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"Lenkungsgruppe Flüchtlinge" nimmt Arbeit auf

18.02.2014 Aktuelles
Die Landeshauptstadt wird in den kommenden Monaten Hunderte zusätzlicher Flüchtlinge aus Krisengebieten aufnehmen. Ende des Jahres werden voraussichtlich 2800 Flüchtlinge in Stuttgarter Unterkünften beherbergt.
Das wären rund vier Mal so viele wie noch vor drei Jahren.

Die neue "Lenkungsgruppe Flüchtlinge" koordiniert die Aufnahme und die Betreuung. Am Montag, 17. Februar, kam sie zur konstituierenden Sitzung zusammen. Oberbürgermeister Fritz Kuhn eröffnete die Sitzung. Er betonte: "Unsere Stadt wird reicher, wenn sie diese Herausforderung gut meistert. Wir wollen das Thema nicht schönreden, vielmehr geht es darum, dass die Verwaltung zusammen mit der Zivilgesellschaft gute Lösungen für die Aufnahme der Flüchtlinge entwickelt." Wichtig sei es, am Stuttgarter Weg festzuhalten, also die Flüchtlinge an unterschiedlichen Standorten unterzubringen, die möglichst über die gesamte Stadt verteilt sind. Zur Unterbringung wird die Stadt dieses Jahr unter anderem fünf neue Unterkünfte mit rund 1000 Plätzen schaffen.

Leiter der Lenkungsgruppe ist der stellvertretende Sozialamtschef Stefan Spatz. Er sieht im Gegensatz zur Situation vor 20 Jahren, als mehrere Tausend Flüchtlinge vom Balkan nach Stuttgart kamen, heute einen "spürbaren Aufwind" beim ehrenamtlichen Engagement. "In neun von zehn Stadtbezirken, wo Flüchtlinge untergebracht werden, gibt es schon einen Freundeskreis oder es ist einer in Gründung. Das ist ein gutes Zeichen", so Spatz.

Zentrales Thema der ersten Sitzung waren Kinder und Jugendliche. Jeder vierte Flüchtling ist unter 18 Jahren. Rund 150 Kinder sind derzeit jünger als sechs Jahre. Daher prüft die Verwaltung die Frage, wie und wo Kinder auch künftig in Kindertagesstätten aufgenommen werden beziehungsweise wie sie am Schulunterricht teilhaben können.

Die Lenkungsgruppe arbeitet eng mit der auf Bürgermeisterebene tagenden "Task Force Unterbringung" zusammen. Der Leiter der Lenkungsgruppe ist zentraler Ansprechpartner für alle bereits aktiven oder künftigen externen Akteure in der Stadtgesellschaft, wie Flüchtlings- und Freundeskreise, Stiftungen, Vereine oder freie Träger. Die Lenkungsgruppe trifft sich turnusgemäß alle drei Monate, bei Bedarf auch kurzfristig. Beim nächsten Treffen im Frühjahr soll es um Arbeitsmöglichkeiten oder auch einen Übergang von der Schule in den Beruf gehen. Dazu sollen auch externe Experten eingeladen werden.