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Keine Angst vor Hornissen und Wespen

03.07.2014 Umwelt
Vor Hornissen und Wespen muss der Mensch grundsätzlich keine Angst haben. Darauf macht das Amt für Umweltschutz aufmerksam.

Hornissen und Wespen seien für das natürliche Gleichgewicht unverzichtbar, so die Experten. Sie haben eine wichtige ökologische Funktion.

Wespen und Hornissen nutzen das schöne Wetter, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Da ihre natürlichen Nisthöhlen - abgestorbene Bäume - immer seltener werden, weichen die Tiere in Dachstühle oder Rollladenkästen aus. Das kann zu Problemen mit den Hausbewohnern führen. Im Herbst stirbt der Insektenstaat ab, nur die Königin überlebt und überwintert an einem anderen Ort.

In der Regel ungefährlich

Die Deutsche und die Gemeine Wespe können lästig werden, sind in der Regel aber nicht gefährlich. Problematisch kann es aber für Menschen sein, die allergisch auf einen Wespenstich reagieren. Auch ein Stich im Mund- und Rachenraum kann gefährlich werden. Deshalb sollten Kinder Getränke im Freien mit einem Trinkhalm zu sich nehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass eine in eine Limonadenflasche oder in ein Glas gefallene Wespe in den Mund gelangt.

Können mehrere Meter Abstand vom Nest eingehalten werden, sollte man die Tiere in Frieden lassen. Auch ein Fliegengitter vor dem Fenster kann in manchen Fällen helfen. Ziel sollte es sein, sich so mit den Tieren zu arrangieren, dass diese ihre Entwicklung abschließen können.

Aggressivität nur bei Bedrohung

Anders als bei der Honigbiene ist der ökologische Nutzen von Hornissen und Wespen für den Menschen nicht so bekannt. Sie tragen als Insektenjäger zur Ausgewogenheit des Naturhaushalts bei. Ein Hornissenvolk jagt täglich bis zu 500 Gramm kleinere Insekten, darunter auch Schädlinge, die sie zur Aufzucht ihrer Brut benötigen. Vor Hornissen haben viele Menschen eine noch größere Angst als vor Wespen oder Bienen. Die Legende "Sieben Hornissen töten ein Pferd, drei einen Menschen" ist leider immer noch im Umlauf. Dabei sind Hornissen sehr friedliche Tiere. Sie reagieren nur dann aggressiv, wenn sie ihr Nest bedroht sehen oder wenn man wild nach ihnen schlägt.

Hornissen sind mittlerweile durch Bekämpfungsmaßnahmen und den Mangel an Lebensraum gefährdet. Die Tiere sind tagaktiv, gehen aber auch noch bei fast völliger Dunkelheit auf Insektenjagd. Sie fliegen ähnlich wie Nachtfalter dem Licht entgegen und landen dabei häufig in Wohn- oder Schlafzimmern. Wird das Licht gelöscht, findet die Hornisse den Weg nach draußen.

Hornissen naturschutzrechtlich besonders geschützt

Wegen ihrer Gefährdung und ökologischen Bedeutung sind Hornissen naturschutzrechtlich besonders geschützt. Eingriffe in Hornissennester dürfen nur in Ausnahmefällen mit behördlicher Genehmigung erfolgen. Solche Fälle können vorliegen, wenn eine Gefahrenlage für Personen besteht, etwa beim Vorliegen spezieller Allergien oder im Umfeld von Kindergärten. Dann können die Hornissennester entfernt oder umgesiedelt werden. In solchen Fällen können in Stuttgart die Fachleute der Feuerwehr unter Telefon 50660 eingeschaltet werden.

Mehr Informationen und Ansprechpartner zu dem Thema sind beim Amt für Umweltschutz erhältlich. Die Umweltberatung in der Gaisburgstraße 4 ist telefonisch unter 216-88600, Montag bis Donnerstag von 9 bis 15.30 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr, sowie per E-Mail unter umweltberatung@stuttgart.de erreichbar.