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Insolvenzverwalter hat ehemalige IBM-Zentrale aufgegeben

01.04.2014 Aktuelles
Der Insolvenzverwalter für die ehemalige IBM-Zentrale in Stuttgart-Vaihingen, dem sogenannten Eiermann-Campus, hat mit Wirkung zum 31. März 2014 die Unterhaltung des denkmalgeschützten Areals aufgegeben. Eine entsprechende schriftliche Mitteilung war bei der Stadt am 24. März eingegangen.

Außerdem hat der Insolvenzverwalter angekündigt, das Areal aus der Insolvenzmasse zu entlassen. Die Stadt als Ortspolizeibehörde wird, vertreten durch das Amt für öffentliche Ordnung, für die notwendige Sicherheit am Eiermann-Campus sorgen. Über die entstehenden Kosten dafür lässt sich noch nichts sagen, teilte die Stadt am 1. April mit. Die Stadt prüft außerdem derzeit das weitere Vorgehen nach dem Ausstieg des Insolvenzverwalters.

Ungeachtet dessen verfolgt die Stadt weiterhin das Ziel, den Eiermann-Campus mit den angrenzenden Flächen geordnet zu entwickeln. Vertrauliche Gespräche mit möglichen Investoren laufen. Über Interessenten wie auch über Kosten einer Sanierung und Erschließung des Eiermann-Campus kann die Stadt mit Rücksicht auf die Gespräche keine Auskunft geben. Für die Entwicklung des Areals bedarf es eines neuen Bebauungsplans, der eine Bürgerbeteiligung beinhalten soll. Dafür muss mit einem Zeitaufwand von anderthalb bis zwei Jahren bis zu einem Beschluss gerechnet werden.

Diese Entwicklungschance hatte ein von Oberbürgermeister Fritz Kuhn im Jahr 2013 einberufenes Kolloquium aus Fachleuten wie Architekten, Ingenieuren, Planern und Wissenschaftlern erst eröffnet, und zwar unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Kern des Vorschlags aus dem Kolloquium ist neben dem Erhalt der denkmalgeschützten Bauten des Architekten Egon Eiermann die behutsame Erschließung des Geländes für neue Wohn-, Büro- und gewerbliche Nutzungen. Gedacht ist etwa an eine modulare Anordnung von Gebäuden in Form von Kleinstquartieren hoher städtebaulicher Dichte mit vier bis sieben Geschossen.

Der Gemeinderat hatte sich in einem Grundsatzbeschluss im September 2013 mit großer Mehrheit zur Entwicklung des Eiermann-Campus, ausgehend von dem Vorschlag des Kolloquiums, bekannt.