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Energiekonzept für die Stadt Stuttgart - OB Kuhn: "Die Energiewende in Stuttgart geht alle an" - Bürgermeister Hahn: "Zentrale Energieleitplanung"

11.12.2014 Umwelt

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat den Entwurf für das Energiekonzept "Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart" vorgestellt. Kuhn wird das Konzept am Dienstag,
16. Dezember, im Ausschuss für Umwelt und Technik einbringen.


Der Oberbürgermeister sagte am Donnerstag, 11. Dezember: "Die Energiewende in Stuttgart geht alle an. Das ist ein Projekt der Beteiligung für die Bürger und die Wirtschaft." Im Vordergrund stünden: Energieeinsparung, Effizienzsteigerung bei Strom und Wärme sowie der stärkere Einsatz von erneuerbaren Energien. Kuhn betonte, zur Energiewende gehöre auch der Verkehr. Um die 20-Prozent-Ziele bis 2020 zu erreichen, bedürfe es großer Anstrengungen und vieler Maßnahmen, im Großen wie im Kleinen. So gelte es beispielsweise, Häuser fachgerecht zu sanieren und den Einsatz hoch effizienter Kraft-Wärme-Kopplung voranzutreiben.

Der OB betonte: "Für unsere Stadtwerke ist die Energiewende ein Riesenaufgabenfeld." Den Stadtwerken komme eine Schlüsselrolle zu: "Sie sind zusammen mit der Bürgerschaft der entscheidende Motor für die Umsetzung der Energiewende."

Matthias Hahn, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, sagte bei der Vorstellung des Energiekonzepts: "Die Ziele der Energiewende finden auch in der städtebaulichen Entwicklung Anwendung. Durch eine zentrale Energieleitplanung mit Energiekonzepten für Stadtquartiere sollen ressourcenschonendes Bauen und Sanieren mit den Ansprüchen des urbanen Lebensumfelds vereint werden."

Das Konzept fasst die Schritte zum Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung zusammen. Unter Leitung von OB Kuhn wurden Ziele definiert, bestehende Ansätze weiterentwickelt und unter Mitwirkung verschiedener Akteure in einem Gesamtkonzept zusammengefasst. Das vorliegende Konzept ist ein erster Entwurf, mit dem die Diskussion im Gemeinderat, der Stadtbevölkerung sowie den Beteiligten in Wirtschaft und Forschung eröffnet werden soll.

Die Schritte zur Umsetzung der Energiewende

Um die Energiewende im urbanen Raum erfolgreich zu gestalten, ist eine Umstellung der heutigen Energienutzung in drei Schritten erforderlich. In einem ersten Schritt muss der Energieverbrauch in den Bereichen Wärme und Strom reduziert werden. Weiterhin ist eine Steigerung der Energieeffizienz erforderlich. Der verbleibende Energiebedarf muss zu einem möglichst hohen Anteil von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung und auf Basis erneuerbarer Energien gedeckt werden. Zur Umsetzung dieser Schritte wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts Maßnahmen zusammengestellt, welche nun mit dem Energiekonzept durch die Einbindung aller relevanten Akteure in die breite Basis getragen werden.

Die Diskussion im Gemeinderat, der Stadtbevölkerung, den Beteiligten in Wirtschaft und Forschung soll 2015 auf Basis des Konzeptentwurfs geführt werden, um Anregungen und Alternativen abzuwägen und zu ergänzen. Das überarbeitete Energiekonzept soll im Anschluss im Gemeinderat beschlossen werden, sodass die Umsetzung der Maßnahmen unter Mitwirkung aller Akteure beginnen kann.

Grundlage für die Entwicklung einer Energiestrategie für die Stadt ist die Kenntnis der Energieflüsse im Stadtgebiet. Der Energieeinsatz in Stuttgart betrug zum Stand 2012 19.300 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a) und konnte verglichen mit 1990 bereits um 14 % reduziert werden. Die größten Verbraucher sind mit knapp der Hälfte der Energie die Sektoren Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD), gefolgt von den Stuttgarter Haushalten (31 %). Um das Ziel einer 20 % Reduktion des Energieverbrauchs und einer Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien auf
20 % bis 2020 zu erreichen (Beschluss Gemeinderat zum Beitritt Konvent der BürgermeisterInnen), müssen weitere Einsparmaßnahmen in Höhe von 1.300 GWh/a umgesetzt werden.

Im Bereich der erneuerbaren Energien befindet sich die Stadt auf halber Strecke zum 20-% Ziel bis 2020. Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in Stuttgart liegt mit 1.263 GWh/a genutzter Energiemenge aus erneuerbaren Energien bei 9,7 %. Dabei werden Strom- und Wärmeerzeugung innerhalb der Gemarkung Stuttgart, der Ökostrombezug von Liegenschaften, die Beteiligung der Stadt über die Stadtwerke an regenerativen Erzeugungskapazitäten außerhalb der Gemarkung Stuttgart und der Anteil erneuerbarer Energien am sonstigen Strombezug auf Basis des Strommix Deutschland berücksichtigt.

Zur Erreichung der Energieziele müssen alle Verbrauchssektoren der Stadt einen Beitrag leisten. Es wurden die sechs Handlungsfelder städtische Liegenschaften; Gebäude, Wohnen und Bürger; Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie; Verkehr; Energieversorgung und Energieleitplanung sowie Bürger- und Akteurseinbindung definiert. Für diese Handlungsfelder werden jeweils Maßnahmen vorgeschlagen, die unter Mitwirkungen der unterschiedlichen Akteure bewertet, ausgearbeitet und angestoßen werden sollen. Durch die Umsetzung der Maßnahmen können die angestrebten Energieziele erreicht werden.

Den Entwurf des Energiekonzeptes finden Sie unter www.stuttgart.de/energiekonzept