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Ergebnisse des Planungswettbewerbs Wohnbebauung Killesberg liegen vor

10.07.2014 Aktuelles
Auf dem Parkplatz P8 der ehemaligen Stuttgarter Messe auf dem Killesberg soll ein Wohnquartier der Zukunft entstehen, das sich durch innovative Wohnformen, eine ökologische Ausrichtung sowie einen hohen gestalterischen Anspruch auszeichnet.

Dafür hat die Stadt im März einen Planungswettbewerb mit insgesamt 30 Teilnehmern ausgelobt, davon wurden zehn vorab und 20 in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren ausgewählt.

Auf ihrer Sitzung am 9. Juli hat die Jury unter dem Vorsitz von Professor Peter Cheret entschieden, zwei erste Plätze zu vergeben: Die Entwürfe der Architekturbüros Roedig Schopp Architekten GbR aus Berlin in Arbeitsgemeinschaft mit plancontext Landschaftsarchitektur sowie KSG Architekten und Stadtplaner Kister, Scheithauer, Gross aus Köln wurden jeweils mit einem Preisgeld von 12.500 Euro ausgezeichnet. Der dritte Platz ging an ARQ Architekten Rintz und Quack aus Berlin.

Siegerentwürfe beim Planungswettbewerb Wohnbebauung KillesbergVergrößern
Matthias Hahn, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Professor Peter Cheret und Michael Föll, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, begutachten einen der Siegerentwürfe. Foto: T. Hoerner

Durchmischtes und abwechslungsreiches Wohngebiet

Das Preisgericht begründete sein Urteil für Roedig und Schop Architekten unter anderem so: "Insgesamt stellt der Entwurf einen alternativen städtebaulichen Ansatz dar, der viele Chancen für ein gut durchmischtes und abwechslungsreiches neues Wohnquartier am Killesberg bietet." Den Entwurf der KSG Architekten und Stadtplaner bewertete die Jury als  "innovativen Beitrag zum Umgang mit Wohnungsbautypologien im urbanen Kontext". Das Neue sei die Kombination zweier gegensätzlicher Typologien: einer bewohnbaren Mauer bestehend aus "Minimalhouses" als Lärmschutz zur Straße Am Kochenhof und aus in zweiter Reihe liegender amorpher großflächiger Baustrukturen.

Die Jury empfahl der Stadt einstimmig, die beiden ausgesuchten Entwürfe von den Verfassern überarbeiten zu lassen und ihr dann nochmals vorzustellen. Dabei müssten die in der schriftlichen Beurteilung aufgeführten Wertungen beachtet werden.

Planungen durch Bürgerbeteiligung beeinflusst

Das 0,9 Hektar große Areal an der Roten Wand ist der letzte von vier Bauabschnitten auf dem Gelände der ehemaligen Messehallen auf dem Killesberg. Nachdem das Planungsvorhaben des damaligen Investors, ein Ordercenter für die Modebranche zu bauen, nicht realisiert wurde, beschloss der Gemeinderat Mitte 2012, das Grundstück für den Bau eines Wohngebiets neu auszuschreiben. Damals wurde ebenfalls eine Bürgerbeteiligung festgeschrieben, die als "Bürgerwerkstatt Wohnen an der Roten Wand" am 22. September 2012 stattfand.

Die Arbeitsergebnisse wurden in die Rahmenbedingungen des Wettbewerbs aufgenommen und fließen ebenso in das künftige Bebauungsplanverfahren ein. Stichworte dafür sind etwa flexible Wohntypen und eine kleinteilige Parzellierung, eine kohlendioxidneutrale Bauweise und ressourcenschonende Baumaterialien sowie ein beispielhaftes Energiekonzept.

Rund 50 Prozent geförderter Wohnungsbau

Das Plangebiet ist für die neue Nutzung verkehrstechnisch sowohl vom Individualverkehr als auch vom öffentlichen Personennahverkehr her bestens erschlossen. Auch eine Anbindung an das Radwegenetz ist vorhanden. Mit der Wohn-Neubebauung sollen die Grundsätze des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) umgesetzt werden. Rund 50 Prozent der Wohneinheiten sind daher für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen: jeweils zirka 17 Prozent für die Bereiche Preiswertes Wohneigentum, Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher sowie Sozialmietwohnungen. Außerdem muss eine Kindertagestätte mit zirka 60 Kindern mitgeplant werden.

Alle Wettbewerbsarbeiten werden vom 14. bis 18. Juli im Amt für Umweltschutz, zweites Obergeschoss, Gaisburgstraße 4, ausgestellt und können dort besichtigt werden.