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Wohnen an der Roten Wand - Jury kürt Sieger des Planungswettbewerbs

10.12.2014 Stadtplanung

Erster Bürgermeister Michael Föll und der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, haben am 10. Dezember das Ergebnis der zweiten Preisgerichtssitzung zur Wohnbebauung an der Roten Wand, Killesberg, vorgestellt.


Die Jury unter dem Vorsitz von Professor Peter Cheret hat als Sieger des Planungswettbewerbs das Architekturbüro KSG Architekten und Stadtplaner, Kister, Scheithauer, Gross aus Köln ausgewählt. Sie begründete ihre Wahl unter anderem so: Der Entwurf sei ein "innovativer Beitrag zum Umgang mit Wohnungsbautypologien im urbanen Kontext". Das Neue sei die Kombination zweier gegensätzlicher Typologien: einer bewohnbaren Mauer, bestehend aus "Minimalhouses" als Lärmschutz zur Straße Am Kochenhof, und aus in zweiter Reihe liegender amorpher Baustrukturen. Der Entwurf wurde als individueller Ansatz, der sich aus dem Ort und seiner Umgebung heraus entwickelt habe, gewürdigt.

Der Siegerentwurf zeigt im Gegensatz zum Anfang jetzt fünf kleinere statt der vier größeren amorphen "Wolkenhäuser". Diese sind im Innenbereich besser planbar, ihre breiten Seiten sind nach Süden ausgerichtet. Auch bei den Mauerhäusern gab es Änderungen: Der Lärmriegel ist insgesamt länger geworden und die Einzelhäuser besitzen jetzt drei statt zwei Stockwerke. Zusätzlich können Loggias auf dem Dach erstellt werden. Insgesamt sind 118 Wohneinheiten möglich. Die gleiche Anzahl Stellplätze ist für die Tiefgarage geplant.

Außer dem Sieger hatten nur noch Roedig Schopp Architekten GbR aus Berlin am Verfahren teilgenommen. Grund war, dass bei der ersten Auswahlsitzung am 9. Juli unter insgesamt 30 Teilnehmern des von der Landeshauptstadt Stuttgart ausgelobten Planungswettbewerbs gleich zwei Büros mit ersten Preisen ausgezeichnet wurden. Die damalige Empfehlung der Jury lautete, beide Entwürfe von den Verfassern nochmals überarbeiten und vorstellen zu lassen.

Das 0,9 Hektar große Areal an der Roten Wand - der ehemalige Parkplatz P8 - ist der letzte von vier Bauabschnitten auf dem Gelände der ehemaligen Messehallen auf dem Killesberg. Hier soll ein Wohnquartier der Zukunft entstehen, das sich durch innovative Wohnformen, eine ökologische Ausrichtung sowie einen hohen gestalterischen Anspruch auszeichnet. 

Nachdem das Planungsvorhaben des damaligen Investors, ein Ordercenter für die Modebranche zu bauen, nicht realisiert wurde, beschloss der Gemeinderat Mitte 2012, das Grundstück für den Bau eines Wohngebiets neu auszuschreiben. Damals wurde ebenfalls eine Bürgerbeteiligung festgeschrieben, die als "Bürgerwerkstatt Wohnen an der Roten Wand" am 22. September 2012 stattfand. Die Arbeitsergebnisse wurden in die Rahmenbedingungen des Wettbewerbs aufgenommen und fließen ebenso in das künftige Bebauungsplanverfahren ein. Stichworte dafür sind etwa flexible Wohntypen und eine kleinteilige Parzellierung, eine kohlendioxidneutrale Bauweise und ressourcenschonende Baumaterialien sowie ein beispielhaftes Energiekonzept.

Das Plangebiet ist für die neue Nutzung verkehrstechnisch sowohl vom Individualverkehr als auch vom öffentlichen Personennahverkehr her bestens erschlossen. Auch eine Anbindung an das Radwegenetz ist vorhanden. Mit der Wohn-Neubebauung sollen die Grundsätze des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) umgesetzt werden. Rund 50 Prozent der Wohneinheiten sind daher für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen: jeweils zirka 17 Prozent für die Bereiche Preiswertes Wohneigentum, Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher sowie Sozialmietwohnungen. Außerdem muss zusätzlich eine Kindertagestätte für rund 60 Kinder geplant werden.

Die beiden Wettbewerbsarbeiten werden vom 11. bis 23. Dezember im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Eberhardstraße 10, im ersten Obergeschoss öffentlich ausgestellt und können dort zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden.


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