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OB Kuhn stellt Konzept 'Wohnen in Stuttgart' vor: "Leitplanken für das Baugeschehen in unserer Stadt" - Mehr geförderter Wohnungsbau

05.12.2013 Bauen
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat das Konzept "Wohnen in Stuttgart" vorgelegt.

"Die hier genannten Ziele bilden die Leitplanken für die zukünftige Entwicklung des Baugeschehens in Stuttgart", sagte Kuhn am Donnerstag, 5. Dezember. Die Stadtpolitik müsse den geeigneten Rahmen setzen. "Es ist dann Aufgabe der Immobilienwirtschaft, innerhalb dieses Rahmens die besten Lösungen für das Wohnen in Stuttgart zu suchen. Politische Vorgaben und kreative Lösungen am Markt wirken zusammen", erklärte der Oberbürgermeister und weiter: "Wir verändern das Handeln in der Stadt. Mit dem Konzept 'Wohnen in Stuttgart', dem Aktionsplan 'Nachhaltig mobil in Stuttgart' und mit dem Ausbauprogramm für Kitas sind im ersten Jahr meiner Amtszeit drei der größten Herausforderungen für unsere Stadt aufs Gleis gesetzt."

PK Wohnen in Stuttgart am 5. Dezember 2013Oberbürgermeister Fritz Kuhn stellte das Konzept 'Wohnen in Stuttgart' am Donnerstag, 5. Dezember, vor. Das Konzept ist in Zusammenarbeit mit Baubürgermeister Matthias Hahn (l.) und dem Ersten Bürgermeister Michael Föll (r.) verfasst worden. Foto: Martin Lorenz

Stuttgart ist attraktiv

Kuhn erläuterte: "Immer mehr Menschen wollen in unserer Stadt leben, und das ist sehr erfreulich. Stuttgart ist attraktiv: kulturell, landschaftlich und auch wirtschaftlich." Besonders junge Menschen wollten in lebendigen Wohnquartieren wohnen, mit kurzen Wegen von der Wohnung zur Arbeit, zur Kita, zum Einkaufen und zur Kneipe. Gerade in einer engen Stadt wie Stuttgart habe dies jedoch auch Konsequenzen.

Knapper Wohnraum

"Wohnraum ist knapp, konkurriert mit Handel und Gewerbe und ist nur im bestimmten Umfang vermehrbar," so Kuhn. Zwar sei Wohnraum in einer wachsenden Stadt grundsätzlich rar, aber besonders bezahlbarer Wohnraum und damit verbunden Wohnraum für junge Familien mit Kindern sei besonders umkämpft.

Mehr geförderter Wohnungsbau

"Der Streit um die Frage, ob wir genügend Wohnungen haben, ob wir 'Wohnungsmangel' oder gar 'Wohnungsnot' haben, ist ein Streit um Interessen und darum, wen man fragt", sagte der OB: "Wer eine Wohnung besitzt, antwortet anders, als diejenigen, die keine finden, die sie bezahlen können. Und wer Stuttgart schon längst verlassen hat, der wird nicht gefragt, weil er gar nicht mehr gefragt werden kann." Stuttgart brauche mehr Wohnungsbau und mehr bezahlbaren Wohnraum, vor allem für sozial Schwächere. Kuhn: "Das durchaus ambitionierte Ziel ist es, jährlich 600 geförderte Wohneinheiten zu schaffen."

Nach den Erhebungen des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt bestand zum 31. Dezember 2012 unter Berücksichtigung einer Fluktuationsreserve von 3 % ein Wohnungsdefizit von ca. 4.400 Wohneinheiten (rd. 296.000 Haushalte mit Wohnungsbedarf stehen rd. 291.500 Wohneinheiten gegenüber). Der Anstieg der Wohnungsvormerkdatei binnen Jahresfrist um rund 500 Haushalte auf über 3.300 zeigt neben dem quantitativen Defizit an Wohnraum vor allem auch den Mangel an preisgünstigem und bezahlbarem Wohnraum auf, der insbesondere bei kleinen (1 bis 2 Zimmer) und großen (4 und mehr Zimmer) Wohnungen besteht. Hinzu kommt die besorgniserregende Mietenentwicklung insbesondere bei Neuvermietungen.

Wohnen und Arbeiten stärker zusammenführen

 OB Kuhn: "Wir wollen in Stuttgart mehr Sozialwohnungen und geförderten Wohnraum, wir wollen Wohnen und Arbeiten stärker zusammenführen, die energetische Sanierung sozialverträglich vorantreiben, barrierefreies und altersgerechtes Wohnen unterstützen und Wohnungen schneller planen und realisieren." Eine nachhaltige Stadtentwicklung erfordere den schonenden Umgang mit Bodenressourcen und die Verminderung des Flächenverbrauchs. Bestehende Grünflachen sind aus Gründen des Naturschutzes und der Naherholung zu schützen. "Daher gilt es, Brach- und Konversionsflächen qualitativ zu entwickeln und dort in die Nachverdichtung zu gehen, wo es der Charakter der Quartiere zulässt." Das Konzept "Wohnen in Stuttgart" ist in Zusammenarbeit mit dem Ersten Bürgermeister Michael Föll, Referat Wirtschaft, Finanzen und Beteiligung, und Bürgermeister Matthias Hahn, Referat Städtebau und Umwelt, verfasst worden.

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