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Statistisches Amt untersucht Wohnungsleerstand

13.05.2015 Aktuelles

Das neue Monatsheft Nr. 2 des Statistischen Amtes greift als Schwerpunktthemen den Wohnungsleerstand sowie die Einwohnerentwicklung im Jahr 2014 auf.


Die Zahlen zum Wohnungsleerstand wurden auf der Grundlage der Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) im Rahmen des Zensus 2011 ermittelt. Demnach standen im Mai 2011 in Stuttgart 11 291 Wohnungen leer, dies entspricht einer Quote von 3,7 Prozent. Abzüglich der 2011 neu gebauten Wohnungen ("Neubauleerstand"), der Wohnungen ohne Heizung, Bad und WC ("Substandardleerstand") sowie der leer stehenden Wohnungen in Nichtwohngebäuden und Wohnheimen standen 9628 Wohnungen leer, was einer bereinigten Leerstandsquote von 3,5 Prozent entspricht. Eingerechnet ist mit geschätzten zwei bis drei Prozent die so genannte Fluktuationsreserve, sie bezeichnet Wohnungen, die leer stehen, weil sie gerade modernisiert werden oder weil die Bewohner gerade umziehen.

Da beim Zensus nicht erfragt wurde, wie lange und warum die 9628 Wohnungen nicht bewohnt waren, lässt sich das Aktivierungspotenzial leer stehender Wohnungen für den Wohnungsmarkt nur schätzen.

Wird eine Fluktuationsreserve zwischen zwei und drei Prozent angenommen, standen im Mai 2011 zwischen 1300 und 4100 Wohnungen leer, entweder weil das Angebot größer war als die Nachfrage, oder wegen Eigentümerwechsel, Stilllegung oder fehlenden Interesses an Vermietung.

Bei der Gebäude- und Wohnungszählung wurden alle Eigentümer von Wohnraum schriftlich befragt. Die Befragung entspricht einer Vollerhebung, so dass die Daten aller Stadtteile, Gebäude und Bewohner eingerechnet sind.

Grundsätzlich stellen die Zensusdaten die einzigen voll belastbaren Informationen zum Leerstand dar. Da die Daten nur im Zehn-Jahres-Rhythmus erhoben werden, kann die Entwicklung des Leerstandes zwischen den Zählungen nur hilfsweise durch andere Datenquellen ersetzt werden. Geeignet hierfür ist zum Beispiel der "CBRE-empirica-Leerstandsindex", der im aktuellen Monatsheft in einer weiteren Analyse betrachtet wird. Dieser Index ist jährlich verfügbar und gibt den Leerstand im Geschosswohnungsbau an. Er basiert auf einer vierprozentigen Stichprobe, ergänzt durch Schätzungen und Expertenbewertungen. Wegen unterschiedlicher Definitionen ist die absolute Höhe des Leerstands der beiden Quellen nicht miteinander vergleichbar.

Nach dem "CBRE-empirica-Leerstandsindex" ist der marktaktive Leerstand im Geschosswohnungsbau in Stuttgart zwischen 2011 (1,6 Prozent) und 2013 (1,2 Prozent) um 24 Prozent zurückgegangen. Im selben Zeitraum reduzierte sich der Leerstand landesweit um 15 Prozent. Übertragen auf die Gesamtzahl leer stehender Wohnungen bedeutet dies, dass 2013 zwischen 1000 (bei drei Prozent Fluktuationsreserve) und 3100 Wohnungen (bei zwei Prozent Fluktuationsreserve) entweder marktbedingt oder beabsichtigt leer standen.

Ein weiterer Heftbeitrag analysiert die Einwohnerentwicklung der Stadt sowie der Stadtbezirke. Die Stadt verzeichnete im vergangenen Jahr bei den Einwohnern einen Zuwachs von fast 7000 Personen. Bei der Einwohnerentwicklung werden natürliche Gesichtspunkte wie Geburten und Sterbefälle sowie Zu- und Abwanderungen unterschieden.

Das Monatsheft Nr. 2/2015 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de sowie unter www. stuttgart.de/statistik-infosystem erhältlich. Es kostet vier Euro.

 

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