schulischen Ausbildung besuchte die Tochter eines Seemannsausrüsters von 1948 bis 1950 die Schauspielschule. Nach verschiedenen Engagements an Hamburger Theatern und einer Bühne in Gelsenkirchen endete ihre Berufslaufbahn zunächst 1955, als sie sich einer Tumoroperation an der Ohrspeicheldrüse unterziehen musste. Als Folge blieb eine Gesichtslähmung zurück. 1957 wagte sie einen Neuanfang und wurde Regieassistentin und Souffleuse beim NDR. Danach folgten weitere Auftritte in Film, Funk und Fernsehen. 1966 wurde sie im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg engagiert. 1962 heiratete Helga Feddersen den früheren NDR-Dramaturgen Götz Kozuszek, mit dem sie bis zu dessen Tod 1985 zusammenblieb. Er erkannte als erster ihr schriftstellerisches Talent. Von 1967 an schrieb er mit ihr eine große Zahl erfolgreicher Drehbücher für das Fernsehen.

Hang zur "Blödelei"

Ihren Hang zur "Blödelei" lebte Helga Feddersen von 1972 an in ihrer Zusammenarbeit mit Didi Hallervorden aus. 1975 wurde sie durch ihre Rolle als Else Tetzlaff in der Serie "Ein Herz und eine Seele" einem breiten Publikum bekannt. Als Ulknudel landete sie zusammen mit Dieter Hallervorden auch musikalisch einen Erfolg mit dem Titel "Die Wanne ist voll", einer Parodie auf ein Lied aus dem Film "Grease". 1983 eröffnete sie zusammen mit ihrem Freund und späteren Lebensgefährten Olli Maier in Hamburg das Theater am Holstenwall. Dort spielte sie über 400 Mal die Rolle der "Perle Anna" und machte so ihr Theater über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt. Es geriet jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und musste schließlich 1989 Konkurs anmelden.

Lange Pause

Grund dafür war, dass Helga Feddersen im Januar 1987 an einem bösartigen Tumor hinter dem rechten Auge erkrankte. Nach der notwendigen Operation konnte sie lange nicht mehr auftreten. Mitte Juni 1990 musste sie sich erneut einer Tumoroperation unterziehen. Im Sommer 1990 löste sie in Hamburg ihren Haushalt auf und zog mit ihrem Lebensgefährten in ihr Bauernhaus auf der Insel Föhr. Von ihrem Krebsleiden erholte sie sich nicht mehr. Am 24. November 1990 starb sie. Einige Tage zuvor hatte sie noch ihren Lebensgefährten Olli Maier geheiratet. Dessen Elternhaus befand sich in Stuttgart unter der Anschrift Am Römerkastell 7. Es war Helga Feddersens Wunsch, in Stuttgart beigesetzt zu werden. Ihr Grab befindet sich auf dem Steigfriedhof.