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Baum am Daimlerplatz wird nachgepflanzt

09.12.2013 Umwelt
Der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, Volker Schirner, pflanzt am Montag, 16. Dezember, um 15 Uhr am Daimlerplatz in Bad Cannstatt einen Ahornbaum. Er ersetzt den im November gefällten Baum, der nicht mehr standsicher war.

Beim Ausbau der Stadtbahn-Haltestelle Daimlerplatz wurden große Anstrengungen unternommen, die bestehenden Bäume zu erhalten. Ein Ahornbaum allerdings war krank und nicht mehr standsicher. Während der Baumfällarbeiten kam es zu Protesten für den Erhalt des kranken Baumes.

Nicht leichtfertig gefällt

Für die Proteste hat Volker Schirner Verständnis: "Jeder Baum, der gefällt werden muss, ist ein Verlust nicht nur für die Natur, sondern auch für die Arbeit der Gärtner und Baumpfleger, welche jahrzehntelang die Bäume betreut und gepflegt haben." Bäume werden nicht leichtfertig gefällt. Jeder Baumfällung geht eine Begutachtung durch einen Sachverständigen voraus. Die Bäume werden einmal im Jahr kontrolliert, und das Ergebnis wird protokolliert. Finden sich Hinweise, die auf eine verminderte Standsicherheit schließen lassen, wie starke Faulstellen, Pilze oder Kronenrisse, ist der Eigentümer des Baumes verpflichtet zu handeln. "Es wäre grob fahrlässig, einen Baum mit erkennbaren Schäden stehen zu lassen", so Schirner. "Fällt dieser dann zum Beispiel bei Starkwinden um, haftet der Eigentümer für die Schäden." Gerade im Bereich von Straßenkreuzungen, Fußwegen und Stadtbahnhaltestellen mit hohem Personenaufkommen ist eine intensive Baumkontrolle notwendig.

Bürger informieren

"Mir ist es wichtig zu vermitteln, dass nicht nur gefällt, sondern auch nachgepflanzt wird", so Schirner. Er verweist auf das Baumentwicklungskonzept für die Daimlerstraße. Dies ist eine Planung, die 1998 dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt vorgelegt wurde. In der 1,3 Kilometer langen Daimlerstraße gibt es derzeit 113 Bäume und sieben Baumarten. Das Konzept sieht vor, die Daimlerstraße einheitlicher zu gestalten. Für den nördlich der Bahnlinie befindlichen Teil sind Ahornbäume und für den südlichen Teil Linden vorgesehen. "Die von unseren Vorgängern gepflanzten Platanen sind für den 21 Meter breiten Straßenraum nicht glücklich gewählt worden. Normalerweise werden Platanen 14 bis 25 Meter breit. In der Daimlerstraße stehen sie in einem Abstand von fünf bis sechs Metern von den Gebäuden. Der natürliche Wuchs muss sehr aufwendig beschnitten werden", so Schirner. Das Baumkonzept wurde im Jahr 2003 für den Teilabschnitt zwischen Daimlerplatz und Waiblinger Straße fortgeführt. Bei beiden Vorhaben gab es Veranstaltungen, um die Bürger zu informieren. Im Jahr 2005 wurden dann die Baumstandorte saniert und teilweise Ahornbäume neu gepflanzt, um diesen Bereich umzugestalten. Ein Teil der Ahornbäume steht im Schlagschatten der großen Platanen, dort wachsen sie nur spärlich.

Bäume nachpflanzen

Um dem Straßenraum und den Jungbäumen mehr Licht zu bringen, und auch, um das Baumkonzept weiterzuführen, wurde im April dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt der Plan vorgestellt, in diesem Winter weitere fünf Platanen zu fällen und Ahornbäume nachzupflanzen. Es sollen in der Straße noch zehn Platanen stehen bleiben. Der Bezirksbeirat hatte dies als sinnvoll erachtet und einstimmig beschlossen.

Nun hat sich aber herausgestellt, dass die Platanen als Schlafplatz für Gelbkopfamazonen dienen. Die für dieses Winterhalbjahr geplante Baumfällung der fünf Platanen in der Daimlerstraße wird deshalb zurückgestellt. Erst nach Klärung artenschutzrechtlicher Fragen und der nochmaligen Beteiligung der Anlieger wird das weitere Vorgehen festgelegt.