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Vorfahrt für Frösche und Kröten im Naturschutzgebiet "Unteres Feuerbachtal"

03.03.2015 Aktuelles
Auf ihrer Laichwanderung kommen jährlich Tausende von Fröschen und Kröten durch den Straßenverkehr um.

Um dies zu verhindern, wird im Naturschutzgebiet "Unteres Feuerbachtal" wie in den Vorjahren wieder eine Sonderregelung zum Schutz der wandernden Amphibienarten getroffen.

In Nächten mit starken Wanderbewegungen nimmt die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Naturschutz Mühlhausen und dem Busunternehmen Knisel zeitweilige Sperrungen in der Bachhalde und der Blankensteinstraße vor.

Kröten, Frösche, Molche

Im Naturschutzgebiet "Unteres Feuerbachtal mit Hangwäldern und Umgebung" leben Erdkröten, Grasfrösche sowie Teich- und Bergmolche, die über die Bachhalde im Stadtbezirk Mühlhausen und über die Blankensteinstraße in Zazenhausen zu ihren Laichgewässern im Feuerbachtal und im ehemaligen Steinbruch Wenninger wandern.

Durch den nächtlichen Verkehr kam es in früheren Jahren immer wieder zu Verlusten unter den besonders geschützten Tieren.

Busse weichen aus

Seit 2001 hat sich das geändert, nachdem die Stadt im Frühjahr vorübergehende Sperrungen der genannten Vorbehaltsstraßen in den Nächten organisierte, in denen stärkere Wanderungen erwartet wurden. Zwischen Mitte Februar und Mitte Mai ist mit bis zu 15 Hauptwanderungstagen zu rechnen.

In diesen Nächten setzt das Busunternehmen Knisel Kleinbusse ein und fährt eine Umleitung über Mönchfeldstraße, Stamnitzweg, Himmelsleiter, Spitalhofstraße und Blankensteinstraße sowie in der Gegenrichtung.

Die Sperrungen sind auch aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig, sie dienen einerseits dem Wohl der Tiere, andererseits dem der Verkehrsteilnehmer.

Oft sind viele zusammen unterwegs

Einige Amphibienarten wie Grasfrösche und Erdkröten sind Traditionslaicher. Sie kehren jedes Jahr wieder an das Gewässer zurück, in dem sie selbst geboren wurden, um dort abzulaichen und wieder für Nachwuchs zu sorgen.

Müssen sie bei ihren Wanderungen Straßen überqueren und werden dabei überfahren, kann dies zu erheblichen Einbußen oder gar zum Verlust der Population führen. Zur Katastrophe kann es kommen, wenn sehr viele Tiere gleichzeitig wandern, so wie in milden, regnerischen Frühlingsnächten ab etwa vier bis fünf Grad Celsius.

Gemeinsam für den Schutz der Tiere

Die Maßnahmen werden gemeinsam vom Tiefbauamt, Service Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), dem Amt für öffentliche Ordnung, dem Polizeirevier Zuffenhausen sowie dem Busunternehmen Knisel unter der Federführung des Amts für Umweltschutz organisiert.

Die Bezirksämter Zuffenhausen und Mühlhausen sind in die Maßnahmen eingebunden.