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Statistisches Amt: Einwohnerzahlen steigen weiter

07.02.2014 Aktuelles
Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung, und der Leiter des Statistischen Amtes, Thomas Schwarz, haben die neue städtische Einwohnervorausberechnung bis zum Jahr 2030 des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt Stuttgart präsentiert.

Dr. Martin Schairer: "Es ist erfreulich, dass wir auch in diesem und im nächsten Jahrzehnt mit steigenden Einwohnerzahlen rechnen können. Stuttgart gehört damit zu den wenigen dynamischen Wachstumspolen in Deutschland. Das bedeutet aber auch, dass wir uns planerisch auf diese Situation vorbereiten müssen."

Bürgermeister Schairer betonte die hohe Bedeutung des Themas demografische Entwicklung und demografischer Wandel für die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik: "Eine konkrete Vorstellung davon zu haben, in welche Richtung sich die Zahl der Einwohner der Landeshauptstadt in naher Zukunft entwickeln dürfte, ist von elementarer Bedeutung für eine vorausschauend planende Stadt. Mit wie vielen Klein- und Schulkindern, mit wie vielen Senioren oder Hochbetagten werden wir in naher Zukunft rechnen müssen?"

Berechnungsvarianten

Auch um die Unwägbarkeiten einer Vorausberechnung offen zu legen, die stets auf bestimmten Annahmen für die Zukunft basieren muss, werden verschiedene Varianten erstellt.

Zwei Varianten berücksichtigen nur die demographische Bandbreite möglicher Entwicklungen, ohne die Bautätigkeit konkret einzubeziehen und ergeben, je nach Ausmaß der angenommenen Zuwanderung, eine Einwohnerzahl bis 2030 zwischen 580 000 Einwohner (bei "normaler Zuwanderung" entsprechend der aktuellen Entwicklung) und 616 000 Einwohner (bei "anhaltend hoher Zuwanderung").

Die im Statistischen Amt als die Variante mit der höchsten Eintreffswahrscheinlichkeit bezeichnete Variante 3 berücksichtigt die mögliche vom Gemeinderat und planerisch abgesicherte Bautätigkeit in Stuttgart mit einem Gesamtpotenzial von rund
1800 neuen Wohnungen pro Jahr einschließlich zirka 1300 Wohnungen, die für die Erhaltung des Wohnungsbestandes jährlich erforderlich sind.

Als Ergebnis der Vorausberechnung, die zudem gleichbleibende wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen unterstellt, ergibt sich zunächst bis 2016 ein Anstieg der Einwohnerzahl in Stuttgart auf rund 592 000 Einwohner (heute: 586 000). Anschließend bleibt der Einwohnerbestand auf einem Niveau von gut 592 000 zunächst konstant, bevor er ab etwa 2020 zurückgeht und gegen Ende des nächsten Jahrzehnts einen Stand von gut 580 000 erreicht. Im Jahr 2030 wohnen dann in etwa gleich viele Einwohner in Stuttgart wie Ende 2012.

In einer nächsten Variante wurde schließlich die Einwohnerzahl mit der Prämisse einer noch höheren Wohnbautätigkeit von rund 2000 neuen Wohnungen pro Jahr vorausberechnet, danach würde die Zahl der Einwohner bis 2030 auf 591 000 steigen.

Entwicklung der Altersstruktur

Die vom Statistischen Amt favorisierte Vorausrechnungsvariante führt zu einer leichten Abnahme der Einwohner im Alter unter 35 Jahren und einer Zunahme bei den mindestens 75-Jährigen. Die stark besetzten Jahrgänge der heute 40- bis 55-Jährigen (Geburt in den 1960er-Jahren) wandern im Lauf des Prognosezeitraums in der Alterspyramide "nach oben" und stehen 2030 vor dem Eintritt ins Rentenalter.

Der Anstieg der Lebenserwartung führt dazu, dass immer mehr ältere Menschen in Stuttgart wohnen. Entsprechend steigt das Durchschnittsalter von heute 42,1 Jahren auf 43,1 im Jahr 2030. Damit unterscheidet sich Stuttgart auch weiterhin von seinem Umland, in dem die Alterung deutlich schneller voranschreitet, da eine kontinuierliche "Verjüngung" durch junge Zuziehende hier im geringeren Maße stattfindet.

Während die Altersgruppe der 65- bis unter 80-Jährigen zwischen 2012 und 2030 nur leicht um gut ein Prozent ansteigt, äußert sich die Alterung deutlich im Anstieg der "Hochbetagten": 2030 werden rund 9000 mehr Einwohner über 80 Jahren in Stuttgart leben als heute (+ 32 Prozent).

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Kinder und jungen Erwachsenen im Prognosezeitraum moderat ab, wobei die prozentual stärksten Rückgänge bei den unter 6-Jährigen zu beobachten sein werden. Dabei ist festzustellen, dass die Zahl der unter 6-Jährigen in den kommenden Jahren zunächst noch leicht ansteigen, spätestens ab 2020 jedoch zurückgehen wird.

Methodische Anmerkungen

Die Einwohnervorausberechnung erfolgt auf der Basis des sogenannten SIKURS-Prognosemodells, das unter maßgeblicher Beteiligung des Stuttgarter Statistischen Amtes (weiter-)entwickelt wurde und das in zahlreichen Städten, Kreisen und Ländern sowie auch im benachbarten Ausland eingesetzt wird. Das Modell berücksichtigt die Zu- und Fortzüge, Geburten und Sterbefälle in der Vergangenheit.

Daraus werden Annahmen für den Prognosezeitraum abgeleitet. Ebenso Eingang in die Berechnungen findet das zu erwartende Wohnungsangebot und die mögliche Neubautätigkeit.
Ausblick

In einem nächsten Schritt wird die neue Einwohnervorausberechnung des Statistischen Amtes auch für die 23 Stuttgarter Stadtbezirke erstellt und in diesem Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die neue Einwohnervorausberechnung wird detailliert dargestellt im neuen Monatsheft Nr. 11/2013 des Statistischen Amtes. Es ist zum Preis von 4 Euro erhältlich beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, im Internet unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem oder per E-Mail an komunis@stuttgart.de.