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OB Kuhn begrüßt zwei Bienenvölker auf dem Rathausdach

14.05.2014 Umwelt
Zwei Bienenvölker haben ihr neues zu Hause auf dem Dach des Stuttgarter Rathauses gefunden. Noch in diesem Jahr werden sie ihren Honig mitten im Zentrum der Landeshauptstadt produzieren.

Oberbürgermeister Kuhn begrüßte die rund 60.000 Tiere als neue "Mitarbeiter" auf dem Rathausdach und erkundigte sich bei Tobias Miltenberger, Imker und Vorsitzender des Bienenschutz Stuttgart e.V., über den Kampf gegen das Bienensterben.

"Es ist toll zu sehen, dass das innerstädtische Imkern mehr und mehr Zulauf findet. Viele Leute wissen gar nicht, wie stark das ganze landwirtschaftliche System von den Bienen abhängt", sagte Oberbürgermeister Kuhn am Mittwoch, 14. Mai, auf dem begrünten Dach der Rathauspassage. Der OB fragte nach der Qualität des Stuttgarter Kessels als Revier der Bienen - "perfekt dank vieler Grünflächen und abwechslungsreicher Bepflanzungen" - und ihren natürlichen Gewohnheiten - "ihr Ortungssinn führt sie immer zurück zum eigenen Bienenstock", so die Erläuterungen von Miltenberger. Kuhn erklärte:"Ich habe mich immer wieder mit dem Thema befasst, gerade als das Bienensterben größere Ausmaße angenommen hat."

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Blick ins Innere eines Bienenstocks: Auf dem begrünten Rathausdach probierte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (r.) frischen Honig, den Tobias Miltenberger (l.) direkt aus einigen Waben entnommen hatte.

Artensterben bei Bienen

Laut Miltenberger hat bei vielen Menschen schon ein erstes Umdenken stattgefunden." Die meisten wissen, dass man etwas tun muss. Deshalb wollen wir mit unserer Initiative 'Stuttgart summt!' auch auf das Bienensterben aufmerksam machen. Wir freuen uns zwei Bienenvölker an so prominenter Stelle in der Stadt ausbringen zu können", sagte Miltenberger, der eine erste Honigernte der Rathausbienen schon im Juli erwartet.

Mit der Aktion unterstützt die Stadtverwaltung die Initiative "Stuttgart summt" des Bienenschutz Stuttgart e.V.. Die Initiative macht auf das Artensterben der sanftmütigen Arbeiter aufmerksam. Seit Jahren wird ein starker Rückgang bei Bienen verzeichnet, die nach Rindern und Schweinen die wichtigsten Nutztiere in Deutschland sind. Etwa 40 Prozent der etwa 560 Wildbienenarten in Deutschland sind durch Pestizide, Krankheiten und mangelnde Nahrungsquellen geschwächt. Dabei drohen ohne Bienen große Verluste an Obst und Gemüse, wenn die Bestäubung nicht erfolgt. Schließlich sorgen sie dafür, dass 60 Prozent aller heimischen Nutzpflanzen befruchtet werden.

Über 1.000 Bienenvölker in Stuttgart

Um zu wenig Nahrung brauchen sich die Bienen in Stuttgart nicht zu sorgen. Rund ein Drittel der städtischen Grünflächen werden heute als Blumenwiesen gepflegt, die den Insekten unter anderem als Nahrungsquelle dienen. Außerdem unterstützt die Stadt Imker bereits schon jetzt bei der Suche nach geeigneten Standorten für Bienenstände. Derzeit gibt es in Stuttgart über 1.000 Bienenvölker, die regionalen Honig von hoher Qualität erzeugen.