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Stadtentwässerung setzt auf Energieeffizienz

12.03.2014 Umwelt
Anlässlich des Weltwassertages am Samstag, 22. März, weist der städtische Eigenbetrieb SES Stadtentwässerung Stuttgart darauf hin, dass die Themen Wasser und Energie bei der Arbeit der SES eng miteinander verwoben sind.

Zugang zu einer sicheren Wasser- und nachhaltigen Energieversorgung ist die Grundvoraussetzung für ein menschenwürdiges Dasein. In vielen Teilen der Welt ist beides nicht gesichert. Knapp eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 1,5 Milliarden keine Elektrizitätsversorgung.

Die Zusammenhänge zwischen Wasser und Energie sind vielfältig. Wasserkraft hat eine große Bedeutung bei der Elektrizitätserzeugung. Energie wiederum spielt eine wesentliche Rolle bei der Aufbereitung und Verteilung von Wasser für die Wasserversorgung und in der Landwirtschaft. Beides hat Auswirkungen auf die Gewässer und die Umwelt.

Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Wasser und Energie sind bedeutend, nicht zuletzt beim Ausbau der erneuerbaren Energien, aber auch, wenn es um die Steigerung der Energieeffizienz in der Wasserversorgung und wie bei der SES in der Abwasserbehandlung geht.

Im Abwasser steckt eine Menge an Energie. Bereits im Kanalnetz kann dem Abwasser Wärme zur Beheizung von Gebäuden entzogen werden. Und in der Kläranlage entsteht bei der Abwasserreinigung energiereicher Schlamm.

Die Stadtentwässerung Stuttgart setzt mit der Kraft-Wärme-Kopplung in allen Klärwerken auf Eigenstromerzeugung. Sie betreibt in ihren Klärwerken Blockheizkraftwerke, um aus dem gewonnenen Klärgas, das bei der Faulung des Klärschlammes in Faulbehältern entsteht, Strom und Wärme zu erzeugen. Im Gruppenklärwerk Ditzingen wird dies seit 1988 gemacht, in den Klärwerken Möhringen und Plieningen seit 2001 und im Hauptklärwerk Mühlhausen seit 2006. Im Hauptklärwerk Mühlhausen wird aus Heißdampf der Schlammverbrennung mit einer Gegenstromdampfturbine noch zusätzlich Strom erzeugt. Insgesamt konnten so im vergangenen Jahr 33 Prozent des Stroms für die Abwasserbehandlung selbst erzeugt werden. Dies ist eine Steigerung von fast zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2012.

Die SES hatte in ihren Klärwerken im vergangenen Jahr einen Gesamtverbrauch von rund 46,6 Millionen Kilowattstunden. Der Eigenanteil belief sich im Hauptklärwerk Mühlhausen auf 11,9 Millionen Kilowattstunden, im Klärwerk Möhringen auf 1,1 Millionen, im Klärwerk Plieningen auf annähernd eine Million und im Gruppenklärwerk Ditzingen auf 1,5 Millionen Kilowattstunden. Der Strom wird jeweils in das betriebseigene Stromnetz eingespeist. Gegenüber dem Strom-"Bundesmix" konnten durch die Eigenerzeugung im vergangenen Jahr rund 8000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

In allen Klärwerken wird die in verschiedenen Prozessen entstehende Wärme nahezu zu 100 Prozent selbst genutzt. Speziell im Hauptklärwerk Mühlhausen sorgt ein Nahwärmeverbundsystem für die gezielte und ausreichende Versorgung aller Gebäude mit Wärme.

Eine hohe Energieeffizienz ist vor allem bei der biologischen Reinigungsstufe notwendig, die rund 60 Prozent des Stroms in einer Kläranlage benötigt. Auch hier sind bereits erste Erfolge sichtbar. Dies zeigt sich sehr deutlich am Gesamtverbrauch aller Klärwerke. Der Energiebedarf ging im Jahr 2013 (46,6 Millionen Kilowattstunden) um 6,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 zurück. Bereits seit 2011(minus 4,0 Prozent gegenüber 2010) ist jährlich ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

So konnten im Hauptklärwerk Mühlhausen durch innovative Steuerungskonzepte in der biologischen Anlage messbare Einsparungen dokumentiert werden. Auch im Klärwerk Plieningen wurden durch die Erneuerung der Verfahrenstechnik in Zusammenhang mit der Luftversorgung maßgebende Einsparungen bei der biologischen Reinigung erzielt.

In allen Klärwerken hat die SES begonnen, die Beleuchtungseinrichtungen auf energiesparende Leuchtensysteme (sogenannte LED) umzurüsten. Auch dies erbringt einen wesentlichen Anteil zur Energieeinsparung.

Im weitesten Sinn bedeutet für die SES energetische Nachhaltigkeit, ihre Anlagen zur Abwasser- und Schlammbehandlung durch Neubau, Erneuerung und Instandhaltung in einem Zustand zu halten, mit dem ein effizienter Gewässerschutz bei möglichst geringen Emissionen bezüglich Wasser, Boden und Luft gewährleistet ist.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.stadtentwaesserung-stuttgart.de.