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Damit Schüler zu Energie-Experten werden

26.06.2014 Aktuelles
20 Schulen beteiligten sich im vergangenen Jahr an dem Projekt "Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen"- Bei der Jahresveranstaltung wurden drei Schulen mit einem Sonderpreis ausgezeichnet

Wie können Schulen beim verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Wasser unterstützt werden? Und was motiviert Schüler, selbst Energieeinsparpotenziale zu entdecken? Antworten auf diese Fragen gibt das Projekt "Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen (LESS)", das vom Amt für Umweltschutz und vom Schulverwaltungsamt angeboten wird. Bei der Jahresveranstaltung  am Donnerstag, 26. Juni, dankte Matthias Hahn, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, den Projektbeteiligten von 20 Schulen im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses für ihr Engagement. Zudem wurden drei Sonderpreisträger ausgezeichnet.

"Über die Sonderpreise freue ich mich besonders, weil sie eine hervorragende Möglichkeit darstellen, das Engagement der Schulen zum Energiesparen zu würdigen", so der Bürgermeister. Er übergab die drei Sonderpreisgelder in Höhe von jeweils 500 Euro, Preisgelder für alle teilnehmenden Schulen und prämierte die besten Ideen.

Knapp 40.000 Euro Energie eingespart

Dr. Jürgen Görres, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft des Amts für Umweltschutz, begrüßte die Gäste und sagte: "Mit dem LESS-Projekt soll erreicht werden, dass Schülerinnen und Schüler das in den Schulen eingeübte Verhalten auch im privaten Umfeld einsetzen und ihr Umfeld zum Energiesparen motivieren. Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe endlich sind,  und dazu leistet LESS einen Beitrag innerhalb und außerhalb der Schulen, der der Umwelt gut tut."

Im vergangenen Jahr beschäftigten sich 20 Schulen im Zuge des LESS-Projekts mit dem Energie- und Wasserverbrauch in ihren Räumen. Zwölf Schulen konnten aktiv Energie einsparen - insgesamt im Wert von 38.449 Euro. Anteile der ersparten Energiekosten erhalten die folgenden zwölf Einrichtungen: Albschule,  Ferdinand-Porsche-Gymnasium, Helene-Fernau-Horn Schule, Hohewartschule, Königin-Olga-Stift, Maria-Montessori Schule, Realschule Feuerbach, Rilke-Realschule, Robert-Bosch-Schule, Uhlandschule, Wirtschaftsgymnasium West und Wolfbuschschule. Auch die Aktivitäten der Schulen, die ihre Energiekosten nicht senken konnten, wurden gewürdigt.

Bei der Jahresabschlussveranstaltung präsentierten die Schulen ihre Maßnahmen zur Energieeinsparung. Besonders innovative Einfälle hatten die Robert-Bosch-Schule, die Max-Eyth-Schule und die Wilhelmschule. Diese Einrichtungen erhielten die Sonderpreise.

Energiemanager und technisch-ökologische Praktika

In der Robert-Bosch-Schule sind seit kurzem täglich Energiemanager unterwegs: Sie kontrollieren alle Klassenzimmer des Hauptgebäudes und protokollieren den angetroffenen Zustand. In die Auswertung fließen Angaben zur Fensteröffnung , Heizkörper­ventilstellung und zum Zustand der elektrischen Geräte, beispielsweise zum Beamer, zur elektronischen Tafel und zur Beleuchtung, ein. Über "Verbrauchspunkte" wird das energetische Verhalten einer Klasse erfasst. Die Ergebnisse der Auswertung sind auf einer Internetseite dokumentiert.

Die Max-Eyth-Schule hat im Zuge des LESS-Projekts ein technisch-ökologisches Praktikum für die Mittelstufe eingeführt. Hier befassen sich  die Schüler mit den Themen Energieeinsparung, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Grundschüler haben sich  ebenfalls intensiv mit dem Energiesparen auseinandergesetzt: In der Wilhelmschule organisierten sie eine Versammlung zum Thema Energiesparen. Dabei informierte ein Professor über die Auswirkungen von Verschwendung. Damit die Kinder die Hinweise in ihren Alltag integrieren, unterstützen gewählte Energiemanager die Klassen bei der Umsetzung. Sie verteilen kleine Merkzettel in den Klassenräumen, Lampenschalter tragen beispielsweise die Aufschrift "Mach mich aus!" - so wird das Bewusstsein der Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie Schritt für Schritt gestärkt.

Das LESS-Projekt

Das Projekt "Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen" existiert bereits seit fünf Jahren. In diesem Zeitraum wurden an den beteiligten Einrichtungen zirka vier Prozent des Heizenergieverbrauchs und ebenso viel Strom eingespart. Der CO2-Ausstoß konnte um 650 Tonnen reduziert werden. Dies entspricht einem jährlichen CO2-Ausstoß von über 80 Einfamilienhäusern.