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Michael Pelzel erhält den 60. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

18.02.2015 Aktuelles
Der 60. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2015 geht an den in Berlin lebenden Schweizer Komponisten Michael Pelzel. Um den diesjährigen Preis hatten sich 23 Komponistinnen und 53 Komponisten mit insgesamt 151 Werken beworben.

Pelzel erhielt den mit 12.000 Euro dotierten Kompositionspreis für sein Werk "Sempiternal Lock-in" für Ensemble (2012-2013). Die Komposition wird beim Preisträgerkonzert im Rahmen des Festivals Neue Musik Stuttgart ECLAT vom 4. bis 7. Februar 2016 im Stuttgarter Theaterhaus aufgeführt. Im diesem Rahmen findet auch die Übergabe der Urkunde an den Preisträger statt.

Jury: Ungewöhnlich weites, visionäres Spektrum

"Das Werk überzeugt durch seine außergewöhnliche musikalische Kraft und originelle individuelle Faktur", begründet die Jury ihre Entscheidung. Pelzel gelinge es, dank einer hochdifferenzierten mikrotonalen Schreibweise einen äußerst hellhörigen instrumentalen Klangraum zu evozieren, der orchestrale Dimension annehmen könne.

"Von besonderer Qualität sind harmonische Entwicklungsprozesse, die soghafte Wirkung entfalten und zwischen empfindlichsten Klangmomenten, hochvirtuosen Polyphonien und dicht gearbeiteten Texturen vermitteln, wodurch nur unter Verwendung eines konventionellen Instrumentalensembles ein ungewöhnlich weites, visionäres Spektrum musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten ins Spiel gebracht wird."

Kompositionspreis wird seit 1955 ausgeschrieben

Der Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart wird jährlich seit 1955 ausgeschrieben und ist damit Deutschlands ältester Preis für Komponisten Neuer Musik. Er kann in einem oder in zwei Teilen vergeben werden. Zu seinen Besonderheiten zählt, dass die Preisverleihung mit der Aufführung der Werke verbunden ist. Preisträger waren unter anderem Helmut Lachenmann, Peter Ruzicka, Aribert Reimann, Younghi Pagh-Paan und Adriana Hölszky.

Musikvermittler in Europa und der Welt

Michael Pelzel, 1978 in Rapperswill in der Schweiz geboren, lebt und arbeitet derzeit als Gast des Berliner Künstlerprogrammes DAAD in Berlin. Er ist als freischaffender Komponist und Organist tätig; zudem unterrichtet er sporadisch an Musikhochschulen als Vertreter im Bereich Musiktheorie.

Nach der Berufsausbildung an den Musikhochschulen Luzern, Basel, Stuttgart, Berlin und Karlsruhe studierte Michael Pelzel unter anderem Klavier, Komposition und Musiktheorie. An den südafrikanischen Universitäten in Johannesburg, Stellenbosch, Potchefstroom und Pretoria hielt er Workshops für Komposition. Er besuchte verschiedene Kompositionsmeisterkurse sowie die Sommerferienkurse von Darmstadt 2004-2010, Acanthes, (Metz) und Royaumont (Paris). Zudem war er Mitglied der Akademie Theater heute in Frankfurt am Main.

Weltweit gefragter Organist

Als Organist war Pelzel unter anderem zu Gast in der Swiss Church, London, und an den Kathedralen von San Francisco, Los Angeles, Sydney und Cape Town sowie dem Orgelfestival von Magadino. Es entstanden diverse Radio- und Fernsehaufnahmen und
-produktionen.

Michael Pelzel erhielt mehrere Auszeichnungen. Unter anderem war er Preisträger beim Kompositionswettbewerb "Neue Musik mit historischen Instrumenten" der Ensemblia Mönchengladbach sowie eines Werkbeitrages des Schweizer Kantons St. Gallen 2014.

Mitglieder der vom Gemeinderat berufenen Jury (2015 bis 2019):

Björn Gottstein, Vertreter des Südwestrundfunks, Prof. Marco Stroppa, Vertreter der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, Prof. Dr. Angela Ina De Benedictis, Musikwissenschaftlerin, Prof. Frédéric Durieux, Komponist, Dr. Michael Kunkel, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Hochschule für Musik Basel, Prof. Younghi Pagh-Paan, Komponistin, sowie Prof. Mike Svoboda, Komponist und Posaunist. Den Vorsitz hatte die Leiterin des Kulturamts, Dr. Birgit Schneider-Bönninger.

Weitere Informationen unter www.stuttgart.de/kompositionspreis sowie auf der Homepage www.michaelpelzel.ch.