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Erste Systembauten für Flüchtlinge werden in Stuttgart errichtet

21.05.2014 Aktuelles
In Stuttgart-Plieningen werden am Standort "Im Wolfer" erstmals Bauteile für Systembauten zur Unterbringung von Flüchtlingen angeliefert.

Die Module werden am 21. und 22. Mai über Schwertransporte zur Baustelle transportiert und umgehend montiert.

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) errichtet die Systembauten für die Landeshauptstadt Stuttgart.

In der Bürgerschaft vor Ort sei insgesamt eine sehr erfreuliche Akzeptanz und auch eine Willkommenskultur für die neuen Nachbarn zu spüren, erklärte der Leiter der Lenkungsgruppe Flüchtlinge, der stellvertretende Sozialamtsleiter Stefan Spatz am Mittwoch, 21. Mai.

Dies drücke sich insbesondere in der Gründung eines Flüchtlingsfreundeskreises mit rund 80 Teilnehmern aus, die bereits viele gute Ideen entwickelt hätten. "Dafür sind wir als Stadtverwaltung natürlich offen", sagte Spatz. Es gebe auch kritische Stimmen von Anwohnern, die man sehr ernst nehme.

Positives Siganal: Erste Spenden

Wie Spatz weiter mitteilte haben sich die beiden Plieninger Sportvereine TV Plieningen und KV Plieningen sowie der TSV Birkach bereit erklärt, die Flüchtlinge zu integrieren und ihnen Trainingsmöglichkeiten anzubieten.

Erste Spenden für Sportgeräte und für die Flüchtlingskinder seien bereits eingegangen. Spatz: "Das heißt, es gibt viele positive Signale für die Flüchtlinge, die im Stadtbezirk Plieningen voraussichtlich schon im August 2014 in die neuen Systembauten einziehen werden."

An sechs Standorten

In Stuttgart waren am 16. Mai 2014 1.830 Flüchtlinge in 62 Unterkünften in 15 Stadtbezirken untergebracht. Auf die erwartete Zunahme der Zahl der Flüchtlinge reagiert die Stadt mit einem Systembauten-Programm zur Schaffung von insgesamt 1.038 Unterkunftsplätzen im 2. Halbjahr 2014 bzw. 1. Quartal 2015. Die Standorte sind nach dem Stuttgarter Modell dezentral an sechs Standorten in sechs Stadtbezirken ausgesucht. Der entsprechende Grundsatzbeschluss des Gemeinderats war am 19. Dezember 2013 mit großer Mehrheit gefasst worden.

Investition von über 21 Millionen

Die Landeshauptstadt investiert über 21 Millionen Euro für die vorgesehenen Systembauten mit einer Größe von 78 bis 243 Plätzen. Die Systembauten zeichnen sich durch eine moderne Ausstattung mit Gemeinschaftsräumen für integrative Aktivitäten sowie Büros für die Flüchtlingsbetreuungsverbände aus.

In den Außenbereichen sind Spielplätze, auch Pflanzbeete zum Eigenanbau sowie separate Unterbringungsmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder vorgesehen.

Die Systembauten in Modulbauweise werden wetterunabhängig im Werk vorgefertigt, zeitgleich kann vor Ort bereits mit vorbereitenden Baumaßnahmen begonnen werden.

Der hohe Vorfertigungsgrad mit bereits vorinstallierter Versorgungsinfrastruktur ermöglicht eine bis zu 70 Prozent kürzere Bauzeit als herkömmlich. Der Endausbau wird vor Ort fertiggestellt.

415 Flüchtlinge neu aufgenommen

In Baden-Württemberg ist die Zahl der neu aufgenommenen Flüchtlinge im Jahr 2013 mit 13.853 und einem deutlichen Zuwachs um 75 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr) auf ein Rekordhoch gestiegen.

Der Landeshauptstadt Stuttgart wurden im Jahr 2013 vom Land 761 Flüchtlinge zugewiesen. Dies entspricht einer Zunahme von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Von Januar 2014 bis heute wurden in der Landeshauptstadt Stuttgart bereits 415 Flüchtlinge neu aufgenommen.