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10. Europäische Impfwoche vom 20. bis 25. April 2015: Jetzt Masernimpfung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachholen

17.04.2015 Gesundheit
Bei der 10. Europäischen Impfwoche vom 20. bis 25. April steht das Motto "Impflücken schließen" im Mittelpunkt.

Besonders die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist betroffen, denn etwa die Hälfte der in Deutschland an Masern Erkrankten ist über 15 Jahre alt.

Seit Anfang März sind auch in Stuttgart wieder Masernfälle aufgetreten, vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen. Bis Mitte April wurden 16 Erkrankungsfälle gemeldet. Das Gesundheitsamt Stuttgart bittet deshalb alle nach 1970 Geborenen, ihren Impfschutz zu überprüfen und sich durch eine Impfung zu schützen.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen oder Gehirnentzündungen sind möglich. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung zumeist schwerer. Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern mit den niedrigsten Impfquoten. Zwar sind die Impfquoten bei den Schulanfängern in den letzten Jahren gestiegen, dennoch sind weiterhin zu viele junge Menschen nicht gegen Krankheiten wie Masern, Röteln oder Kinderlähmung geschützt. Viel zu häufig fehlt auch die zweite Masernimpfung.

Das einzige Reservoir der Masernviren sind infizierte Menschen. Mit einer ausreichend hohen Impfquote kann das Virus daher eliminiert werden. Für die europäische WHO-Region wird die Elimination der Masern und der Röteln bis Ende 2015 angestrebt - dieses Ziel wird jedoch angesichts der Anfang 2015 aufgetretenen Masernausbrüche nicht erreicht werden können. Laut der aktuellen Schuleingangsuntersuchung haben landesweit 95 Prozent der 4- bis 5-jährigen Kinder wenigstens eine und 88,9 Prozent der Kinder zwei oder mehr Masernimpfungen erhalten.

In der Landeshauptstadt Stuttgart lag die Impfquote für die erste Masernimpfung für Kinder im Einschulungsalter bei 94,4 Prozent. Zwei oder mehr Impfungen gegen Masern erhalten hatten 87,9 Prozent. Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Impfquote immerhin leicht angestiegen: Von den heute 16-Jährigen hatten 2005 zum Zeitpunkt ihrer Einschulung nur 77,7 Prozent zwei Masernimpfungen.

Bei den heute 22-Jährigen waren es sogar nur 24 Prozent mit zwei Masernimpfungen.  Für eine dauerhafte Eliminierung einheimischer Masern müssen landesweit mehr als 95 Prozent der Bevölkerung mindestens zwei Masernimpfungen erhalten.

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