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Neue Filmreihe im Planetarium

Das Kulturamt öffnet den Keplersaal des Carl-Zeiss-Planetariums, Willy-Brandt-Straße 25, für Film-Vorstellungen. Die "Anstifter" und das Theater am Olgaeck starten am Sonntag, 29. Juni, mit "Der Untertan" (DDR 1950, Wolfgang Staudte) die Reihe "Filme, die Geschichte machen".

Gezeigt werden Streifen, die der Zensur anheimfielen, filmgeschichtlich interessante Filme und solche, die sich elementaren Menschenrechten widmen, historische Ereignisse aufgreifen oder zur Auseinandersetzung einladen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 11 Uhr. Zu den Veranstaltungen gibt es in der Regel Sonntagsfrühstücke oder einen kleinen Imbiss, Musik und Literatur.

Die Anstifter und Theater am Olgaeck als Partner

"Wir knüpfen mit dieser Reihe an eine gute Tradition des Planetariums an", sagt die Kulturamtsleiterin Dr. Birgit Schneider-Bönninger. Von 1976 bis 1997 beherbergte das Planetarium das Kommunale Kino Stuttgart, bevor dieses in das Filmhaus umzog. "Wir haben ein großes Interesse daran, die Räume des Planetariums möglichst intensiv zu nutzen." In den "Anstiftern" und dem Theater am Olgaeck fand das Amt geeignete Partner, um im Planetarium wieder Filme zu zeigen. "Wir wollen aber ein Missverständnis von vornherein ausschließen", so Schneider-Bönninger, "diese Reihe kann kein Kommunales Kino und kein Filmhaus ersetzen.

Dieses große Projekt zu verwirklichen, steht weiterhin auf der Agenda des Kulturamts. Andererseits wird es voraussichtlich
noch eine Zeitlang dauern, bis das Konzept eines 'Hauses für Film und Medien' realisiert werden kann. Deshalb stellen wir den Keplersaal des Planetariums interimsweise für vom Kulturamt geförderte Veranstaltungen aus dem Bereich Film und Medien zur Verfügung."

Denkanstöße und neue Besuchergruppen

Für Dr. Uwe Lemmer, den Direktor des Planetariums, ergeben sich durch die Filmreihe "gute Möglichkeiten, vorübergehend zusätzliches Publikum zu gewinnen". Das Planetarium werde dadurch auch für Publikumsgruppen interessant, die es bisher nicht besucht hatten. "Wir liegen zwar am Rand der Baustelle für den neuen Tiefbahnhof. Manche denken, wir hätten deshalb geschlossen. Das stimmt nicht. Unser Vorstellungsbetrieb geht wie gewohnt weiter."

Für Peter Grohmann, den Sprecher des gemeinnützigen Vereins Bürgerprojekte gegen Gewalt und Vergessen "Die Anstifter", ist wichtig, dass die Reihe anders als gewöhnliche Filmvorstellungen angelegt ist. Zum einen werde knapp in die Filme eingeführt, zum anderen soll über die anschließenden Sonntagsfrühstücke oder die Bewirtung mit kleinen Speisen erreicht werden, dass sich die Besucher nach der Vorstellung noch zusammensetzen. "Wir wollen die Anwohner aus der Umgebung, aus dem Kernerviertel und der Neckarstraße gewinnen", sagte Grohmann. "Die Auswahl gibt hoffentlich genügend Gesprächsanstöße."

Der Untertan, Cititzen Kane und Jazzkonzert

Die Reihe beginnt am Sonntag, 29. Juni, mit dem Spielfilm "Der Untertan" (DDR 1950, Wolfgang Staudte). Darauf folgen "Citizen Kane" (20. Juli, USA 1941, Orson Welles), Besessenheit (31. August, Ossessione, Italien, 1943, Luchino Visconti), "Schwarze Katze, weißer Kater" (28. September, Jugoslawien, 1998/99, Emir Kusturica), Haus Tugendhat (19. Oktober, Tschechische Republik, 2013, Dieter Reifarth), Der weiße Tiger (9. November, Russland, 2012, Karen Schachnasarow) und Casablanca (7. Dezember, USA, 1942, Michael Curtiz). Diese Veranstaltungen beginnen jeweils um 11 Uhr. Am 19. Oktober gibt außerdem um 13 Uhr Milan Kasuba ein Jazzkonzert, bevor um 14 Uhr Experimentalfilme von Vaclav Reischl gezeigt werden.