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Stadtmuseum und IG Christopher Street Day mit Praunheim-Film und Diskussion

16.07.2014 Kultur
Das Stadtmuseum Stuttgart und die Interessengemeinschaft Christopher Street Day e.V. zeigen am Montag, 21. Juli, um 19 Uhr im CineMaxX-Kino Rosa von Praunheims Skandalfilm "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" aus dem Jahr 1971.

Jörn Precht führt in den Film ein. Auf dem anschließenden Podium ab 20.30 Uhr diskutieren unter anderem Stefan Kaufmann MdB und der Journalist Tim Schleider über Aufruhr gestern und heute. Der Eintritt ist frei.

Rosa von Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", den er im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks 1971 drehte, ist ein Stück Zeitgeschichte. Er zeigt das Leben schwuler Männer in der Subkultur Anfang der 1970er-Jahre.

Wichtiger Beitrag zur Schwulenbewegung

Der Film richtete sich nicht an die Gesellschaft, sondern an die Homosexuellen selbst. Rosa von Praunheim rief die Schwulen auf, ihre Angst zu überwinden und aus ihren Verstecken zu kommen, um solidarisch und kämpferisch miteinander für eine bessere, gleichberechtigte Zukunft anzutreten. Der Film war heftig umstritten, wurde aber zu einem Auslöser für die Entstehung der modernen deutschen und schweizerischen Schwulenbewegung.

Die Fernsehausstrahlung wurde zum Skandal, als der Bayerische Rundfunk die Übertragung unterbrach. Jörn Precht, Professor für Transmediales Storytelling an der Hochschule der Medien Stuttgart, führt in den sozial-politischen Kontext des Films ein.

Wie heute um Gleichberechtigung kämpfen?

In der anschließenden Podiumsdiskussion ab 20.30 Uhr geht es um die Frage, wie man heute für Gleichberechtigung kämpfen kann und soll. Auf dem Podium diskutieren Ralf Dose, Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin; Isabelle Hlawatsch, Freundeskreis Transidentischer Menschen, Ulm; Dr. Stefan Kaufmann, MdB, CDU; Ilona Scheidle, Lesbisch-Schwule Geschichtswerkstatt des CSD Rhein-Neckar, Mannheim; Tim Schleider, Ressortleiter Kultur, Stuttgarter Zeitung, Stuttgart. Die Moderation haben Dr. Anja Dauschek, Stadtmuseum Stuttgart, und Christoph Michl, Vorstandsmitglied, IG CSD Stuttgart e.V.

Mehr Geschichte

Gemeinsam haben Stadtmuseum und IG CSD eine Sammlungsaktion gestartet: Beide Organisationen suchen in Kooperation Gegenstände und Objekte zur CSD- beziehungsweise LSBTTIQ-Geschichte Stuttgarts, um sie im zukünftigen Museum zeigen zu können. LSBTTIQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen. Mehr zur Sammlungsaktion unter www.stadtmuseum-stuttgart.de/sammlungsaktion-csd.html.