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Jahresbilanz 2013 der Dienststelle Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen vorgestellt

03.06.2014 Aktuelles
Die Dienststelle Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Amt für öffentliche Ordnung hat ihre Jahresbilanz 2013 vorgelegt. Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung und Dienststellenleiter Dr. Thomas Stegmanns zogen gemeinsam ein positives Fazit.

Nach dem Motto "vom Stall bis zum Teller" wurde auch im zurückliegenden Jahr die Lebensmittelkette von der Gesundheit und den Haltungsbedingungen lebensmittelliefernder Tiere bis zur Produktion, Verarbeitung und Abgabe von Lebensmitteln überprüft.

Laut Schairer besteht allerdings nach wie vor bundesweit ein erheblicher Mangel an ausgebildeten Lebensmittelkontrolleuren, von dem auch die Landeshauptstadt betroffen ist. "Wie bereits im Vorjahr standen uns auch 2013 nur 14 ausgebildete Lebensmittelkontrolleure zur Verfügung" merkte der Ordnungsbürgermeister an.

Umso beachtlicher fand er deshalb die Tatsache, dass die Kontrollzahlen leicht gesteigert werden konnten und somit der Abwärtstrend der letzten Jahre gestoppt wurde.

Langfristig weitere Verbesserung des Verbraucherschutzes
"Stuttgart hat in den letzten Jahren erheblich in die Ausbildung neuer Kontrolleure investiert, dass zahlt sich jetzt aus", betonte Dienststellenleiter Stegmanns.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass spätestens Ende 2014 alle 20 Lebensmittelkontrolleurstellen, die der Stadt zur Verfügung stehen, besetzt werden können.

Mehr Betriebe werden geschlossen

Allerdings ist dies auch dringend notwendig. Zirka 47 Prozent aller 2013 überprüften Lebensmittelbetriebe wurden beanstandet, und dieser Trend nimmt laut Stegmanns weiter zu. Dabei sei insbesondere ein Anstieg der schwerwiegenden Verstöße festzustellen.

2014 seien bereits in den ersten fünf Monaten mehr Betriebsschließungen notwendig gewesen als im gesamten vergangenen Jahr. Stegmanns führt dies nicht zuletzt auf den geringeren Kontrolldruck der letzten Jahre zurück. Zudem würden Verstöße aufgrund des Personalmangels zum Teil erst mit Verspätung geahndet.

Bußgelder - spät, aber sie kommen

Bürgermeister Schairer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass angesichts dieser Situation bei den betroffenen Lebensmittelunternehmern der Eindruck entstehen könnte, dass sie für ihre Verstöße nicht zur Rechenschaft gezogen würden.

Die Stadt sorge zwar dafür, dass im Sinne des Verbraucherschutzes festgestellte Mängel umgehend abgestellt würden. Bei den Bußgeldbescheiden gebe es derzeit jedoch noch erhebliche zeitliche Verzögerungen. "Die Rückstände werden nun nach und nach abgearbeitet", so Schairer, der damit all jenen die Hoffnung raubt, die annehmen, dass ihre Vergehen in Vergessenheit geraten könnten.

Auch was die Untersuchung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen betrifft, gab es Positives zu berichten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fast elf Prozent mehr Proben gezogen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Beanstandungen. "Die deutlich höhere Quote zeigt, dass Amtstierärzte und Lebensmittelkontrolleure die Proben zielgerichtet und risikoorientiert genommen haben" ,sagte Thomas Stegmanns.

Infos für Kitas

Schairer unterstrich die Wichtigkeit des vorbeugenden Verbraucherschutzes durch Information und Beratung. Im zurückliegenden Jahr hätten hiervon besonders viele der neu eingerichteten und schon bestehenden Kindertageseinrichtungen profitiert.

So wurden die Amtstierärzte bei Kitaneubauten bereits in die Planung der Küchen einbezogen. Zudem wurden Verantwortliche und Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen bei einer Schulung über rechtliche Grundlagen und alle notwendigen Aspekte einer guten Hygienepraxis in Kita-Küchen informiert.

"Das Feedback der Teilnehmer war überaus positiv und das Interesse an der Fortbildungsveranstaltung so groß, dass im ersten Anlauf leider nicht allen Interessenten berücksichtigt werden konnten", betonte Stegmanns. Der Dienststellenleiter wies deshalb darauf hin, dass auch dieses Jahr entsprechende Schulungen angeboten werden.

Landwirtschaftliches Hauptfest

Neben dem Thema Lebensmittelüberwachung machte der Amtstierarzt auch auf die Aufgaben der Tiergesundheitsüberwachung aufmerksam.

Unter anderem berichtete Stegmanns über eine landesweite Tierseuchenübung im vergangenen Jahr, an der die Landeshauptstadt maßgeblich mitgewirkt hatte. "Diese Übung hat uns wichtiges Wissen vermittelt, um im Notfall den Ausbruch von Tierseuchen wirkungsvoll eindämmen oder ganz vermeiden zu können", so der leitende Amtstierarzt. Er schätzt diese Erfahrungen insbesondere im Hinblick des in diesem Jahr zum 99. Mal stattfindenden Landwirtschaftlichen Hauptfestes.

In der größten Fachausstellung der Landwirtschaft in Süddeutschland werden vom 27. September bis zum 5. Oktober landwirtschaftliche Nutztiere aus ganz Baden-Württemberg gezeigt.

Entsprechend wichtig sind Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Überprüfung der Gesundheit dieser Tiere oder die Reinigung und Desinfektion von Transportfahrzeugen, um eine mögliche Verschleppung von Tierkrankheiten zu vermeiden.