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Stuttgarter Bündnis "Wählen ab 16" wirbt für politische Beteiligung

12.03.2014 Wahlen
In diesem Jahr dürfen erstmals junge Menschen ab 16 Jahren bei einer Kommunalwahl ihre Stimme abgeben.

Mit der Landeshauptstadt, der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft (stjg), dem Stadtjugendring (SJR), den Stuttgarter Schulen, dem Internationalen Bund (IB), der Landeszentrale für Politische Bildung (lpb) und den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) haben sich im Stuttgarter Bündnis "Wählen mit 16" mehrere Akteure zusammengeschlossen. Sie wollen junge Menschen motivieren, sich politisch zu beteiligen und so die Politik in ihrem Sinne mitzugestalten.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat die Schirmherrschaft übernommen und das Bündnis am Mittwoch, 12. März, gemeinsam mit Sieghard Kelle, Geschäftsführer Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, Bernd Umbach, Verbundgeschäftsführer des Internationalen Bundes, und Jörg Titze, Vorsitzender des Stadtjugendrings Stuttgart, auf dem Stuttgarter Marktplatz vorgestellt.

"Im Stuttgarter Bündnis haben sich wichtige Institutionen und Einrichtungen zusammengeschlossen, die nah an den Jugendlichen dran sind. Sie wissen auch, wie sie die Erstwähler erreichen können, um sie zu motivieren, an den Kommunalwahlen teilzunehmen. Demokratie lebt davon, dass die Wahlberechtigten ihr Wahlrecht nutzen. Deshalb appelliere ich besonders an die jungen Erstwähler, nutzen Sie diese Chance, nutzen Sie Ihre Stimme, denn die entscheidet mit, welche Politik in unserer Stadt und in der Region in den nächsten fünf Jahren gemacht wird", sagt Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft hat die neue, interaktive Plattform www.deine-wahl.net für Erstwähler zwischen 16 und 23 Jahren eingerichtet. Die Jugendlichen können dort ihre Themen und Ideen zur Kommunalwahl in verschiedenen Formaten wie Podcast, Track oder Film hochladen und in einem Forum diskutieren. Begleitend dazu gibt es Workshops und Wettbewerbe. Damit soll das Demokratieverständnis Jugendlicher geschärft und über die anstehende Wahl informiert werden. Das Ziel ist, Erstwähler zu motivieren, mitzumachen und eigene Standpunkte und Themen einzubringen. "Wir sehen bereits erste Diskussionen und Themenbeiträge auf unserer Seite", sagt Sieghard Kelle, Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft. "Die Jugendlichen diskutieren Fragen wie 'Warum dürfen Jugendliche nicht arbeiten?' oder "Warum hör ich immer nur 'Ausländer?'." Unter der Federführung eines jugendlichen Beirates wolle man junge Stuttgarter Erstwähler motivieren, sich laut, bunt und kreativ mit der Kommunalwahl zu befassen, so Kelle. "Sich interaktiv einzubringen, das sind Jugendliche gewohnt. Auf www.deine-wahl.net können sie ihr Demokratieverständnis schärfen und erste Erfahrungen sammeln, wie man bereits mit 16 Jahren seinen politischen Willen zum Ausdruck bringt."

"Wir als Internationaler Bund fördern alle Jugendlichen in unseren Häusern dabei, sich aktiv an der politischen Diskussion und damit an der Weiterentwicklung des demokratischen Gemeinwesens zu beteiligen. In anderen Ländern kämpfen Menschen um Demokratie und Wahlrecht - wir wollen, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und sich aktiv an der politischen Willensbildung beteiligen", sagt Bernd Umbach, Verbundgeschäftsführer IB Landesrepräsentant Baden-Württemberg.

Der Stadtjugendring hat in seiner Aktion "Wahllotsen on Tour" mehr als 20 Jugendliche im Alter von 16 bis 23 Jahren als Multiplikatoren ausgebildet. In den nächsten Wochen sind die Wahllotsen im Demokratiebus des Stadtjugendrings unterwegs und werden einen Teil der rund 8000 Stuttgarter Jugendlichen ansprechen, die an der Kommunalwahl am 25. Mai erstmals wählen können. "Wir wollen nachhaltige Beteiligungsmöglichkeiten und das Engagement junger Menschen fördern. Jugendliche sollen wählen gehen, aber ihre Stimme behalten", sagt Jörg Titze, Vorsitzender des Stadtjugendrings Stuttgart. "Aus Sicht des Stadtjugendrings war es ein richtiger Schritt der Landesregierung, das Wahlalter zu senken. Seit Jahren fordern Jugendringe diese Gesetzesänderung vor allem auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Die Interessen von Jugendlichen dürfen nicht randständig werden."

"Ich engagiere mich als Wahllotse, weil ich meine Generation dafür begeistern will, ab sofort die gegebene Chance zu nutzen, bei der Wahl persönlich unsere politischen Meinungen und Interessen zu vertreten. Wir können damit aktiv unsere Demokratie und unsere eigene Zukunft mitgestalten, statt nach dem Motto 'Bringt eh nichts, wenn ich wählen gehe!' gleich resigniert die Politik vor der Glotze zu verfolgen, ohne die Möglichkeit des Wählens in Betracht gezogen zu haben", sagt der 18-jährige Schüler und Wahllotse Jan Elm.

Weitere Informationen zum Online-Projekt der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft unter www.deine-wahl.net. Auf der Homepage www.wahllotsen.de wird aktuell über das Projekt "Wahllotsen on Tour", die Wahllotsen, Termine und Angebote informiert.

OB Kuhn bei den Wahllotsen - Wählen ab 16Vergrößern
OB Fritz Kuhn appelliert an die jungen Erstwähler, ihre Chance zu nutzen, denn ihre Stimme würde mit entscheiden, welche Politik in Stuttgart und in der Region in den nächsten fünf Jahren gemacht wird. Foto: Leif Piechowski