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Neues Statistisches Jahrbuch

Das Statistische Amt hat das Statistische Jahrbuch 2012/2013 herausgegeben, das Daten über die Landeshauptstadt zusammenfasst.

"Das Jahrbuch liefert eine Vielzahl wichtiger und interessanter Daten über das wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben in der Landeshauptstadt Stuttgart", so Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amtes. Im mehrjährigen Abstand wird das mittlerweile im 61. Jahrgang erscheinende Kompendium als Druckwerk veröffentlicht. Ansonsten werden die Daten als Einzeltabellen jährlich im Statistischen Informationssystem Komunis im Internet aktualisiert und im Internet unter www.stuttgart.de/statistik angeboten.

Einschätzung zur nachhaltigen Entwicklung

In diesem Jahrbuch werden in 300 Tabellen und 113 Abbildungen nahezu 50 000 Daten präsentiert. Zeitreihen belegen die Entwicklung und Veränderung in der Gesamtstadt seit 1991, Strukturdaten ausgewählter Themenbereiche machen für das Jahr 2012 sozialräumliche Unterschiede in den 23 Stadtbezirken erkennbar. Jedem der 14 Kapitel wurden Erläuterungstexte und eine aktuelle Grafik vorangestellt. Die in einem 15. Kapitel zusammengestellten Nachhaltigkeitsindikatoren geben eine Einschätzung zur nachhaltigen Entwicklung Stuttgarts.

Auch diese Ausgabe erscheint im handlichen A5-Format. Neben dem Tabellen- und Abbildungsverzeichnis, dem Verweis auf Großstadt- und Regionalvergleiche sorgt das tief gegliederte Indikatorenverzeichnis dafür, dass die Leser die gesuchten Informationen leicht auffinden können.

Alle Daten des Jahrbuchs beziehen sich, soweit verfügbar, einheitlich auf den Stand des Jahres 2012. Das Statistische Jahrbuch 2012/2013 ist zum Preis von 13 Euro erhältlich beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de, www.stuttgart.de/statistik.

Hier einige interessante Einzelergebnisse:

Einwohner

Die Zahl der Einwohner am Ort der Hauptwohnung steigt seit 2010 an und erreichte 2012 mit 578 886 Einwohnern mit Hauptwohnung den höchsten Einwohnerstand seit fast 20 Jahren.

2012 wurden in Stuttgart 5514 Kinder geboren. Der natürliche Saldo, die Differenz aus Geburten und Sterbefällen, fiel mit plus 303 bereits seit 2004 positiv aus.

In Stuttgart leben Menschen aus 180 Ländern. Die meisten der 235 000 Migranten, unter ihnen 106 000 mit deutschem Pass, haben Bezüge zur Türkei, zu Italien, Griechenland, Kroatien oder Polen.

Bauen und Wohnen

Mit 1881 fertig gestellten Wohnungen hat der Wohnungsbau 2012 das höchste Niveau seit 1999 erreicht.

Die Zahl der privaten Bauherren geht kontinuierlich zurück. 2012 waren diese nur noch zu zehn Prozent am Bauvolumen beteiligt.

Der geförderte Wohnungsbestand verringert sich sukzessive. Vor zehn Jahren betrug der Anteil der Sozialmietwohnungen am Wohnungsbestand 6,2 Prozent, 2012 waren es nur noch 5,3 Prozent.

Arbeitsmarkt und Unternehmen

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag 2012 mit 359 817 Personen um vier Prozent höher als im Krisenjahr 2008.

Knapp 61 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Stuttgart sind Einpendler, ein Drittel der in Stuttgart wohnenden Beschäftigten pendeln aus.

2012 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bezogen auf die zivilen Erwerbspersonen bei 5,6 Prozent (2010: 6,4 Prozent).

Das Verarbeitende Gewerbe (Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten) erzielte seit 2010 eine Steigerung des Gesamtumsatzes von 32 Prozent.

