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Darmspiegelung kann Krebs verhindern

25.02.2014 Gesundheit
Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass Darmkrebs, frühzeitig erkannt, fast immer heilbar ist. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsform mit der zweithöchsten Sterblichkeitsrate.

In Deutschland werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in diesem Jahr voraussichtlich rund 36.000 Männer und 28.000 Frauen an Darmkrebs erkranken. Damit gehört die Erkrankungsrate in Deutschland zu den höchsten innerhalb der Länder der Europäischen Union.

Im Rahmen der Erhebungen für das Alterssurvey 2012 "Älter werden in Stuttgart Generation 50 plus" wurden Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger unter anderem zur Teilnahme an Krebs-Früherkennungsuntersuchungen befragt. 56 Prozent der befragten Männer und Frauen im Alter von 55 Jahren und älter gaben an, die Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen. Somit liegt in Stuttgart die Teilnahme an dieser Vorsorgeuntersuchung etwas höher als im Bundesdurchschnitt, die nach einer Erhebung des Robert-Koch-Institutes in der gleichen Altersgruppe bei 49 Prozent liegt.

Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die meist unbemerkt fortschreitet. Er entsteht aus Vorstufen, die aus Veränderungen in der Darmschleimhaut - Polypen oder Adenomen - hervorgehen. Lange Zeit spüren Betroffene nichts von einem Tumor im Darm. Symptome wie Blut im Stuhl, länger anhaltender Durchfall, chronische Verstopfung oder andere Veränderungen bei der Verdauung treten erst zu einem sehr späten Zeitpunkt auf. Das Risiko für eine Darmkrebserkrankung steigt ab dem 50. Lebensjahr an. Ein besonders hohes Risiko besteht, wenn bereits nahe Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind.

Seit 2002 gibt es ein Früherkennungsprogramm für gesetzlich Versicherte. Sie haben ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Im Rahmen dieser Untersuchung werden gegebenenfalls Polypen entfernt, die ein Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs sind. Das Gesundheitsamt empfiehlt allen Betroffenen, den Hausarzt auf diese Vorsorgeuntersuchung anzusprechen.

Seit Einführung der vorsorglichen Darmspiegelung wurden in den Jahren 2003 bis 2010 bundesweit fast 100.000 Fälle von Darmkrebs verhindert und weitere fast 50.000 Fälle in einem frühen, heilbaren Stadium entdeckt. Eine flächendeckende Früherkennung könnte noch mehr erreichen.

Weiterführende Informationen zum Thema finden sich im Internet unter www.rki.de, www.dkfz.de, www.bng-gastro.de und www.felix-burda-stiftung.de.