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Das Gesundheitsamt empfiehlt die Grippeschutzimpfung

05.12.2013 Gesundheit
Zu wenige, vor allem ältere, Stuttgarterinnen und Stuttgarter lassen sich gegen die Grippe impfen.

Darauf macht das städtische Gesundheitsamt aufmerksam. Erkrankungen an Grippe (Influenza) können vor allem bei Älteren schwerwiegende Folgen haben und führen nicht selten zum Tod. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut in Berlin empfiehlt deshalb die Grippeschutzimpfung vor allem für Menschen mit höherem Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko. Dazu gehören Ältere ab 60 Jahre, aber auch jüngere Personen mit einer verminderten Immunabwehr durch eine bestehende Erkrankung oder Medikamenteneinnahme (beispielsweise hochdosiertes Kortison, Chemotherapie bei Krebserkrankungen oder bestimmte Rheumamedikamente). Auch Schwangeren, medizinischem Personal und Betreuern von Risikopatienten wird die Grippeschutzimpfung empfohlen.

Grippeschutzimpfung ist wichtig

Bei Menschen mit chronischen Grundkrankheiten wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie einer neurologischen oder neuromuskulären Grunderkrankung muss mit einem erhöhten Infektionsrisiko beziehungsweise einem schwereren Verlauf der Grippe gerechnet werden. Aus diesen Gründen unterstützt das Gesundheitsamt Stuttgart die Empfehlung der STIKO und ruft zur Grippeschutzimpfung auf.

In Stuttgart schlecht angenommen

Bisher sind die Teilnahmeraten bei der Grippeschutzimpfung in Stuttgart schlecht. In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre nehmen nur 40 Prozent regelmäßig an der Grippeschutzimpfung teil, weitere zehn Prozent unregelmäßig. Bei den über 75-Jährigen liegt die regelmäßige Teilnahmerate bei 55 Prozent, weitere sieben Prozent nehmen unregelmäßig teil. Zu diesen Ergebnissen kommt der Stuttgarter Alterssurvey, eine schriftliche Befragung der Landeshauptstadt Stuttgart, an der im vergangenen Jahr mehr als 3500 Stuttgarter im Alter von 50 Jahren und älter teilgenommen haben. Die Teilnahmeraten von Frauen und Männern unterscheiden sich kaum. In der Altersgruppe von 50 bis unter 65 Jahren nimmt sogar nur jeder fünfte Mann und jede vierte Frau an der Grippeschutzimpfung teil.

Beim Hausarzt kostenlos

Wer arm ist, also auf dem Niveau der Grundsicherung leben muss, lässt sich seltener gegen Grippe impfen als nicht von Armut Betroffene. So lassen sich in der Altersgruppe 75 Jahre und älter nur 41 Prozent der Teilnehmer des Alterssurveys auf Grundsicherungsniveau regelmäßig impfen, bei den nicht Armutsgefährdeten sind es 56 Prozent. Möglicherweise wissen viele nicht, dass die Grippeschutzimpfung beim Hausarzt kostenlos ist. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts Berlin lassen sich bundesweit 56 Prozent der über 65-Jährigen gegen Grippe impfen, und damit deutlich mehr als in Stuttgart mit 47 Prozent.

Viele Arbeitgeber bieten die Impfung an

Auch wer nicht zu den genannten Risikogruppen gehört, kann sich impfen lassen. Viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern die Influenzaimpfung an, um Grippeerkrankungen und dem damit verbundenen Arbeitsausfall vorzubeugen.

Jetzt noch impfen lassen

Erfahrungsgemäß wird der Gipfel der Influenzawelle erst in einigen Wochen (meist zwischen Anfang Januar und Ende März) erreicht, so dass sich bei rascher Impfung viele Menschen noch rechtzeitig vor der Erkrankung schützen können.

Schützende Wirkung

Die Grippeschutzimpfung hat nach etwa zwei Wochen ihre schützende Wirkung erreicht, sie hält bis zu einem Jahr an. Auch wenn die Influenzaimpfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet, verläuft bei Geimpften eine Erkrankung in der Regel milder und ohne Komplikationen. Grippeviren verändern ihre äußere Hülle rasch, so dass das menschliche Immunsystem sie schon bald nicht mehr erkennen und ausreichend bekämpfen kann. Deshalb verliert der Impfschutz nach einem Jahr seine Wirkung und muss vor der nächsten Grippesaison mit an die neuen Virenstämme angepasstem Impfstoff aufgefrischt werden.

Gut verträglich

Der Grippeimpfstoff ist in der Regel gut verträglich. Als Nebenwirkung kann es vorübergehend zu Lokalreaktionen wie Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle kommen. Gelegentlich treten vorübergehend Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung auf (Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen). In der Regel klingen diese Beschwerden aber innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab.

Wer an einer akuten fieberhaften Erkrankung (38,5 Grad oder mehr) oder schweren akuten Infektion leidet, sollte in dieser Zeit nicht geimpft werden, sondern die Impfung nach Abklingen der Symptome nachholen. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto stärker wird die Übertragung der Grippe eingedämmt.

Unabhängig von der Grippeimpfung kann man den zahlreichen anderen Infekten im Winterhalbjahr durch regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife sowie Husten und Niesen in die Ellenbeuge statt in die vorgehaltene Hand vorbeugen. Dies sind einfache, aber wirksame Maßnahmen, um Infekten zu entgehen.