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Stuttgarter Diversity Kongress - Politik der Vielfalt und Chancengleichheit in Kommunen

15.05.2014 Aktuelles
Der Begriff Diversität wird seit einiger Zeit in den Kommunen heftig diskutiert. Die Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern der Landeshauptstadt lädt gemeinsam mit der Abteilung Integration und zahlreichen kommunalen Akteuren am Mittwoch, 28. Mai, zum "Stuttgarter Diversity Kongress" ein.

Der ganztägige Fachkongress "Politik der Vielfalt und Chancengleicheit in Kommunen" beginnt um 9 Uhr im Stuttgarter Rathaus und steht unter dem Motto "Wie wird Gender-, also Chancengleichheitspolitik, konkret in Zusammenhang mit Vielfalt und Diversity angepackt?". Die Abteilung für Individuelle Chancengleichheit will beim Kongress alle relevanten kommunalen Dimensionen der Genderpolitik beleuchten und zur Diskussion zu stellen.

"Gender steht für uns als Dach über allen Dimensionen der Diskriminierung", sagt Ursula Matschke, die Leiterin der Abteilung für individuelle Chancengleichheit. "Hinter jeder Frau, hinter jedem Mann steckt neben dem Geschlecht, der sexuellen Orientierung und Identität ein Alter, eine Herkunft, seine Bildung, seine Religion und kulturelle Bindung oder auch Behinderung. Damit sind Rahmenbedingungen gesetzt, die wir je nachdem beeinflussen können, um Chancen zu verbessern. Unsere Fachforen sollen helfen, Kompetenzen ins Boot zu holen und von denen zu lernen, die gute Ansätze praktizieren", so Matschke zur Zielsetzung des Kongresses.

Löst Diversity die Frauenförderung ab?

Der Kongress bietet den Fachteilnehmern Praxisbeispiele und Informationen zu kommunalpolitischen Handlungsfeldern aus erster Hand. Dabei beschäftigen sich die Teilnehmer mit unterschiedlichen Fragestellungen: Welche Vielfalt ist gemeint, welche Konzeptionen sollen für wen entwickelt und umgesetzt werden? Geht es um einen Perspektivenwechsel vom Defizit- zum Potentialansatz für die Städte? Öffnet die Wertschätzung von Vielfalt neue Entwicklungsperspektiven für eine erfolgreiche Politik der Chancengleichheit? Wie kann man chancenarme Zielgruppen einbinden? Löst Diversity die Frauenförderung ab? Ist Genderpolitik out? Wo liegen Schnittstellen, Bereicherungen und Abgrenzungen?

Die Teilnehmer erhalten die Gelegenheit innovative Wege kommunaler Experten aus dem gesamten Bundesgebiet kennenzulernen, sich zu vernetzen und zukunftsträchtige Praktiken mitzunehmen.

Abbau von Hemmnissen und Diskriminierung

Für die Landeshauptstadt ist interkulturelle Personalpolitik bereits ein wichtiger Aspekt. "Kulturelle Vielfalt ist ein Merkmal unserer Einwanderungsgesellschaft. Wir setzen uns dafür ein, dass mehr Migrantinnen und Migranten als Beschäftigte in städtischen Ämtern eingestellt werden, auch in leitenden Positionen", so der Integrationsbeauftragte Gari Pavkovic, Leiter der Abteilung Integration.

In Stuttgart gehört die Herausforderung von Gegensätzen zur Vielfalt: junge, ältere und hochbetagte Menschen, chancenarme Erwerbslose und erfolgreich Beschäftigte, Einheimische und Zuwanderer, Singles und Familien - und das jeweils für beide Geschlechter.

"Nur ein Miteinander und eine an gleichen Teilhabechancen orientierte Gesellschafts- und Arbeitsmarktpolitik hilft, die enormen Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Dabei gilt es, Hemmnisse und Diskriminierungen abzubauen, besondere Benachteiligungen zu identifizieren und als kommunale Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen", so Pavkovic.

Gestaltung der Vielfalt

"Die kommunalen Verwaltungen stehen als Dienstleister und öffentliche Arbeitgeber vor der Herausforderung, der wachsenden Vielfalt in ihren Gemeinden Rechnung zu tragen. Dabei geht es nicht nur darum, die Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen bei kommunalen Dienstleistungen zu berücksichtigen, sondern auch dafür zu sorgen, dass sich diese Vielfalt bei der Stadt als Arbeitgeberin widerspiegelt," führt der Integrationsbeauftragte weiter aus.

Das Konzept des Diversitätsmanagements, also die Gestaltung der Vielfalt, beinhaltet einen ganzheitlichen Ansatz, der die bisherige Politik der Frauenförderung unter entsprechend erweiterten Dimensionen wie Ethnie, Religion, soziale Herkunft, Behinderung, Alter und sexuelle Identität integriert.

Chancen in allen Lebensbereichen verbessern

Die Abteilung für Individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern versteht Genderpolitik als eine Querschnittsaufgabe der Stadt mit all ihren Facetten und Dimensionen. Ziel ist es, die städtischen Akteure zusammenzubringen und die Chancen für alle Bürgerinnen und Bürger, in allen Lebens- und Arbeitsbereichen, zu verbessern, speziell im Bereich Bildung und Ausbildung. Zugleich will sie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für gerechtere Ausgangsbedingungen von Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männern sorgen.

Das Programm mit Anmeldeformular für den Fachkongress ist als Download auf www.stuttgart.de/diversity verfügbar. Eine online Anmeldung ist dort ebenfalls möglich.