Presse
  •  

Berufliches Schulzentrum eingeweiht

06.12.2013 Bildung
Neubau von Alexander-Fleming-Schule und Hedwig-Dohm-Schule kostet über 60 Millionen Euro - Auszeichnung für Nachhaltigkeit.

Das Berufliche Schulzentrum mit der Alexander-Fleming-Schule für Gesundheit und Pflege sowie der Hedwig-Dohm-Schule für Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialwesen ist am Freitag, 6. Dezember, im Beisein der Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, und der Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Marion von Wartenberg, feierlich eingeweiht worden. Gleichzeitig wurde der Neubau von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet.

Hervorragend ausgestattet

Das moderne Berufsschulzentrum ist als städtebaulicher Auftakt auf dem C1-Areal von Stuttgart 21 nördlich des Pragfriedhofs neben den Wagenhallen entstanden. Bis zur Fertigstellung im Frühjahr wurden rund 62, 5 Millionen Euro in dieses derzeit größte schulische Neubauvorhaben der Landeshauptstadt investiert. Bereits seit Schuljahresbeginn 2013/14 bieten Hedwig-Dohm-Schule und Alexander-Fleming-Schule 2400 Berufsschülerinnen und -schülern dank ihrer hervorragenden Ausstattung zukunftsweisende Unterrichts- und Lernbedingungen.

Beste Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Mit den beiden komplett neu konzipierten Schulen hat die Stadt Stuttgart beste Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in zentralen gesellschaftlichen Aufgabenfeldern der Zukunft rund um das Thema Mensch geschaffen. Gesuchte Fachkräfte wie zum Beispiel Erzieher/innen, Zahntechniker/innen, Medizinische Fachangestellte oder Hauswirtschafter/innen werden hier optimal auf ihr Berufsleben vorbereitet.

"Zwei Schulen unter drei Dächern"

Dem Bau vorausgegangen ist ein mehrstufiges Vergabeverfahren, bei dem Bietergemeinschaften aus Architekten und Bauunternehmen, nach einem europaweiten Teilnahmewettbewerb, Planungsentwürfe und Richtpreisangebote eingereicht hatten. Dafür waren bereits in einer sehr frühen Phase gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Schulen detaillierte Planungsvorgaben erarbeitet worden. So konnte zusammen mit dem Schulverwaltungsamt schon ab 2007 eine hohe Identifikation der beteiligten Lehrer mit der anstehenden Umstrukturierung und dem Neubauprojekt aufgebaut werden. Entstanden ist dabei auch der Leitbegriff "Zwei Schulen unter drei Dächern", der symbolisch für die beiden Schulen und den gemeinsam genutzten zentralen Bereich mit Mensa und Konferenzräumen steht. Bei der Planung galt es vor allem, ein Geflecht komplexer Raum- und Funktionsbeziehungen umzusetzen. Gleichzeitig stellten viele Räume auch hinsichtlich der technischen Ausstattung hohe Anforderungen. Dazu gehören zum Beispiel Labore ebenso wie ein Röntgenraum oder die Küchenbereiche.

Die wirtschaftlich und architektonisch beste Lösung lieferte die Bietergemeinschaft unter der Federführung der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co KG, Standort Stuttgart, mit ihren Partnern Kubus 360 sowie Glück + Partner Architekten.

Die Bauphase

Nachdem bereits 2010 erste vorbereitende Arbeiten abgeschlossen werden konnten, wurde Ende März 2011 mit dem Aushub der Baugrube und deren Sicherung begonnen. Nach Erteilung der Baugenehmigung Anfang Mai 2011 stand dem Beginn der Rohbauarbeiten nichts mehr im Wege.

Mit der Grundsteinlegung am 6. Juni desselben Jahres fiel der offizielle Startschuss für die Realisierung von Stuttgarts derzeit größter Schulneubaumaßnahme. Knapp ein Jahr später, am 18. April 2012, konnte das Richtfest stattfinden.

Strikte Orientierung an Nachhaltigkeit

Parallel ging die Ausführungsplanung weiter. Ein wichtiges Thema: die Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien, die die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) ihrem Anforderungskatalog für Bildungsbauten zugrunde legt. Das Schulverwaltungsamt als Bauherr und die Firma Max Bögl als Auftragnehmer hatten sich dabei gemeinsam das Ziel gesetzt, das neue Gebäude den hohen Anforderungen in der Kategorie "Gold" zu unterwerfen. Ihre Anstrengungen wurden bereits am 5. Oktober 2011 auf der Messe Expo Real in München belohnt, als Prof. Dr. Bernhard Bürklin, Vizepräsident der DGNB, das Vorzertifikat in Gold an den damaligen Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster übergab.

Mit Gold zertifiziert

Inzwischen hat die strikte Ausrichtung des Gebäudes auf Nachhaltigkeit tatsächlich zur Gold-Zertifizierung durch die DGNB geführt. Die Mindestmarke von 80 Prozentpunkten wurde mit 83,8 Punkten mehr als erreicht. Das neue berufliche Schulzentrum ist damit das erste seiner Art in Deutschland, das nach den Kriterien der DGNB zertifiziert wurde, und es ist zugleich das erste Schulgebäude der Bundesrepublik, das sowohl ein Vorzertifikat als auch ein Zertifikat der DGNB in Gold erhält.

Bei der Einweihungsfeier haben DGNB-Geschäftsführerin Dr. Christine Lemaitre und Martin Prösler, Präsidiumsmitglied der DGNB, das Gold-Zertifikat an Bürgermeisterin Susanne Eisenmann übergeben.

Zur Geschichte

Bei der letzten Schulentwicklungsplanung für die beruflichen Schulen in Stuttgart hat der Gemeinderat 2002 ein Konzept zur Verbesserung der Raumsituation beschlossen. Um notwendige Sanierungen in Angriff zu nehmen und dem Raummangel entgegenzusteuern, wurden verschiedene Lösungsvorschläge erarbeitet und in den vergangenen zehn Jahren umgesetzt. Insgesamt handelt es sich hierbei um ein Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro.

Zu diesen Projekten gehört auch der Neubau des beruflichen Schulzentrums. Weil die damalige Hauswirtschaftliche Schule Stuttgart-Ost (Hedwig-Dohm-Schule, Ludwigstraße 111) stark sanierungsbedürftig war und ebenso wie die Gewerbliche Schule Im Hoppenlau und die Kerschensteinerschule keine ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten bot, wurde ein Strukturkonzept für eine neue Schule für Gesundheit und Pflege entwickelt. Im Zuge der weiteren Planungen zwischen Regierungspräsidium Stuttgart, den betroffenen Schulleitungen und der Stadt Stuttgart wurde dieser Vorschlag noch um eine neue Schule für Ernährung und Sozialwesen erweitert.

Daten und Fakten

  • Programmfläche: ca. 15.000 m²
  • Schüler: ca. 2.400
  • Lehrer: ca. 170
  • Bruttogrundfläche: ca. 32.400 m²
  • Voraussichtliche Gesamtkosten: ca. 62,5 Millionen Euro
  • Fertigstellung: Frühjahr 2013
  • Beginn Schulbetrieb: September 2013
  • Erwarteter Landeszuschuss: bis zu 20 Millionen Euro