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Die Vermarktung zum Olga-Areal startet

16.09.2014 Bauen
Nachdem das Olgahospital in sein neues Domizil beim Katharinenhospital gezogen ist, können jetzt die Weichen für das Olga-Areal im Stuttgarter Westen neu gestellt werden. Der Gemeinderat hat beschlossen, auf der rund 16.400 Quadratmeter großen Fläche ein urbanes Quartier und ein neuer Platz an der Hasenbergstraße mit Vorbildcharakter für ganz Stuttgart zu entwickeln.

Grundlage dafür ist der städtebauliche Entwurf des Büros Schüler Architekten, Düsseldorf in Arbeitsgemeinschaft mit faktorgrün, Freiburg, die beim Wettbewerb 2011 den ersten Preis erzielten.

Das Konzept sieht unterschiedliche Nutzungen, die Integration verschiedener Bevölkerungsschichten sowie eine kleinteilige Parzellierung der Grundstücke vor. Darüber hinaus sollen innovative Mobilitäts-, Energie- und Infrastrukturkonzepte umgesetzt werden.

Rund 220 neue Wohnungen

Das Areal ist in vier Baufelder unterteilt. Rund 220 neue Wohnungen, 50 Prozent nach dem Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) im geförderten Wohnungsbau und 45 Prozent, also rund hundert Wohnungen durch Baugemeinschaften. Jedes Baufeld erhält eine eigene Tiefgarage, außerdem sind eine Kindertagesstätte mit sechs Gruppen, ein 1200 Quadratmeter großer Einkaufsmarkt und ein Spielplatz direkt über diesem Geschäft vorgesehen.

Noch im September beginnen die Interessenbekundungs- und Vergabeverfahren für die Grundstücke als Konzeptverfahren. Neben dem Verkaufspreis spielen dabei die Qualitätskriterien eine größere Rolle. Für das Verfahren wird für Bauträger mit mindestens sechs Monaten, für Baugemeinschaften mit bis zu 15 Monaten gerechnet.

Baufelder für Baugemeinschaften

Auf zwei der vier Baufelder werden Baugemeinschaften zum Zuge kommen, die auf neun Grundstücken insgesamt rund 100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bauen können. Baugemeinschaften sind Zusammenschlüsse von privaten Bauherren, die innovative, ökologische und kostengünstige Wohnprojekte planen und gemeinschaftlich, aber individuell bauen. In der Regel die Bildung streben diese Wohneigentum an. Auch Modelle zur Miete mit einem "bauenden" Partner, wie einer Wohnungsbaugenossenschaft oder einem Bauträger sind möglich.

Im Vordergrund steht immer die Gruppe, die sich mit einem gemeinschaftlichen Konzept bei der Stadt um eines der Grundstücke bewirbt. Entscheidend für die Vergabe ist alleine die Qualität der Konzepte (Konzeptwettbewerb), nicht der Kaufpreis. Grundstücke an Baugemeinschaften werden seit 2012 grundsätzlich zum Festpreis (Verkehrswert) vergeben. Die Konzeptvorschläge werden nach Kriterien bewertet, die dem Quartiersprogramm entsprechen, wie Beiträgen zum geförderten Wohnungsbau.

Internet-Kontaktbörse hilft beim Zusammenschluss

Im Baufeld 2 stehen Baugemeinschaften sechs Grundstücke zur Verfügung. Drei weitere Grundstücke im Baufeld 3 sind sogenannten "Ankernutzern" vorbehalten, die neben ihrem eigenen Bauprojekt gemeinschaftliche Aufgaben für alle Gruppen übernehmen, wie den Bau der Tiefgarage und die Anlage gemeinsamer Freiflächen. Auch Baugemeinschaften oder Mietwohnprojekte können sich bewerben. Allein die Qualität des Vorschlags entscheidet über die Vergabe.

Die neu eingerichtete Internet-Kontaktbörse der Landeshauptstadt hilft Interessenten und Gruppen, miteinander in Kontakt zu kommen, um gemeinsam neue Wohnprojekte auf den Weg zu bringen. Das Angebot unter service.stuttgart.de/lhs-services/baugemeinschaften ist kostenlos.

Quartier mit Vollsortiment-Einkaufsmarkt

Das Baufeld 4 und die südliche Teilfläche des Baufeldes 3 werden im Investorenauswahlverfahren ausgeschrieben. Im Baufeld 3 werden sowohl Wohnungen im geförderten Wohnungsbau als auch frei finanzierte Wohnungen entstehen. Der Investor soll neben dem eigenen Hochbauprojekt die gesamte Tiefgarage sowie den Innenhof für das Baufeld erstellen.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Baugemeinschaften und dem Ankernutzer auf dem nördlichen Baufeld wird erwartet. Im Baufeld 4 sind zudem Wohnungen im "Preiswerten Wohneigentum" sowie ein Vollsortiment-Einkaufsmarkt vorgesehen, um das Quartier und seine Bewohner optimal zu versorgen.

Konzeptvergaben: Städtebauliche Aspekte entscheiden

Abweichend von der bisherigen Vergabepraxis in der Landeshauptstadt werden auch diese Flächen durch Konzeptvergaben vermarktet. Neben dem Gebotspreis entscheiden das städtebauliche Konzept, die objektbezogene Qualität und die Erfüllung der Nutzungskonzepte zum geförderten Wohnungsbau über den Zuschlag.

Alle erforderlichen Unterlagen zu den Ausschreibungen finden Interessenten auf der Seite www.stuttgart.de/immobilien.