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Trockene und windarme Witterung lässt Feinstaubwerte steigen

15.04.2014 Aktuelles
Die Stadt Stuttgart weiß um die Belastung mit Feinstaub aufgrund der topographischen Lage insbesondere im Innenstadtbereich und steuert mit einem Bündel unterschiedlicher Maßnahmen dagegen.

Diese sind im Luftreinhalteplan des Landes und im Aktionsplan "Nachhaltig mobil in Stuttgart" von Oberbürgermeister Fritz Kuhn zusammengefasst. Zu dem Aktionsplan zählt u. a. auch, dass der konventionell betriebene Fahrzeugverkehr im Kessel um 20 Prozent sinken soll. Weitere Maßnahmen sind die Verflüssigung des Verkehrs etwa durch elektronische Steuerungstafeln oder Tempo 40 auf Steigungsstrecken. Auch die erfolgreiche Einführung eines Jobtickets für städtische Bedienstete hilft, den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu fördern; das Jobticket findet zudem großen Anklang bei anderen Arbeitgebern in Stuttgart. Weitere Maßnahmen sind Verbesserungen im Rad- und Fußgängerverkehr sowie die Ausdehnung des Parkraummanagements vom Stuttgarter Westen auf weitere Innenstadtbezirke.

Die im ersten Quartal dieses Jahres am Neckartor in Stuttgart gemessenen erhöhten Feinstaubwerte gehen auf mehrere Faktoren zurück, erklärt Ulrich Reuter, Leiter der Abteilung Stadtklimatologie im Umweltamt: "In den vergangenen Monaten hatten wir eine sehr trockene und windarme Witterung. Der Staub wurde aus der Luft nicht ausgewaschen. Zusätzlich hat der Saharastaub in den vergangenen Wochen Einfluss auf die Messungen gehabt." Nach den Messungen der Landesanstalt für Umwelt liegen an der Kreuzung Neckartor aktuell die Tage mit Überschreitung des Grenzwertes bereits bei 36 - im Jahr sind 35 Tage zulässig.

Umfangreiche Maßnahmen

Die Stadt traf auf der Basis des im Zuständigkeitsbereich des Landes erstellten Luftreinhalteplan bereits in der Vergangenheit umfangreiche Maßnahmen, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. So wurden im ganzen Stadtgebiet eine Umweltzone eingerichtet. Das bedeutet, nur Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette dürfen in die Stadt einfahren. Für LKWs gilt ein Durchfahrverbot durch die gesamte Stadt.

"Um die Feinstaubbelastung nachhaltig zu reduzieren, ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen notwendig. Nur das Zusammenspiel aller Bemühungen kann kontinuierlich die Feinstaubwerte in Stuttgart reduzieren", so Reuter weiter.

In den Jahren 2004 bis 2006 hatte die Landeshauptstadt etwa 160-190 Überschreitungen der Feinstaubwerte pro Jahr. In den vergangenen Jahren zeigten die bereits getroffenen Maßnahmen Wirkung. Die Werte wurden weniger als 100 Mal im Jahr überschritten. In den drei vergangenen Jahren waren es zwischen 78 und
91 Überschreitungen.