Die Zahl der Betriebe im Bauhauptgewerbe hat 2012 nach jahrelanger Strukturanpassung wieder den Stand von 2005 erreicht.

Einkommen und Preise

An der Börse Stuttgart wurde 2012 gegenüber dem Krisenjahr 2008 das Zweieinhalbfache an Werten notiert.

Der Verbraucherpreisindex für Baden-Württemberg ist im Zeitraum 2010/2012 um 3,9 Prozent gestiegen, die höchste Preissteigerung vollzog sich in der Hauptgruppe Verkehr mit 8,6 Prozent.

Soziales

Die Zahl der Grundsicherungsempfänger insgesamt ist zwischen 2010 und 2012 um 5,5 Prozent zurück gegangen.

72 von 1000 Stuttgarterinnen und Stuttgartern hatten 2011 eine Behinderung.

Kriminalität

Die Zahl der erfassten Straftaten ist 2012 gegenüber 2010 um 1,6 Prozent angestiegen.

Stuttgart war, bezogen auf die Einwohnerzahl, auch 2012 die deutsche Großstadt mit den wenigsten Delikten.

Kultur und Freizeit

In der Stadtbücherei Stuttgart hat sich seit 1980 der Bestand um gut die Hälfte auf 1 236 825 Medien erhöht.

Mit über 3,6 Kinobesuchen je 1000 Einwohner nahm die Landeshauptstadt 2012 den dritten Platz hinter Nürnberg und Karlsruhe im Großstadtvergleich ein.

Die Automobilmuseen Mercedes-Benz (722 134) und Porsche (369 914) verzeichneten 2012 mit großem Abstand die höchsten Besucherzahlen.

Tourismus

2012 überschritt die Zahl der Übernachtungen zum ersten Mal die Drei-Millionen-Grenze.

Die meisten Übernachtungsgäste in Stuttgart kamen nach wie vor aus der Schweiz. Die höchsten Zuwachsraten hatten Russland und die Volksrepublik China zu verzeichnen.

Die CMT, größte Stuttgarter Publikumsmesse, hatte 2012 gegenüber 2010 einen Besucherzuwachs von 8,5 Prozent.

Finanzen und Steuern

Die Einzahlungen im Finanzhaushalt 2012 der Landeshauptstadt Stuttgart summierten sich auf 2,6 Milliarden Euro, eine halbe Milliarde Euro mehr als 2010. Die Auszahlungen stiegen im gleichen Zeitraum um 0,3 Milliarden Euro.

Die Gewerbesteuereinnahmen 2012 sind gegenüber dem schwachen Jahr 2010 wieder kräftig gestiegen (plus 50,1 Prozent).

Das Gewerbesteueraufkommen von 746,5 Millionen Euro im Jahr 2011 war das höchste seit 1980.

Umwelt und Verkehr

Der Rückgang an CO2-Emissionen um 0,9 Tonnen je Einwohner zwischen 1990 und 2010 war dem erhöhten Einsatz erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung und dem geringeren Einsatz von Kohle zu verdanken.

Das Aufkommen von Haus- und Sperrmüll in Stuttgart ist seit 1990 rückläufig und betrug 2012 noch 77 Prozent des Müllaufkommens des Jahres 1990.

Der Kraftfahrzeugbestand in Stuttgart stieg 2012 gegenüber 2010 um 12 375 (plus 4 Prozent), darunter um 10391 Personenkraftwagen.

Mit 558 Kraftfahrzeugen je 1000 Einwohner liegt die Autostadt Stuttgart mit Dortmund und Essen an der Spitze der deutschen Großstädte.

Die Zahl der Flugzeugbewegungen (Start und Landung) nahmen nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 zwischen 2010 und 2012 wieder zu (plus 2 Prozent). Die Zahl der Fluggäste stieg im gleichen Zeitraum mit 5,7 Prozent aber deutlich stärker an.