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Travertinpark - Naturerlebnis in der Stadt

22.09.2014 Stadtplanung
Der etwa 3,6 Hektar große Travertinpark zwischen dem Wohngebiet Hallschlag und der ehemaligen Zuckerfabrik wurde auf den Flächen der ehemaligen Steinbearbeitungsbetriebe in mehreren Bauabschnitten realisiert. Der Park ist wichtiger Bestandteil des Freiraumkonzepts für den Hallschlag und Teil des Landschaftsparks Region Stuttgart.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn, die Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling und Baubürgermeister Matthias Hahn haben am Montag, 22. September, den neuen Teil des Parks an die Öffentlichkeit übergeben. Nach 14 Monaten Bauzeit und vier Jahre nach der Eröffnung des ersten Bauabschnitts wurde mit dem zweiten Bauabschnitt das Kernstück des Travertinparks umgestaltet und das Gesamtprojekt vollendet.

Seltene Pflanzen und Tiere entdecken

Oberbürgermeister Fritz Kuhn lädt die Stuttgarterinnen und Stuttgarter ein, den Hallschlag neu kennen zu lernen, der "mit dem neu gestalteten Travertinpark wieder ein Stück attraktiver geworden ist". "Ich freue mich über die vielseitigen Angebote im Travertinpark und möchte besonders die Kinder aus der Carl-Benz-Schule und dem Mauga Nescht hier aus der Nachbarschaft ermuntern, die Natur zu beobachten, seltene Tiere zu entdecken und Pflanzen kennenzulernen", sagte OB Kuhn. "Der neue Travertinpark bietet uns Stadtbewohnern auf einzigartige Weise die Möglichkeit, Erholung in der Natur zu erfahren und gleichzeitig etwas über die Geschichte von Bad Cannstatt zu lernen."

Naherholung mitten in der Stadt

Der Travertinpark ist ein weiterer Baustein des Landschaftsparks Region Stuttgart. Er schafft damit eine Verbindung zwischen den angrenzenden Stadtteilen Hallschlag, Altenburg und Neckarvorstadt und dem Neckar. Für die Bewohner bietet er eine Möglichkeit zur Naherholung direkt vor der Haustür und mitten in der Stadt. Solche grünen Inseln sind sehr wichtig für die Lebensqualität der Region. Deshalb hat der Verband Region Stuttgart das Projekt mit 140.000 Euro unterstützt", sagte die Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling.

Geh- und Radweg auf ehemaligen Gleisen

Bei der zuletzt umgestalteten 2,7 Hektar großen Fläche des ehemaligen Steinbruchs Haas im Osten des Hallschlags liegt der Schwerpunkt auf dem Naturerlebnis. Das unwegsame Gelände mit den Schotterhängen als Überbleibseln der Steinbearbeitung ist idealer Lebensraum für viele Tierarten, wie die europaweit geschützte Mauereidechse.

Der Geh- und Radweg, der seit 2011 auf der ehemaligen Gleistrasse von Bad Cannstatt durch den Park bis zur Zuckerfabrik führt, ist deshalb mit LED-Leuchten ausgestattet, die die Tiere nicht beeinträchtigen und die, gesteuert durch spezielle Bewegungsmelder, nur dann für kurze Zeit aufscheinen, wenn Menschen den Weg benutzen.

Freilichtmuseum zur Industriegeschichte

Ein breit gefächertes Angebot erwartet die Besucher: Auszubildende der Firma Mahle haben alte Werkzeuge und Maschinen zur Steinbearbeitung sowie Teile der Kranbahn restauriert und damit ein kleines Freilichtmuseum zur Industriegeschichte Bad Cannstatts geschaffen.

Schautafeln zeigen, wie der Travertin abgebaut wurde und informieren über die Entstehungsgeschichte des Gesteins, die Rolle, die das Mineralwasser dabei spielte und die vielfältigen Fossilien, die in den Steinbrüchen gefunden wurden.

Lebensräume für Tiere und Pflanzen gesichert

Nach dem Entwurf der Landschaftsarchitekten Prof. Schmid - Treiber - Partner wurden zahlreiche Wege und interessante Aufenthaltsbereiche für Besucher geschaffen. Dabei wurden gleichzeitig die Lebensräume für Tiere und Pflanzen gesichert und gestärkt. Auffälligste Neuerung ist ein rund 350 Quadratmeter großer, durch Regenwasser gespeister Lehmteich am Fuße des Steinbruchs, der den Ausblick vom Sonnenplateau bereichert und zugleich die Besucher von der steinschlaggefährdeten Sohle des Steinbruchs fernhält.

Projekt Teil der Stadterneuerung Soziale Stadt

Das Projekt wurde als Teil der Stadterneuerung der Sozialen Stadt Zukunft Hallschlag und des Landschaftsparks Region Stuttgart realisiert. Die Bauleitung lag beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Die Belange des Artenschutzes wurden vom Umweltamt vertreten. Die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Freiraumplanung für den Hallschlag organisierte das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung mit dem Stadtteilmanagement vor Ort.

Zur Finanzierung der 800 000 Euro Gesamtbaukosten tragen der Bund und das Land Baden-Württemberg 300 000 Euro durch Fördermittel des Bund-Länder-Programms "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die Soziale Stadt". Der Verband Region Stuttgart gibt 140 000 Euro als Zuschuss, 160 000 Euro übernehmen das Garten-, Friedhofs- und Forstamt sowie das Amt für Umweltschutz.

Abenteurspielplatz und Sonnenplateau

Kinder der benachbarten Carl-Benz-Grundschule gestalteten den musikalischen Rahmen auf dem Sonnenplateau, und der Abenteuerspielplatz Mauga Nescht lud die Besucher im Anschluss auf einen kleinen Imbiss ein.

Weitere Informationen auch auf www.zukunft-hallschlag.de oder im Stadtteilbüro der "Sozialen Stadt", Düsseldorfer Straße 25.