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Umweltbürgermeister Hahn appelliert wegen Amphibienwanderung an Autofahrer: Fuß vom Gas!

03.03.2015 Umwelt
Wenn im Frühling die Nächte mild und regnerisch werden, wandern Frösche, Kröten, Molche und andere Amphibien wieder zu Tausenden zu ihren Laichgewässern.

Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Viele von ihnen erreichen ihr Ziel nicht und werden überfahren. Je mehr Fahrzeuge die Straße befahren, desto geringer ist die Chance der Lurche, diese lebend zu überqueren.

Dass die Amphibien in ihrer Existenz bedroht und deshalb besonders geschützt sind, hat sich herumgesprochen. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, appelliert jetzt an die Autofahrerinnen und Autofahrer: "Achten Sie von Februar bis Mai besonders auf die wandernden Amphibien. Fahren Sie bitte auf den betreffenden Straßenabschnitten langsam und gerade bei Regen besonders vorsichtig - auch mit Rücksicht auf die Helfer, welche die Straße ebenfalls überqueren müssen."

Im Einzelfall empfehle es sich, auch einmal für einige Tage von der üblichen Route abzuweichen.

Bei den wandernden Amphibien handelt es sich vor allem um Traditionslaicher, zu denen Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander gehören. Sie brechen in jedem Frühjahr meist zu den Gewässern auf, in denen sie auf die Welt kamen, um dort selbst für Nachwuchs zu sorgen.

Diese teilweise "explosionsartigen" Wanderungen werden bei einer Temperaturschwelle von vier bis fünf Grad Celsius ausgelöst und durch Regen zusätzlich verstärkt. Wandernde Amphibien sind wie andere Lurcharten besonders geschützt, aber durch den Straßenverkehr auch besonders gefährdet.

Die Landeshauptstadt und der Naturschutzbund (NABU) arbeiten jedes Jahr für den Schutz der wandernden Amphibien eng zusammen.

Zäune zum Schutz der Tiere

Dort, wo mehrere hundert bis tausend Tiere erwartet werden, errichtet das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Schutzzäune, die nicht nur dem Artenschutz, sondern auch der Verkehrssicherheit dienen. Das sind im Stadtgebiet vor allem die Waldflächen um den Rot- und Schwarzwildpark, der Frauenkopf und Bereiche nördlich von Möhringen.

Am Kreisel an der Magstadter Straße und an der Mahdentalstraße sind neben temporären Schutzzäunen auch dauerhafte Leiteinrichtungen mit Amphibiendurchlässen installiert.

Die wandernden Amphibien werden von den Zäunen am Überqueren der Straßen gehindert und fallen in die am Zaun eingegrabenen Eimer. Die Helfer des Naturschutzbundes Stuttgart kontrollieren die Wanderstrecken und tragen die Tiere dann morgens über die Straße.

Hier wandern die Kröten

Folgende Straßen durchschneiden die Wanderstrecken der Amphibien und sind durch Gefahrzeichen "Krötenwanderung" kenntlich gemacht:

  • im Bereich des Rot- und Schwarzwildparks die Solitudestraße, Magstadter Straße, und die Mahdentalstraße,
  • ferner die Falkenstraße bei Möhringen-Sonnenberg
  • sowie die Frauenkopfstraße in Stuttgart-Ost.

Untergeordnete Wege und Verbindungsstraßen, die von wandernden Amphibien überquert werden, befinden sich
  • am Oeffinger Scillawald,
  • am Grünen Heiner,
  • an der Zufahrt zum Sportplatz Uhlbach
  • sowie im Bereich der Gustav-Barth-Straße in Heumaden.

Weitere Amphibien-Wanderstrecken betreffen folgende Straßen: Onstmettinger Weg in Möhringen, Roßhaustraße in Degerloch, Wernhaldenstraße in Stuttgart-Süd, Hintere Weingärten in Heumaden, Christian-Belser-Straße in Kaltental, Musberger Straße in Vaihingen, Greutter Straße in Weilimdorf, Rotwiesenstraße in Schönberg sowie die Eichenparkstraße bei Riedenberg.

Helfer gesucht

Auch die Verkehrsbehörde trifft entsprechende Regelungen. Wie in den Vorjahren werden die Bachhalde und Teile der Blankensteinstraße im Naturschutzgebiet "Unteres Feuerbachtal" zwischen Mühlhausen und Zazenhausen an rund 15 Tagen, an denen starke Wanderungen erwartet werden, zeitweise gesperrt.

Auch am Robert-Bosch-Krankenhaus ist eine zeitweise Sperrung erforderlich. In der Eichenparkstraße in Riedenberg wird während der Amphibienwanderung die Geschwindigkeit des Durchfahrtverkehrs auf zehn Stundenkilometer beschränkt.

Für verschiedene Tätigkeiten sucht der NABU noch freiwillige Mitarbeiter, insbesondere für die Wanderstrecke am Schattengrund werden noch Helfer gesucht.

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 62 69 44 melden.