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Erneut Warnstreik am Mittwoch: Beeinträchtigungen im öffentlichen Dienst

24.03.2014 Aktuelles
In Stuttgart ist am Mittwoch, 26. März, erneut mit erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Dienst zu rechnen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Landeshauptstadt zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Vom Streik in der Landeshauptstadt ist voraussichtlich der gesamte kommunale Bereich betroffen, also die Verwaltung, die Kindertagesstätten, die Abfallwirtschaft oder das Klinikum Stuttgart.

Werner Wölfle, Bürgermeister für Verwaltung und Krankenhäuser, sagt: "Beide Seiten lassen verlauten, dass die Verhandlungen konstruktiv verlaufen. Für den erneuten Warnstreik kann ich daher kein Verständnis aufbringen. Er bringt die Tarifverhandlungen nicht weiter, sondern trifft die Bürger, die auf die Serviceleistungen der öffentlichen Hand angewiesen sind." Wölfle betonte, dass er sehr wohl Verständnis habe für die Forderung nach spürbaren Einkommenserhöhungen für untere Lohngruppen. "Gut ist, dass beide Seiten Verhandlungsbereitschaft signalisieren. Die Forderungen von ver.di sind nicht tragbar. Sie würden unseren Haushalt jährlich mit gut 40 Millionen Euro zusätzlich belasten." Wölfle unterstreicht: "Wir haben mehr als nur unsere Hausaufgaben gemacht. So haben wir das Gehalt der meisten Erzieherinnen monatlich um 100 Euro verbessert. Und das neue Jobticket macht sich ab April bei unseren Mitarbeitern direkt im Geldbeutel bemerkbar."

Öffentlicher Nahverkehr

Bestreikt werden alle Stadtbahnen, die Zahnradbahn, die Seilbahn und die Busse der SSB. Ebenfalls werden daher die SSB-Kundenzentren Charlottenplatz, Rotebühlplatz und Hauptbahnhof geschlossen sein. Der SSB-Telefonservice wird am Streiktag auch nicht erreichbar sein. Fahrgäste können sich stattdessen an die Mitarbeiter des VVS-Callcenters unter 0711-19449 wenden, die von 8 bis 17.30 Uhr erreichbar sind, oder rund um die Uhr an die landesweite Fahrplanauskunft unter 01805-779966 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz). Die Reisezentren der DB sind nicht vom Streik betroffen und sind für Kunden am Mittwoch wie gewohnt geöffnet.

Die S-Bahnen, Nahverkehrszüge, privaten Nebenbahnen und die Busse der privaten Verkehrsunternehmen sowie der Regiobus Stuttgart fahren wie gewohnt. Weitere Alternativen sind Car-Sharing, private Mitfahrgelegenheiten oder das Fahrrad. Aus Platzgründen sollten Räder aber nicht mit in die Bahnen der DB genommen werden, da am Streiktag mit vollen Zügen zu rechnen ist.

Kindertagesstätten

Es werden voraussichtlich 143 städtische Kindertageseinrichtungen bestreikt, das sind acht weniger als am 19. März. Geöffnet sind 31 Einrichtungen. 13 Einrichtungen sind teilweise geöffnet. Von den Eltern betrieben werden die Einrichtung Sandbuckel 47 (Giebel) und die Einrichtung In der Falterau 30 (Degerloch).

Das Jugendamt bittet Eltern darum, sich vorher zu erkundigen, ob Einrichtungen geöffnet haben oder geschlossen sind. Dies erfahren sie am Infotelefon des Jugendamtes unter Telefon 0711-216-55555.

"Auch diesmal gilt unser Angebot, dass die Beschäftigten ihre Kinder ausnahmsweise zum Arbeitsplatz mitbringen können, wenn sie nicht streiken und ihre Kinder nicht anderweitig betreuen lassen können. Natürlich muss es auch mit dem Arbeitsplatz vereinbar sein. Aber hier sind wir entgegenkommend", sagt Bürgermeister Wölfle.

Abfallentsorgung an diesem Tag erschwert

Die Abfall- und Wertstoffabfuhr ist durch den Arbeitsausfall am Streiktag nur bedingt möglich. Der Eigenbetrieb AWS wird versuchen, die Abfuhr der an diesem Tag nicht geleerten Abfall- und Wertstoffbehälter in den darauf folgenden Tagen nachzuholen. Dasselbe gilt für nicht abgeholten Sperrmüll und abgeholtes Grüngut. Gleichzeitig bittet der Eigenbetrieb AWS die Bürgerinnen und Bürger, die Annahmestellen Deponie Einöd und den Wertstoffhof Einödstraße 50 in Hedelfingen sowie das Schadstoff- und Wertstoffmobil an diesem Mittwoch nicht anzufahren. Die Wertstoffhöfe Burgholzstraße 31/1 in Münster, In den Entenäckern 3 in Plieningen, Hemminger Straße 125 in Weilimdorf und Liebknechtstraße 49/1 in Vaihingen sind geöffnet. Ab Donnerstag, 27. März, sind alle Annahmestellen wieder zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar.

Für Fragen ist der AWS-Kundenservice unter der Hotline 0711-21688700 erreichbar.

Klinikum Stuttgart - Versorgung der Patienten ist gewährleistet

Vom Streik sind auch die vier Krankenhäuser des Klinikums Stuttgart betroffen. Es wird zu Einschränkungen bei Aufnahmen, Untersuchungen und Behandlungen kommen. Für dringende Fälle wird rund um die Uhr eine Versorgung sichergestellt. Eine Notdienstvereinbarung wird abgeschlossen. Patienten, die Rückfragen zu einem für diesen Tag vereinbarten Behandlungstermin haben, sollten sich telefonisch an ihren Ansprechpartner im Klinikum Stuttgart oder die Telefonzentrale 0711-27800 wenden.

Bäderbetriebe

Beim ersten Warnstreik am 19. März waren die Mineral- und Hallenbäder geschlossen. Wer am Mittwoch, 26. März den Besuch eines Bades plant, erfährt unter Telefon  0711-216-57880, ob geöffnet ist.

Inwieweit andere Ämter, Eigenbetriebe und Servicestellen der Landeshauptstadt Stuttgart betroffen sein könnten, ist derzeit leider nicht bekannt. Bei Bestattungsfragen erhalten Betroffene unter 0711-21693861 Auskunft.