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Der Theatermacher Manfred Raymund Richter wird 85 Jahre alt

01.10.2014 Aktuelles
Der Regisseur und Schauspieler Manfred Raymund Richter feiert am Mittwoch, 15. Oktober, seinen 85. Geburtstag. Von 1974 bis 1994 arbeitete er beim Kulturamt Stadt Stuttgart und hat sich durch seinen neuen theaterpädagogischen Ansatz einen weit über die Landeshauptstadt hinausreichenden Ruf erworben.

Er begann seine Theaterkarriere 1953 in Stuttgart an einer Studiobühne. Es folgten Arbeiten beim RIAS Berlin und SFB, Regiearbeiten am Nationaltheater Mannheim und den Bühnen der Stadt Köln. An den Städtischen Bühnen Bielefeld und Heidelberg war er Hausregisseur und Oberspielleiter. Er arbeitete als Regisseur beim SDR und als Lehrbeauftragter an mehreren Hochschulen.

Pionier im Bereich Jugend- und Schultheater

Manfred Raymund Richter begründete am 1. September 1974 die Beratungsstelle für Jugendtheater und Schulspiel, das spätere "Theater im Zentrum" in der Heusteigstraße. Die Einrichtung wurde durch ihre Organisations- sowie Betriebsform und ihre inhaltlichen Ausrichtung eine für die Bundesrepublik modellhafte Institution.

Verbindung pädagogischer und künstlerischer Arbeit

Von vornherein war es Richter bei seinem Stuttgarter Modell um die Verbindung von theaterpädagogischer und künstlerischer Arbeit gegangen. Eine fruchtbare und innovative Wechselwirkung versprach er sich vom Theaterspielen mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen und Inszenierungen mit einem eigenen Ensemble professioneller Schauspieler.

Kinder- und Jugendtheaterarbeit weiter entwickelt

Seit 1974 hatte Manfred Raymund Richter seinen Ansatz einer Kinder- und Jugendtheaterarbeit konsequent weiter entwickelt und mit viel Energie das "Theater im Zentrum" beständig auf- und ausgebaut. Seinen Ansatz hat er wie folgt beschrieben: "Es gibt gewichtige Gründe, in einem Kinder- und Jugendtheater die theaterpädagogische Arbeit gleichwertig neben die künstlerische zu stellen."

Junges Ensemble Stuttgart erfolgreiches Modell

Dieser Leitsatz hat seine erfolgreiche Stuttgarter Arbeit begleitet, er fand Ausdruck in der vielfältigen theaterpädagogischen Arbeit, in der Präsentation herausragender internationaler Theatergruppen - die meisten gastierten zum ersten Mal in der Bundesrepublik - durch Mitspiel- und Straßentheaterspektakel und durch zahlreiche Inszenierungen am Theater im Zentrum.

20 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Kulturamt zeigt sich heute in der Vielfalt der theaterpädagogischen Einrichtungen und Initiativen und am Erfolg des Konzeptes am Jungen Ensemble Stuttgart, wie richtig sein Theateransatz war.